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Jeff Winston stirbt 1988. Doch er erwacht wieder in seiner alten Studentenbude, es ist 1963 und er hat die Chance, alles nochmal zu machen. Um unabhängig zu sein, wettet er bei Pferderennen, die Ergebnisse kennt er ja schließlich und so häuft er Geld zusammen. Er versucht, die Frau zu finden, die er in seinem ersten Leben geheiratet hatte, doch sie lässt ihn abblitzen. Schließlich ist es wieder 1988, er stirbt – und erwacht erneut.
Jeff Winston ist ein Wiederholer – und lebt sein Leben wieder und wieder. Er kann Dinge ausprobieren, Menschen kennen lernen. Und er versucht das Attentat auf Kennedy zu verhindern.
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Die Möglichkeit sein Leben immer wieder zu leben hat natürlich etwas Faszinierendes. Personen und Freunde ändern sich, und zu erleben, was Jeff so alles anstellt und auf sich nimmt liest sich sehr spannend, zumal man nach wenigen Sätzen völlig in der Handlung versunken ist. Insofern ist das wort erleben hier gar nicht so falsch.
Der Roman erinnert natürlich etwas an Filme wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“, doch handelt es sich bei diesem eher um eine Dystopie. Denn die Folgen für Jeff sind letztlich eher tragisch und ernüchternd. Denn das alltägliche wird bedeutungslos.
Die Lebenszeit verkürzt sich bei jeder Wiederholung, zum Schluss wird schon geradezu geplant, was Jeff sich im nächsten Leben vornimmt und wie er versuchen wird zu ergründen, warum es gerade ihn trifft. Und wieso das alles überhaupt geschieht.
Über die Entscheidung von Grimwood, das Ende offen zu lassen, kann man geteilter Meinung sein. Ich finde das so gut, denn jede Erklärung, jeder Erklärungsversuch wäre eine größere Enttäuschung gewesen. Winston agiert glaubhaft und nachvollziehbar, allerdings fand ich, dass dem Roman zum Ende hin etwas die Luft ausging. Da ist es vielleicht mehr lesen als erleben.
Trotzdem, wer Science Fiction mag und mit diesem Thema des Wiedererlebens etwas anfangen kann, sollte sich den Roman mal anschauen. Der Stil von Grimwood kann überzeugen und zu Recht gilt das Buch als Klassiker. Zurück in die Zukunft mal anders.
Eine Randnotiz zum Schluss: Als Jeff Winston an Herzversagen starb, war er Mitte 40. Ken Grimwood selbst starb 2003 an den Folgen eines Herzinfarktes. Er war Mitte 50...
Titel: Replay – Das zweite Spiel Autor: Ken Grimwood Übersetzer: Norbert Stöbe Verlag: Heyne Originalausgabe: Replay Erscheinungsjahr: 1986 Seitenanzahl: 390
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