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M. T. Sullivan - Toxic PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
16.01.2008

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Thriller sind ja wieder unglaublich beliebt, zumindest die Bestsellerlisten zeigen das. Was liegt also näher, als im Büchergeschäft zum „Thriller des Jahres“ zu greifen? Denn zumindest das stand auf dem gelben Aufkleber auf Toxic. Leicht abziehbar war er, es blieb kaum etwas am Buch zurück. Und das läßt sich wohl genauso auf diesen Roman übertragen, denn diesen wird man schneller vergessen, als man ihn gelesen hat. Das muss ja nicht unbedingt nur negativ sein, unterhaltendes Popcornkino, würde man beim Film sagen.

San Diego muss die Heimat aller Klischees sein, denn dort beginnt die unheimliche Mordserie. Gefesselte Männer werden beim Sex von verschiedenen Schlangen gebissen, verenden und irgendwo bleibt eine kryptische Botschaft zurück. Teilweise biblisch und so fühlt man sich natürlich an „Sieben“ erinnert. Doch der Fall liegt hier etwas anders und unser Held, Seargent Moynihan, macht sich vor seinem achtundreißigsten Geburtstag an die Arbeit. Sein Vater, ebenfalls Polizist, starb bei einem Einsatz mit 38, womit das Alter schon eine besondere Bedeutung erhält. Er selbst wollte und sollte nie Polizist werden, wurde es natürlich doch, verletzte sich, Scheidung. Für seinen Sohn hat er zu wenig Zeit, weil für ihn sein Job an erster Stelle steht, seine Ex-Frau lebt nun mit Walter zusammen, der sich mit Schlangen auskennt. Ich habe lange keinen Roman gelesen, in dem so konsequent alle Klischees bemüht werden, die es gibt. Moynihan lebt auf einem Hausboot, wird später vom Dienst suspendiert und löst den Fall, in dem er ganz plötzlich einem 27. Jahre zurückliegenden Mord auf die Spur kommt. Der Verdächtigenkreis innerhalb des Romans ist ohnehin recht klein gehalten, und letztlich kommen wohl nur zwei Personen in Frage, von denen die eine viel zu offensichtlich wäre. Zu dem Ganzen werden noch etwas Religion, biblische Geheimnisse der „Frau Kains“ und ein Schlangenkult beigemengt.

Trotz all der Kritik hat dieses Buch aber auch starke Seiten, nämlich wenn Seitenhiebe gegen Serien wie CSI ausgeteilt werden oder die übertriebene Darstellung des Fernsehschlangenbändigers Mick Foster. Überhaupt wird das Vorgehen der Polizei teilweise recht gut geschildert, wie auch die Wirkung von Schlangenbissen und – giften am Körper. Dazu muss man einfach sagen, dass im Roman kaum Längen aufkommen, weil fast immer irgendwas passiert, von der Verfolgungsjagd über das obligatorische Techtelmechtel bis hin zur Ermittlung selbst. Außerdem ist das Ganze recht kurzweilig geschrieben, auch wenn Orte und Personen oft nur in längeren Aufzählungen dargestellt werden.

Mark T. Sullivan wurde in Boston geboren und arbeitet als Journalist. „Der Autor, Abenteuerfanatiker und streitbarer Künstler, lebt heute mit seiner Familie in Montana.“ Mal ehrlich, bei ihm klingt sogar die Personenbeschreibung nach Klischees, ein weiterer Roman von ihm ist „66095“.

Erster Satz:
„Der nackte Mann auf dem Bett lag im Sterben, und er hatte keine Ahnung, weshalb.“

Szene, S. 452:
„Alle Wunden heilen irgendwann.“
„Nein, Schwester“, erwiderte ich traurig. „Wenn ich etwas aus diesem Fall gelernt habe, dann, dass so etwas nicht heilt, es bildet nur Schorf.“

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass man dieses Buch lesen kann, wenn man einen recht spannenden und flotten Roman lesen möchte, man kann dabei auch eine Strichliste Klischee pro Seite führen, wenn man sich so noch nicht genug unterhalten fühlt. Ein Roman für die Bahnfahrt oder vielleicht für nebenbei, nicht schlecht – aber man braucht es eben auch nicht wirklich.

Titel: Toxic
Autor: Mark T. Sullivan
Übersetzer: Sonja Schuhmacher und Thomas Wollermann
Verlag: S. Fischer
Originalausgabe: The Serpent's Kiss
Erscheinungsjahr: 2003
Seitenanzahl: 460

5/10      

Bewertung
5,5/10
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