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Blizzard, ein Name den man eigentlich mit nur 3 Spielereihen verbindet: WarCraft, StarCraft und Diablo. Tatsächlich verbirgt sich hinter diesem Unternehmen aber eine viel längere Geschichte mit vielen anderen Spielen, die heute schon fast in Vergessenheit geraten sind.

Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1991 von Michael Morhaime, Allen Adham und Frank Pearce unter dem Namen Silicon & Synapse in Irvine Kalifornien. Die erste Zeit verbrachte man mit Konvertierungen von Spielen anderer Hersteller wie Battle Chess 2 oder Lord of the Rings Volume 1. Gleichzeitig machte man sich auch daran, eigene Spiele zu erstellen. RPM Racing erschien 1991, das erste wirklich bekannte Spiel der Firma sollte aber The Lost Vikings werden. Ursprünglich nur für das SNES gedacht, wurde es ein so großer Erfolg, dass bald Konvertierungen für Mega Drive, Atari, Amiga und den PC erfolgten. Silicon & Synapse war damals noch so klein, dass man die Spiele nicht selbst vertrieb, sondern sich einen Publisher suchte, den man in Allen Adhams ehemaligem Arbeitgeber Interplay fand.
Schon bei diesem Titel zeigte sich, dass Blizzard gern Sequels erstellt. The Lost Vikings 2 erschien 1994. Auch hier erstellte das Unternehmen selbst nur die SNES Fassung, die anderen Konvertierungen übergab man Beam Software. Zwischen diesen beiden Titeln erschien mit Rock n’ Roll Racing das bislang einzige Rennspiel Blizzards, das vor allem durch seinen Soundtrack auffiel. Im Februar 1994 ändert man dann den Namen des Unternehmens in Chaos Studios, allerdings stellte man sehr bald fest, dass es schon ein Unternehmen mit diesem Namen gab. So stand bereits im April der nächste und finale Namenswechsel hin zu Blizzard an. Wenn alles schief gegangen wäre, würde hier die Geschichte schon enden, denn finanziell war Blizzard alles andere als abgesichert und man sah sich einem großen Schuldenberg gegenüber. In letzter Sekunde kam ein Übernahmeangebot des Lernsoftwareherstellers Davidson & Associates, welche Blizzard für ungefähr 10 Millionen Dollar aufkauften, Adham & Co. aber auch weiterhin große Freiheiten ließen. Später wurde Blizzard von vielen anderen Unternehmen gekauft. Zusammen mit Davidson & Associates wurde man von Sierra aufgekauft, die ihrerseits von CUC International gekauft wurden. CUC fusionierte mit HFS Corporation zu Cendant. Nach einem Finanzskandal verkaufte Cendant Sierra (mit Blizzard) an Havas, die ihrerseits kurz darauf von Vivendi aufgekauft wurden.
In den Jahren 1994 und 1995 war man sehr produktiv. In Zusammenarbeit mit Sunsoft erstellte man die Spiele The Death and Return of Superman und Justice League Task Force, man selbst entwickelte Blackthorne (Blackhawk). 
1994 (In Europa erschien es erst ein ganzes Jahr später) veröffentlichte man dann das Spiel das Blizzard zu der Firma machte, die man heute unter dem Namen kannte: WarCraft: Orks & Humans. Ein Echtzeitstrategiespiel in einer Fantasywelt, das sich spieltechnisch sehr stark an Dune 2 orientiert. Passend zum Weihnachtsgeschäft 1994 erschien der Nachfolger WarCraft 2: Tides of Darkness, welches die Geschichte der Orks und Menschen weitererzählt. Dune 2 war da schon vergessen und der neue Gegner mit dem man sich bekriegte war Westwoods Command & Conquer. WarCraft 2 erhielt mit The Dark Portal im Jahr 1996 ein Addon, das erste Addon das Blizzard je erstellt hat und wurde 1999 in der Battle.Net Edition noch mal in den Handel gebracht. Blizzard trat hier auch zum ersten Mal als Publisher in Erscheinung, zumindest für den nordamerikanischen Markt, im Rest der Welt vertraute man immer noch auf Interplay.
Angekündigt hatte man ebenfalls das Spiel Pax Imperia 2. Dieses sollte Weihnachten 1995 erscheinen. Im August 1996 gab Blizzard bekannt, sie hätten das Spiel und alle Rechte an THQ verkauft. THQ beauftragte Helitrope Studios mit der Fertigstellung. Im Oktober 1997 erschien das Spiel dann unter dem Titel Pax Imperia: Eminent Domain.

