Home arrow Bücher arrow Arturo Pérez-Reverte – Das Geheimnis der schwarzen Dame 11 Februar 2012  
Kingdom of Desire
HomeForumImpressum
Spiele
Bücher
Filme
Hardware
Musik
Konzerte
Artikel
Wrestling
 
Arturo Pérez-Reverte – Das Geheimnis der schwarzen Dame PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
16.06.2007

Image 

Wie man an dem Titel schon fast erahnen kann, geht es um Schach. Genauer gesagt, um einen Schachkrimi. Doch beginnen wir am Anfang, und am Anfang...

...ist ein Bild. Gemalt von einem flämischen Meister namens Pieter van Huys. Gekauft von der Protagonistin des Romans, der Restauratorin Julia. Quis necavit equitem.

Diese versteckte Botschaft wird entdeckt, nach allerlei Untersuchungen und bedeutet: wer tötete den Ritter? Dargestellt sind auf dem im 15. Jahrhundert entstandenen Gemälde „Die Schachpartie“ zwei Ritter, die sich bei einem Schachspiel gegenüber sitzen, im Hintergrund eine schwarz gekleidete Dame und ein Buch.
Als Julia ihren Ex-Freund, Álvaro, der zufällig Kunsthistoriker ist, um Rat fragt, stirbt dieser kurze Zeit später. Nicht nur das, es stellt sich heraus, dass die Partie erst begonnen hat und Zug um Zug rekonstruiert wird, wie die Darstellungen des Bildes mit Geschehnissen der Gegenwart übereinstimmen, César, ein Freund und Antiquariat, sowie Munoz, ein Schachgenie, helfen, das Ganze zu entschlüsseln.

Und genau daraus bezieht dieser Roman seine Faszination. Immer geht es weiter, Stück für Stück, Puzzle für Puzzle, das Gemälde selbst wie ein Schachspiel, ein Plan, Personen der Gegenwart als gezogene Figuren. Gleichermaßen eine Reise in die Vergangenheit und den Fragen: Wer ist diese schwarze Dame und wer tötete den Ritter? Dazu eben Charaktere, die irgendwo zwischen gut durchdacht und dem Bedienen gewisser Klichees anzusiedeln sind, die Dialoge entsprechen dann diesem Bild. Das einzige, was mir absolut nicht gefallen hat, ist die Auflösung des Ganzen. Schade, da wäre echt mehr drin gewesen, aber so ist man eben am Ende fast etwas enttäuscht, auch wenn es auf seine Art und Weise schon recht originell ist. Aber es passt für mich nicht so richtig zu dem Buch, auch manche, in die Länge gezogene Gespräche, wo man einfach nur wissen will, wie es weiter geht, was der nächste Zug ist, was genau hinter allem steckt. Es lässt sich aber insgesamt recht flüssig lesen.

Der Autor Arturo Pérez-Reverte ist einem vielleicht vor allem wegen des Romans Der Club Dumas geläufig, der von Roman Polanski mit Johnny Depp verfilmt wurde (Die neun Pforten). Er ist Spanier und wurde 1951 geboren, seine Stärken liegen hier vor allem in der Beschreibung des Gemäldes selbst und dem sehr spannenden Plot, das Verweben des Schachspiels mit Mordfällen der Gegenwart und Vergangenheit gleichermaßen. Das ist gut und mitreißend geschrieben, auch das Gefühl beim Stöbern durch Bilder,  Bücher und seltsame Orte kommt sehr gut rüber. Dazu kann man so ganz nebenbei seine Schachkenntnisse auffrischen oder sich mal damit beschäftigen.

Insgesamt ist das ein unterhaltsamer, gut lesbarer, flotter und vor allem am Anfang überzeugender Roman, der aber auch seine Schwächen hat. Trotz allem aber genau das richtige für einen warmen Sommertag am See oder die morgendliche Fahrt im Zug zur Arbeit. Nicht mehr – aber auch nicht weniger. Turm E7 schlägt Bauer E3.

Titel: Das Geheimnis der schwarzen Dame
Autor: Arturo Pérez-Reverte
Übersetzer: Gerhard Horstmann
Verlag: Ullstein
Originalausgabe: La tabla de Flandes
Erscheinungsjahr: 1990
Seitenanzahl: 365

Bewertung
7/10
Im Forum kommentieren
 
< Zurück   Weiter >
Top of Page