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D/Generation passt in die Kategorie „Geniale Spiele, die keiner mehr kennt“. Erschienen ist dieses 1991 für den Amiga und kurz darauf auch für den PC. Wobei die besten Fassungen die AGA-Version für den Amiga 1200 und das CD32 sind. Leider unterscheidet sich die Amiga CD32 Fassung sonst gar nicht von der normalen Diskettenvariante. Hier hätte man mit Videos und Audiosound doch mehr bieten können.
Von der Handlung erfährt man zuerst gar nichts. Das Spiel startet direkt damit, dass unsere Spielfigur auf dem Dach eines Hochhauses landet. Von dort bewegt man sich durch eine Tür, die sich sofort automatisch schließt. Schnell trifft man auf den ersten Raketenwerfer, der nicht freundlich gesonnen ist. Es gilt ihm auszuweichen und an den Schalter zu kommen, durch den man diese Waffe deaktivieren kann. Hinter einem Schreibtisch sieht man eine Person sitzen. Sie ist ängstlich, kann aber immerhin reden und so erfährt man, dass man ein Lieferjunge ist, der eigentlich nur ein Paket an Jean-Paul Derrida liefern soll. Dieser ist Wissenschaftler bei Genoq, ein großes Bio-Unternehmen und wo man gerade im Foyer steht. Dem verängstigten Angestellten hilft man noch zum Ausgang und das Spiel beginnt. Die weitere Handlung und dass sich hinter Genoq in Wirklichkeit ein Unternehmen befindet, welches biologische Kriegswaffen entwickelt, erfährt man erst später und dies hauptsächlich durch Computer und in Gesprächen mit weiteren verängstigten Angestellten. Diese finden manchmal auch im Multiple-Choice Verfahren statt und die richtige Antwort kann dafür sorgen, dass man beispielsweise Granaten bekommt.
D/Generation präsentiert sich als Action-Adventure bzw. könnte schon fast zum Genre Survival Horror gehören und wird aus der Isoperspektive gespielt. Gesteuert wird die Spielfigur ganz normal mit dem Steuerkreuz. Anders als bei den normalen Amigafassungen muss man zum Glück nicht mit Joystick und Tastatur hantieren, sondern alle Aktionen wie das Schießen, Handgranaten werfen, Status abrufen oder Gegenstände auswählen, klappen komfortabel über die Tasten des Gamepads.
Kurz nach Beginn des Spiels, direkt im zweiten Raum findet man die wichtigste Waffe: Den Laser. Mit dem kann man sich nicht nur seiner Gegner entledigen, sondern, da der Schuss gekonnt von Wänden abprallt auch um Ecken schießen und etwaige Schalter treffen. Und Schalter muss man in diesem Spiel so viele betätigen, wie in kaum einem anderen. Schalter öffnen Türen und deaktivieren die Raketenwerfer. Oft genug kommt man auch nicht direkt an einen Schalter. Manchmal muss man sich auch entscheiden, ob es nicht intelligenter ist, einen eigentlich zu rettenden Angestellten in eine Laserbarriere zu leiten, damit diese verschwindet. So bekommt man zwar kein Extraleben aber es erleichtert manchmal den weiteren Weg.
