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Videospiele auf VHS PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
26.02.2007

Datenträgerformate. Über die Jahre hinweg gab es so einige und während sich am PC die Diskette durchgesetzt hat, vertraute man bei Konsolen auf die Cartridge. Ende der 80er wagte sich NEC schon als erster Hersteller an die CD-Rom für ihre PC Engine. Zur gleichen Zeit planten andere Hersteller mit der VHS.
Die VHS hatte natürlich den Vorteil, dass man Videos darauf speichern konnte, was bei der Cartridge kaum möglich war.
Der Nachteil: Für echte Spiele konnte man das Ganze nicht verwenden.

 

Das bekannteste VHS System in der Planung war das NEMO, dieser Projektname stand für „Never even mention outside“. Geplant wurde es vom Spielzeughersteller Hasbro. Diese hatten natürlich keine Ahnung von Videospielen oder gar Konsolen, also schlossen sie einen Deal mit einer anderen Firma ab: Axlon. Jene gehörte Nolan Bushnell, der sich selbst um die Entwicklung des Systems kümmern wollte und nur deswegen eine neue Firma gründete: Isix. Isix wiederum entwickelte dann das InstaSwitch System, das dafür sorgen sollte, dass einerseits mehr Daten auf die VHS passen und andererseits diese in Tracks unterteilt werden. Damit laufen die Spiele nicht mehr nur wie ein Film ab, sondern sie reagieren mehr, wie echte Spiele, auf die Eingaben des Spielers.
Man produzierte auch gleich zwei Titel:. Scene of a Crime und Sewer Shark. Beides waren eher Filme, produziert mit Schauspielern in Filmstudios über mehrere Wochen und entsprechend waren die Herstellungskosten mit 1,5 und 3 Millionen Dollar extrem hoch.

 

Erscheinen sollte das System im Januar 1989 zu einem Preis von 199$, aber die hohen Preise des DRams trieben die Kosten so in die Höhe, dass man mindestens 299$ hätte verlangen müssen. Zum Vergleich: Das NES kostete zu dieser Zeit nur 100$. Im November 1988 wurde die Veröffentlichung abgesagt und man hat nie wieder etwas von diesem System gehört.
Sewer Shark wurde einige Jahre später auf dem Sega CD und dem 3DO veröffentlicht, auch Scene of a Crime erschien für das Sega CD, allerdings unter dem Namen Night Trap.

 

Das NEMO war aber tatsächlich nicht die einzige auf VHS basierende Konsole. Ungefähr zur gleichen Zeit im Jahr 1987 entwickelte und veröffentlichte der Spielzeughersteller World of Wonder das Action Max. World of Wonder wurde von ehemaligen Atari - Angestellten gegründet, ihr bekanntestes Produkt dürfte wohl Lazer Tag sein.
Für das Action Max benötigte man auch noch einen Videorekorder, die Konsole selbst wurde daran angeschlossen und über einen eingebauten Lautsprecher wurde die Musik gespielt.
Alle Spiele waren Light Gun Shooter. Man musste eine kleine Infrarotleuchte am Fernseher befestigen, die anzeigte ob man was getroffen hat oder nicht. Aber das hat keinerlei Auswirkungen auf den Spielfilm, der lief einfach weiter und so konnte man bei diesen Spielen weder gewinnen noch verlieren, es ging lediglich darum, Punkte zu machen.

 

Das Action Max war ein ziemlicher Flop. Lediglich 5 Spiele erschienen, ein sechstes wurde mitten in der Produktion abgebrochen und die Konsole ist heutzutage nahezu unbekannt.

Die VHS verschwand danach aus der Spieleszene und die CD-Rom startete ihren Siegeszug. Das Ganze kann man wohl als mutiges Experiment bezeichnen, denn eigentlich hätte man sich von Anfang denken können, dass sich Videobänder als Datenträger für Spiele nur schwerlich eignen.

Letzte Aktualisierung ( 27.02.2007 )
 
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