Home arrow Spiele arrow Commodore arrow Amiga arrow Cannon Fodder 04 September 2010  
Kingdom of Desire
HomeForumImpressum
Spiele
Bücher
Filme
Hardware
Musik
Konzerte
Artikel
Wrestling
 
Cannon Fodder PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
13.09.2009

Image 

War has never been so much fun!“, unter diesem Motto präsentierte 1993 Sensible Software der Amigawelt ihr neuestes Werk Cannon Fodder und erntete neben viel Beifall genauso viel Kritik. Nicht jeder hat damals dieses doch sehr satirische Spiel über den Krieg verstanden. In Großbritannien selbst sorgte in erster Linie die Darstellung der Mohnblume als Logo für einen Aufstand. Denn diese Pflanze ist das Symbol für die Veteranen des ersten Weltkriegs. In Deutschland verstand man das Spiel natürlich absolut gar nicht, sah nur die (übertrieben dargestellte) Gewalt und zerrte das Spiel direkt auf den Index.

Dabei macht Cannon Fodder von Beginn an direkt klar, das es nur aufzeigen will, wie sinnlos Krieg ist. Von oben genanntem Titelsong bis zur finalen Message ("As Cannon Fodder demonstrates in its own quirky little way, war is a senseless waste of lives and resources. We hope you never find out the hard way“) macht Sensible Software das sehr deutlich. Ebenso satirisch wird die Rekrutierung des neuen Kannonenfutters dargestellt: An einem Hügel rennen die zukünftigen Soldaten vorbei, im weiteren Spielverlauf wird dieser übersät sein von Gräbern der gefallenen Soldaten, während direkt darüber eine Ergebnisanzeige im Fußballstil ist: Home oder Away, wer hatte die meisten Feinde getötet?

Zu Beginn hat man nur ein wenige Soldaten, mit den ersten drei bestreitet man die erste Mission, die einen leichten Einstieg bietet. Cannon Fodder kann man wohl als Echtzeitstrategie ohne Basisbau bezeichnen und ähnelt ein wenig Syndicate, auch wenn hier dem Thema angepasst eine Comicgrafik angewandt wird. Die Steuerung gestaltet sich recht simpel: Mit der linken Maustaste steuert man seine Mannen durch die Landschaft, die rechte Taste lässt den Mauszeiger zum Fadenkreuz werden und schon kann man auf Feinde schießen. Drückt man die rechte und dann die linke Maustaste, wird die Sekundärwaffe abgefeuert. Neben dem Maschinengewehr mit unendlich Munition, hat man limitierte Spezialwaffen, anfangs nur Handgranaten, später auch eine schöne Bazooka. Mit der Leertaste kann man später zwischen diesen Sekundärwaffen wechseln. Diese findet man auf dem Schlachtfeld in einsammelbaren Kisten und dienen in erster Linie zur Zerstörung von Gebäuden, die meisten Gegner sollte man dagegen eher mit der normalen Waffe beseitigen. Hat man es anfangs nur mit normalen Soldaten zu tun, kommen später auch besonders fiese Bazookaschützlinge hinzu, die auf wesentlich größere Distanz zielgenau treffen.

Jede der 24 Missionen ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, mal muss man nur 3 Abschnitte bestehen um eine Mission zu bestehen, mal sind es direkt fünf und je weiter man im Spiel voran kommt, desto größer werden die Landschaften und desto mehr Feinde sind unterwegs. Zum Glück gibt es eine Mapfunktion, dort wird die gesamte Karte und die Positionen von Gebäuden und den eigenen Soldaten angezeigt.
Da diese in erster Linie in unendlicher Menge aus den Gebäuden kommen, sollte man diese stehts zuerst zerstören. Aber Vorsicht: Die Häuser explodieren generell und es kann schnell passieren, dass ein Soldat von einem Dachstück getötet wird. Die jeweiligen Missionsziele sind dabei eindeutig: Vernichte Gegner und zerstöre die Gebäude.
Im späteren Verlauf kommen auch in den Landschaften fiese Fallen dazu: Treibsand, Klippen und Minenfelder, aber auch nützliche Hilfen, neben den Munitionskisten vor allem Fahrzeuge wie ein Schneemobil oder Helikopter. Auch die Fahrzeugsteuerung ist schön einfach.

Ist das Spiel am Anfang noch recht einfach, zieht der Schwierigkeitsgrad bereits ab der 4. Mission merklich an, die Gegner treffen immer besser und es werden immer mehr Gegner. Ab dann kommt man nicht umhin, mit einer ausgefeilten Taktik zu agieren und das anfangs eher wie ein simples Actionspiel wirkende Spiel wird schnell eine Herausforderung. Ab dann ist es auch sinnvoll, auf Mausklick seine Truppe aufzuteilen (Je nach Mission hat man 2-8 Soldaten, die im Normalfall dem Anführer einfach  hinterherlaufen) oder etwa mit einem einzelnen Soldat voraus zu scouten und den Rest im Schutz von Bäumen zurückzulassen. Ist die Luft dann rein, kann man sie holen.

Nach jeder Mission gibt es eine genau Auflistung der Verluste, jeder Soldat hat einen Namen. Überlebende Soldaten werden befördert, es gibt verschiedene Ränge bis zum General, die nicht nur eine Auszeichnung mit sich bringen, sondern auch dafür sorgen, dass dieser Soldat in zukünftigen Einsätze schneller unterwegs ist und vor allem treffsicherer wird.

Grafisch wird das Spiel aus der Vogelperspektive präsentiert, quasi wie bei Sensible Soccer mit kleinen Pixelfiguren. Die Animationen sind dabei sehr gut gelungen. Die übertriebene Gewaltdarstellung kann man nun als entweder zu krass oder eher witzig ansehen. Dass ein Soldat blutüberstromt und kreischend im Dreck liegt, ist schon eher krass, dagegen wirkt es einfach eher witzig, wenn man einen Feind abschießt und er in hohem Bogen über die Map fliegt.
Unterschiedliche Landschaften, vom Dschungel zum Schneegebiet runden das positive Bild ab.
Die Musik ist gut gelungen, neben dem Titelbild gibt es Musik bei der Rekrutierung, wenn man eine Mission geschafft oder in den Sand gesetzt hat, wogegen es während der Kampfphase nur Soundeffekte gibt. Von Tiergeräuschen bis zum Waffensound ist das alles recht gut

Als Fazit kann man nur sagen: War shouldn’t be that much fun.
Auch wenn die späteren Missionen sehr herausfordernd werden, wird das Spiel nie unfair, man muss eben einfach nur die richtige Taktik finden. Dank einer einfachen Steuerung, findet man sich schnell zu recht und wird viel Spaß haben.

Publisher: Virgin
Developer: Sensible Software
Erscheinungsjahr: 1993
Erschienen für: Amiga, PC, Amiga CD32, Mega Drive, SNES, Atari Jaguar, Atari ST, 3DO, Game Boy Color
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Mittel-Hoch

ImageImage
Grafik7/10  Spielspass
Sound8/10
9/10
Gameplay 8/10
Im Forum kommentieren
 
Weiter >
Top of Page