Das Layout der Räume ist zwar meist sehr übersichtlich gehalten, aber was, wenn der Schalter hinter dem Raketenwerfer ist oder im Boden eine fiese Mine? Dann muss man schon mal etwas überlegen und hoffen, dass man im richtigen Winkel steht. Neben Raketenwerfer, Minen und Laserbarrieren trifft man auch auf die Neuentwicklungen von Genoq: Die Generations. Vier Stück gibt es, betitelt von A bis D. A/Generation ist ein Ball, der auf dem Boden rumhüpft und recht simpel zu besiegen ist, auch die Tatsache, dass er sich wie der Predator tarnen kann, ist nicht weiter bedrohlich. B/Generation ist ein langer blauer Staub, der ebenfalls herumhüpft und schon etwas schneller und aggressiver ist. Zusätzlich kann er sich noch im Boden verstecken. Beide Gegner haben eins gemeinsam, nämlich dass sie aus Lüftungsschächten im Boden kommt, die man durch darüber laufen versiegeln muss, ansonsten kommen unendlich viele Einheiten nach. Richtig lustig ist aber erst die C/Generation. Das ist so eine Art T-1000, der sich als Angestellter tarnen kann oder als irgendein Gegenstand der zur Einrichtung zu passen scheint. So denkt man „Oh, da ist jemand zum retten“, läuft hin und wird geköpft. Besiegen kann man diesen bösen Feind auch nur durch Granaten, die man nur an wenigen Orten findet und tunlichst für nichts anderes, wie etwa Türen aufsprengen oder Raketenwerfer vernichten, einsetzen sollte. Auf die titelgebende D/Generation, trifft man zum Glück erst ganz am Ende.
Neben Schalterrätseln und dem Retten von Menschen muss man auch Schlüssel finden, um besondere Sicherheitstüren öffnen zu können. Neben Granaten und Lasern gibt es noch Bomben zum sprengen, den Freezer mit dem man die Zeit anhalten kann und ein Schutzschild, damit man auch mal ohne zu sterben über Minen laufen kann.
Insgesamt besteht das Spiel aus 9 Stockwerken mit weit über 100 Räumen die es zu durchsuchen gilt. Ab etwa dem 85. Stockwerk, steigt der Schwierigkeitsgrad recht enorm an. Gemeine Fallen, viele Gegner und am Ende auch noch ein Zeitlimit stellen eine große Herausforderung dar. Zwar bekommt man für jeden geretteten Mensch ein Leben und Continues hat man auch unendlich, aber dadurch wird das Spiel nur minimal leichter. An einigen Stellen, kann man schon mal locker 10 Leben verlieren, ehe man den Weg raus findet. Frustrierend wird das Spiel aber nie, da es eben immer eine Lösung gibt und man meist nur ein wenig am Timing feilen muss und generell macht das Spiel einfach großen Spaß, da es sehr abwechslungsreich und mit immer neuen Ideen wie etwa Abschnitten in einer Art Cyberspace aufwarten kann.
Wirklich Kritik hat das Spiel eigentlich nur wegen einem Punkt verdient und das ist die Steuerung. Das Gamepad des CD32 ist nicht das Beste und bei einem Spiel wo Timing und Reaktion alles ist, ist das fatal. Oft genug bin ich nur gestorben, weil die Steuerung etwas hing oder weil die Figur nicht rechtzeitig stehen geblieben ist. Auch die Aktionstasten reagieren extrem feinfühlig und so hab ich einige rettungsbedürftige Menschen ins Nirvana gejagt, weil der Button für Gespräche der gleiche ist, wie für den Laser.
Grafisch präsentiert sich das Spiel in einem recht bunten und futuristischen Stil, der es aber trotz aller Farben (viel Pink und Blau) schafft, recht düster zu wirken. Die Animationen sind allerdings nicht die besten. Vor allem die Spielfigur hat eine recht merkwürdige Gehweise, aber das stört nicht weiter. Die Musik ist an sich nicht existent (lediglich im Intro), eher ist es ein ambientes, düster wirkendes Tongemisch. Die Soundeffekte dagegen sind schon fast comichaft, vor allem die Lasereffekte erinnern an Science-Fiction Filme der 50er Jahre.
D/Generation ist ein interessantes Spiel, mit herausfordernden Rätseln und Aufgaben und einem Schwierigkeitsgrad, der dafür sorgt, dass wohl niemand direkt beim ersten Mal durch das Spiel rennt. Spaß macht die Hatz durch die Büroräume aber auf jeden Fall auch heute noch.
Publisher: Mindscape Developer: The Software Toolworks Erscheinungsjahr: 1991 Erschienen für: Amiga, Amiga CD32, PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Hoch
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 8,5/10 | | Gameplay | 8/10 |
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