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Ein kontroverses Spiel, das über die Jahre total in Vergessenheit geriet, bis es 2005 überraschend ein Remake bekam. NARC war seinerzeit das erste Spiel, bei welchem digitalisierte Grafiken verwendet wurden und das bereits 1988. Auch war der NARC Automat schon mit einem 32 Bit Prozessor ausgestattet. Auf technischer Ebene also praktisch ein Meilenstein. Produziert wurde es von Williams, die man eigentlich eher mit Pinballautomaten in Verbindung bringt. Zur damaligen Zeit aber versuchten sie, zum zweiten Mal (nachdem sie Anfang der 80er schon Spiele wie Robotron oder Defender veröffentlicht hatten) im Spielautomatenbereich Fuß zu fassen. Auffällig und kontrovers diskutiert wurde das Spiel damals vor allem wegen der Gewalt. Es fließt Blut und Gegner kann es schon mal gekonnt in Einzelteile sprengen.
Und es scheint fast so, als wäre NARC mal wieder ein gutes Beispiel für ein Spiel, wo mehr Wert auf Technik als auf das Gameplay gelegt wurde. Das fängt schon bei der dünnen Handlung an: Jagt Drogendealer. Fertig. In jeder Mission jagt man einen anderen, die an sich auch nur durch eine kurze Szene vorgestellt werden. Wirklich viel Kreativität wollte man in diesen Titel auch nicht stecken. Das fängt bei den Namen an (Die beiden Protagonisten heißen Max Force und Hit Man) und hört beim Level auf. Die meiste Zeit geht es von links nach rechts durch Straßen, vor bei an Häusern. Ab und zu geht es dann auch mal in ein Haus. Da schlägt man sich durch Drogenlabore. Abwechslung davon gibt es nur ganz selten. Etwa beim Level auf der Brücke, wo man alle paar Meter in einen roten Sportwagen hüpfen darf. Ganz im Stile von Carmageddon kann man dann böse Drogendealer über den Haufen fahren und kracht dann gegen eine der zahlreichen Mülltonnenbarrieren.
Als Bewaffnung hat man ein Maschinengewehr mit unendlicher Munition und einen Raketenwerfer, der natürlich limitiert ist. Gegner strömen in rauen Mengen an, da es auch sehr oft zu Respawn kommt, wenn man z.B. zurück nach links geht oder einfach zu lang braucht. Auf der einen Seite ist das gut, da gefallene Gegner Drogen und Drogengelder hinterlassen, auf der anderen Seite ist das Spiel relativ schwer, da die Gegner dauerfeuernd aus allen Richtungen angerannt kommen und man nur schlecht ausweichen kann. Auch wenn man springen und ducken kann und sogar versuchen darf, gegnerische Kugeln mit eigenen abzuschießen, ist das Spiel nicht gerade einfach. Noch viel schwerer wird das Spiel, wenn man es versucht auf pazifistische Weise zu spielen. Man muss die Gegner nämlich gar nicht töten, sondern kann auch versuchen sie festzunehmen. Dazu muss man mit seiner Spielfigur zu einem Bösewicht, woraufhin der feige die Arme hebt. Dann noch 2 Sekunden warten und er fliegt in den Himmel, was das Zeichen dafür ist, dass er fest genommen wurde. Am Ende jedes Levels wird abgerechnet und für Drogen, Gelder und Festnahmen gibt es Punkte. Für letztere natürlich mit Abstand die meisten, da es auch mit Abstand das schwerste ist.
Im Einzelspielermodus wird das Spiel relativ schnell langweilig. Es fehlt an Abwechslung und der hohe Schwierigkeitsgrad ist nicht wirklich motivierend. Im Zweispielermodus dagegen kann NARC durchaus überzeugen und hätte man sich etwas mehr Mühe beim Leveldesign gegeben oder zusätzliche Waffen eingebaut, wäre es vielleicht ein nettes Spiel geworden.
Technisch dagegen ist das Spiel wirklich gut. Für 1988 ist die Grafik klasse. Die Animationen der Figuren sind gut gelungen und dank vieler Farben sieht das Spiel auch recht hübsch aus. Völlig grässlich dagegen die Bodenminen beim Tunnellevel, die mit grellen Neonfarben eher so wirken als hätte man sie direkt aus einem Atari 2600 - Spiel geklaut. Die Musik ist typisches Arcadegedudel im elektronischen Stil. Die Soundeffekte sind ganz in Ordnung.
Trotzdem ist NARC einfach ein weiteres Beispiel für ein Spiel, wo mit Grafik und Gewalt über fehlendes Gameplay versucht wurde hinweg zu täuschen. Im Zweispielermodus aber durchaus mal einen Blick wert.
Publisher: Williams Developer: Williams Erscheinungsjahr: 1988 Erschienen für: Arcade, NES, Amiga, Atari ST, Amstrad CPC, C64, ZX Spectrum Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Hoch
 
| Grafik | 9/10 | | Spielspass | | Sound | 7/10 | 5/10 | | Gameplay | 6,5/10 | | Multiplayer | 7/10 |
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