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Wenn eine Stadt im kollektiven Freudentaumel ist, weil die hiesige Mannschaft gewonnen hat oder gar aufgestiegen ist, dann können das noch die meisten nachvollziehen, kopfschüttelnd und lächelnd wird das quittiert – oder noch schlimmer, plötzlich ist jeder „Fan“, denn man sonnt sich ja gern im Erfolg. Und genau diese Leute sind es, die sich über einen lustig machen, wenn es mal gar nicht läuft, „na, haben sie wieder verloren – das wird doch nie was...“ Denn sie verstehen gar nicht, was es bedeutet Fan einer Mannschaft zu sein, mit ihr zu fiebern, wenn es drauf ankommt und zu trauern, wenn ein Abstieg droht oder ein sicher geglaubter Titel verloren ist. Dabei wäre verstehen so einfach – man müsste nur das Buch „Fever Pitch“ von Nick Hornby lesen.
„Fußballteams sind außerordentlich einfallsreich, wenn es darum geht, Wege zu finden, ihren Anhängern Kummer zu bereiten. Sie führen in Wembley und verschenken das Spiel letztlich; sie übernehmen die Tabellenspitze der ersten Division und dann geht ihnen abrupt die Luft aus; sie schaffen im schweren Auswärtsspiel ein Unentschieden und verlieren zu Haus das Wiederholungsspiel; [...] immer wenn du glaubst, dass du dich auf das Schlimmste, was passieren kann, eingestellt hast, lassen sie sich irgend etwas Neues einfallen.“
Einerseits geht es um das Erwachsenwerden, eine Art Gesellschaftsroman, das Leben in London, Musik, Schule, Arbeit, Freunde - aber eben hauptsächlich auch ein Roman über Arsenal, „seinen“ Fußballverein, sein erster Besuch im Stadion. Fandasein, mitfiebern. Tagebuchartig geht es von 1976 bis 1992 um die Erlebnisse des Erzählers, das Ganze ist so bildhaft geschrieben als wäre man mittendrin, statt nur dabei, und wie oft, wenn man ein Spiel des eigenen Teams besucht, denkt man an Sätze aus diesem Buch – das ist (leider) oft nur zu wahr. Hornby schreibt sehr witzig und unterhaltend, das liest sich alles sehr flüssig und man hat Fever Pitch sehr schnell durch – nicht ohne Anspruch, aber trotzdem nicht anstrengend - so etwas schaffen nicht so viele.
Es ist auch das bekannteste Buch des 1957 in Redhill, Großbritannien geborenen Autors Nick Hornby. Inzwischen wurde Fever Pitch bereits zwei mal verfilmt, einmal mit Fußball als Thema (1995, der Film ist aber eher enttäuschend, da das alles doch nicht annähernd so gut rüberkommt wie im Buch) und einmal über Baseball (2005).
Dieses Buch kann ich eigentlich jedem empfehlen, Fußballhassern sowie Fans, oder einfach jedem, der gern liest. Denn Fever Pitch ist toll geschrieben, die Charaktere wirken glaubhaft (eben autobiographisch), auch unabhängig von dem Thema allemal lesenswert und überhaupt: Ab zur Buchhandlung, und zwar schnell!
Titel: Fever Pitch (Ballfieber – Die Geschichte eines Fans) Autor: Nick Hornby Übersetzer: Marcus Geiss und Henning Stegelmann Verlag: Rogner & Bernhard GmbH &Co KG, Hamburg Originalausgabe: Fever Pitch Erscheinungsjahr: 1992 Seitenanzahl: 335
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