|
Ein sensationeller Fund der NASA: Modernste Technik ermöglicht die Entdeckung eines ungewöhnlichen Meteors, der so tief in der Arktis verborgen ist, wie die NASA selbst in Schwierigkeiten. Enthält er tatsächlich Spuren von außerirdischem Leben? Ist das endlich der Durchbruch für Erforschungen der Raumfahrtbehörde? Zweifel sind angebracht, Glaubwürdigkeit gefragt. Und so wird ein unabhängiges Wissenschaftlerteam zum Fundort gebracht. Zuletzt Rachel Sexton, Mitarbeiterin eines Geheimdienstes. Denn in Zeiten einer bevorstehenden Wahl geht der Präsident auf Nummer sicher – und sein Kontrahent um das Amt steht der NASA mehr als kritisch gegenüber. Nicht zuletzt, weil er auf eigenen Profit bedacht ist.
Als Rachel, die zufällig natürlich auch noch die Tochter des Gegenkandidaten ist, die Arktis erreicht, ist sie überzeugt, dass hier tatsächlich ein bahnbrechender Fund gemacht wurde. Ein bekannter Fernsehwissenschaftler ist bereits dabei, die Hintergründe für die Bevölkerung nachvollziehbar aufzubereiten. Und alles scheint klar, bis die Morde geschehen...
„Endlich mal nichts religiöses“, so mein erster Gedanke. Tatsächlich ist Meteor eine wirklich gelungene Verschwörungsgeschichte. Im Vergleich zu teilweise sehr drögen Thrillerkonkurrenten wie Mark T. Sullivan schafft es Brown hier, sehr spannend zu unterhalten. Mehr sollte man nicht erwarten, aber mehr muss es ja auch nicht sein. Wo sich andere Romane an pseudoreligiösen Themen vergehen, ist das hier eine ganz einfache, klassische Verschwörung mit Menschen, die nach Macht, Ruhm und Geld streben und dafür alles in Kauf nehmen.
Die Charaktere sind natürlich wie immer bei Dan Brown recht flach gehalten, aber hier stört mich das gar nicht so. Die Zusammenstellung des Expertenteams ist eine gute Idee, vor allem den Fernsehwissenschaftler kann man sich nur zu gut vorstellen in Zeiten, wo die Medien Präsidentschaftswahlen mitentscheiden und Wissenschaftsfernsehen immer populärer wird.
Im Gegensatz zu Diabolus habe ich dieses mal sogar recht wenig Kritik. Die Kapitel, in denen schon sehr früh ein geheimes Killerteam einer noch geheimeren Organisation beschrieben und eingeführt werden, hätte man meines Erachtens einfach weglassen sollen. Den Sinn, warum Brown das hier macht sehe ich, so hat er eben einen weiteren Schauplatz und mehr Abwechslung, aber spannend fand ich das nicht, sondern einfach überflüssig. Und dann die Auflösung. Lange hatte ich keinen Roman, wo ich mir so sehr gewünscht hätte, dass es einfach vorhersehbar und actionreich zu Ende geht. Doch leider meint Brown auch hier wieder überraschen zu müssen. Und das stört mich, weil es aufgesetzt wirkt und unpassend.
Auch wenn es vielleicht einigen zu trivial ist, erinnere ich noch mal daran, dass dieser Roman Unterhaltungsliteratur ist. Und genau das schafft Brown zumindest im Großteil des Buches, er weiß es spannend zu unterhalten. Das hier ist der Roman für Leseabende im Winter oder eine Zugfahrt. Viel besser als Diabolus.
Titel: Meteor Autor: Dan Brown Übersetzer: Peter A. Schmidt Verlag: Bastei Lübbe Originalausgabe: Deception Point Erscheinungsjahr: 2001 Seitenanzahl: 622
Im Forum kommentieren |