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A. Burgess - Uhrwerk Orange PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
23.09.2006

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Alex ist 16. Alex liebt klassische Musik. Alex liebt besonders den LudwigVan. Alex liebt es, mit seinen 3 Freunden, wehrlose Opfer zusammenzuschlagen, diese auszurauben und vorzugsweise Frauen zu vergewaltigen. Alex gerät in Messerstechereien mit anderen Banden. Alex raucht, säuft und nimmt Drogen.

Und immer wieder LudwigVan, dessen Musik die Horrorshow des Alex begleitet, hier in einem nicht näher definierten Zeitrahmen, irgendwann in einer Zukunft nach 1962. Alex ist respektlos gegenüber der Polizei, gegenüber seinen Eltern, ja, eigentlich gegenüber allen anderen. Alex tötet schließlich eine alte Frau, wird des Mordes angeklagt und zu 14 Jahren verurteilt. Um eher aus der Haft entlassen zu werden, nimmt er an einem Programm teil, das wie eine Gehirnwäsche für ihn ist: Sobald er auch nur im entferntesten an Gewalt oder Sex denkt, verursacht dies Übelkeit und Schmerzen bei ihm. Seine Heilung ist also letztlich verbunden mit dem Unterdrücken seiner Persönlichkeit und allem, was ihn sonst als Mensch ausmacht. Er ist zu einer Art mechanischen Person geworden (daher auch der Titel: Uhrwerk bezieht sich auf die Mechanik, Orang ist das malaysische Wort für Person).

Als er – so „geheilt“ – auf Opfer früherer Tage trifft, rächen sich diese nun an ihm, denn sie haben ihn nicht vergessen. Und so wird er fast in den Selbstmord getrieben, überlebt aber gerade so. Dadurch wird jedoch letztlich die Wirkung seiner Therapie aufgehoben und Alex setzt seine Horrorshow fort (an dieser Stelle endet die amerikanische Version des Buches). Im vorliegenden Text verliert Alex dann aber recht schnell von sich aus wieder die Lust daran: „Alex reifet heran“. Zeit ein neues Leben zu beginnen.

Anthony Burgess (1917 – 1993) war ein britischer Schriftsteller und das hier vorliegende Buch ist wohl auf jeden Fall sein bekanntestes. Moralisch steht eben die Frage im Hintergrund: soll man einen Menschen dazu zwingen, gut zu sein – oder ihm die Freiheit zu lassen, zu werden und sein was man will. Um das Ganze umzusetzen, hat er teilweise eigene Worte erfunden, eine Art futuristischer Jugendslang, weshalb man das – obwohl in einer guten deutschen Übersetzung vorliegende Buch – doch lieber im Original lesen sollte.

Obwohl das Buch ziemlich brutal ist, wird aufgrund der Art und Weise, wie es geschrieben ist, dem Ganzen doch etwas davon genommen, es wirkt teilweise eher witzig, skurril und unterhaltsam. Vor allem die Sprache an sich ist ein echtes Erlebnis, hier stimmt einfach alles.

Und auch der tragische (?) Held des Buches, der Ich – Erzähler Alex, wirkt alles andere als dumm oder schlecht, sondern einfach als ein Mensch ohne moralische Bedenken. Und das diese Differenzierung so gut gelingt und man sogar mit ihm mitfiebert, ist schon ein großes Verdienst des Autors und seiner Erzählkunst.

Uhrwerk Orange ist ein tolles, unterhaltsames, locker – flockig geschriebenes und interessantes Buch, das ich jedem nur empfehlen kann.

Titel: Uhrwerk Orange
Autor: Anthony Burgess
Übersetzer: Walter Brumm
Verlag: Heyne
Originalausgabe: A Clockwork Orange
Erscheinungsjahr: 1962
Seitenanzahl: 222

Bewertung
10/10
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Letzte Aktualisierung ( 26.02.2007 )
 
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