Das Battle.Net entstand 1997 und war der erste Onlinedienst, der direkt in die Spiele eingebaut war. TCP/IP war damit zumindest bei Blizzard Vergangenheit, das Ziel war es, alle Spieler ins Battle.Net zu bringen. Das erste Spiel, dass diesen Service nutzte war Diablo. Dieses wurde nicht von Blizzard entwickelt, sondern ursprünglich von einem kleinen Unternehmen namens Condor, das schon seit 1993 existierte (und seit dieser Zeit an Diablo arbeitete). Blizzard sah das große Potential in Diablo und kaufte Condor kurzerhand auf um sie in Blizzard North umzubenennen. Diablo wurde natürlich ein riesiger Erfolg, zwar gründete es nicht wie angenommen das Hack & Slash Genre (Das hat seine Wurzeln im P&P Bereich von Dungeons & Dragons) revolutionierte dieses Genre aber so sehr, dass praktisch jedes andere Spiel diesem Genre angehört geradezu abfällig als Diablo Klon bezeichnet wird. Etwas ungewöhnlich ist das Addon Hellfire, dieses wurde nicht von Blizzard veröffentlicht oder vertrieben sondern von Synergistic Software erstellt und Sierra fungierte als Publisher. Sierra fungierte später auch als Publisher aller Blizzardtitel.
Das letzte Franchise das Blizzard etablierte war im Jahr 1998 StarCraft. Angekündigt war das schon für einen Release im Jahr 1996, aber Blizzard sollte auch in der Zukunft bekannt für extreme Terminverschiebungen werden. StarCraft sollte alle Fehler von WarCraft 2 ausbügeln, denn obwohl das Spiel zahlreiche Auszeichnungen und Topwertungen abräumte, war die Kritik nicht gerade leise, vor allem daran, dass sich die beiden Völker zu stark ähneln würden. StarCraft räumte gleich noch mehr Preise ab, wurde das meistverkaufte PC Spiel des Jahres 1998. Heute steht der Titel auf Platz 3 der meistverkauften PC Spiele. Vor allem in Südkorea, wo sich rund um das Spiel eine Pro-Gamer Szene etablierte, ist es bis heute ein großer Verkaufserfolg. Noch im gleichen Jahr veröffentlichte man mit Brood War das offizielle Addon. 
Von jetzt an ging es bei Blizzard nur noch um diese drei Titel die mit Sequels versorgt wurden. Als erstes war im Jahr 2000 Diablo dran, der Nachfolger wurde wieder von Blizzard North entwickelt und war im Jahr 2001 das meistgespielte Onlinespiel. Bei diesem zeigte sich abermals die Nähe Blizzards zu den Spielern. Bei Diablo gab es jahrelang das Gerücht über einen Geheimlevel in dem man gegen Kühe kämpft. Natürlich gab es diesen nicht, aber Blizzard fand die Idee so gut, dass sie den geheimen Kuhlevel im Nachfolger einbauten. Diablo 2 wird ebenso wie StarCraft bis heute online gespielt und von Blizzard mit Patches unterstützt, die nicht nur Fehler bereinigen, sondern ab und auch neue Inhalte oder größere Gameplayveränderungen mit sich bringen. Der Tradition zufolge musste natürlich auch ein Addon her. Lord of Destruction erschien 2001.

Die nächsten Jahre standen ganz im Zeichen von WarCraft. WarCraft 3: Reign of Chaos erschien 2002 und bekam 2003 ein Addon. Natürlich war auch dieser Titel wieder ein großer Erfolg. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 91% war kaum Platz für Kritik, außer dass dieses Spiel eben keine große Revolution war. Die große Revolution wurde eher das andere Spiel. World of WarCraft erschien 2004 und revolutionierte das Genre der Massive Multiplayer Online Role Play Games, oder abgekürzt MMORPG. Es ist das erste Onlinespiel von Blizzard für das monatlich Geld verlangt wird, aber das hielt fast 10 Millionen Spieler nicht davon ab, diesen Titel bis heute zu spielen.
2002 gelang es Blizzard auch, sich die Rechte an allen ihren alten Spielen zu sichern. Dies führte zu Neuauflagen von Titeln wie Lost Vikings für den Game Boy Advance.
Der nächste angekündigte Titel ist dann, wen wundert's, StarCraft 2. Neben einem weiteren Addon zu World of Warcraft wurde ebenso Diablo III angekündigt.
Über die Jahre wurden zahlreiche Spiele angekündigt, ohne dass sie je erschienen sind. Darunter WarCraft Adventures: Lord of the Clans, das nicht veröffentlicht wurde, weil Blizzard mit der Qualität nicht zufrieden war. Shattered Nations und StarCraft Ghost, welches 2001 in Entwicklung ging und bis 2006 von verschiedenen Entwicklern (darunter Nihilistic Software und Swingin’ Ape Studios) durchgereicht wurde. So richtig tot ist dieses Projekt aber wohl nicht.
2008 schloss Vivendi Blizzard mit Activision zusammen und das neue Studio Activision Blizzard Inc. wurde gegründet.
Ganz frei von kleineren Skandalen ist Blizzard natürlich auch nie gewesen. Sei es das vorgehen gegen Open Source Battle.Net Klone wie bnetd oder das Einbauen von Spyware in World of WarCraft. 2003 ging man gegen das Freewarespiel FreeCraft vor, da es nach Meinung von Blizzard zu nah an WarCraft 2 ist und der Titel für Konfusion sorgen könnte. Über die Jahre verließen auch zahlreiche Entwickler Blizzard um ein eigenes Unternehmen zu gründen. Darunter Flagship Studios die Hellgate:London veröffentlichen oder ArenaNet, die mit Guild Wars gegen World of WarCraft konkurrieren.
Veröffentlichte Spiele:
1991 – RPM Racing 1992 – The Lost Vikings 1993 – Rock ‘n Roll Racing 1994 – The Death and Return of Superman 1994 – Blackthorne/Blackhawk 1994 – WarCraft: Orcs & Humans 1995 – Justice League Task Force 1995 – The Lost Vikings II 1995 – WarCraft II: Tides of Darkness 1996 – WarCraft II – Beyond the Dark Portal 1996 – Diablo 1998 – StarCraft 1998 – StarCraft: Brood War 2000 – Diablo II 2001 – Diablo II: Lord of Destruction 2002 – WarCraft III: Reign of Chaos 2003 – WarCraft III: The Frozen Throne 2004 – World of WarCraft 2007 – World of WarCraft: The Burning Crusade Angekündigt: StarCraft II Angekündigt: Diablo III Angekündigt: World of WarCraft: Wrath of the Lich King Angekündigt: Project Hydra Angekündigt aber nie erschienen: WarCraft Adventure StarCraft Ghost Shattered Nations
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