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N. Hornby - Slam PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
07.06.2008

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„Eigentlich lief alles gerade richtig gut. Ich würde sogar sagen, dass die Entwicklungen der letzten sechs Monate durchgängig positiv gewesen waren.“
Mit diesen Worten beginnt Hornby die Erzählung über den 15jährigen Sam und man wartet nun natürlich darauf, was passiert – ja, eigentlich, warum alles den Bach runter geht, denn danach klingt es.

Sam ist wie gesagt fünfzehn, also fast sechzehn, seine Mutter gerade 17 Jahre älter als er und somit immer noch jünger als Jennifer Aniston und seine Eltern sind geschieden. Und da ist Tony Hawk. Der Skater schlechthin. „Wenn man Tony Hawk nicht kennt, ist das so, als würde man  Robbie Williams nicht kennen, oder meinetwegen, Tony Blair. Es ist sogar im Grunde schlimmer, denn es gibt endlos viele Politiker, endlos viele Popstars [...]. Aber es gibt eigentlich nur einen Skater, und der heißt Tony Hawk.“

Wie man unschwer feststellen kann ist Tony Hawk also das große Vorbild von Sam. Der Junge kennt die Biographie des Skaters auswendig, sie ist sein Berater in allen Lebenslagen und er spricht mit seinem Tony Hawk Poster. Führt Gespräche damit über das skaten natürlich, über die Zukunft und über Beziehungen.

Sams Leben verläuft also gerade richtig gut, als er von seiner Mutter zu einer Party mitgenommen wird. Dort trifft er auf die sehr hübsche Alicia, die beiden gehen aus, haben Sex und während es für Sam anfängt langweilig zu werden und er sich von ihr trennen will, da stellt sich heraus dass sie Schwanger ist. Und Sam sieht sich plötzlich damit konfrontiert, Vater zu werden. Dieses Mal hilft die Autobiographie nicht so richtig weiter, aber das Poster versetzt Sam in eine Zukunft. In dieser ist der Sohn bereits geboren, Sam muss Windeln wechseln und wird quasi ins kalte Wasser geworfen. Er versucht das zu meistern, so gut es geht bis er endlich wieder aufwacht und beschließt, abzuhauen.

So zieht es ihn nach Hastings einen Ort, wo er mit seinen Eltern einen schönen Urlaub verbracht hatte. Hier will er Geld verdienen, dort, wo der Tourismus boomt... oder auch nicht. Zu der Zeit ist Hastings ein verlassener Ort, die Menschen kommen gerade so über Wasser und schließlich verdient er sich etwas Geld, in dem er einem boshaften alten Mann behilflich ist. Dieser bringt ihn nachts um vier dazu, seine Fernbedienung zu suchen, woraufhin Sam nach nur einem Tag Flucht darauf besinnt, zurückzukehren und sich seiner Verantwortung zu stellen.

Sams Mutter hat inzwischen einen neuen Mann gefunden und erwartet ihrerseits ein Kind, was dazu führt, dass in diesem Fall der Neffe älter ist als die Tante. Und das, wo sie sich gerade damit abfinden musste Oma zu werden, in einem Alter, wo sie jünger ist als Cameron Diaz – und Cameron Diaz hatte sie noch nie genannt.

 Ironisch und mit ständigem Augenzwinkern erzählt Nick Hornby hier eine Geschichte über das Erwachsen werden. Alicias Eltern, die gerne mal ins Fettnäpfchen treten, wenn sie so etwas sagen wie „von solchen Familien erwartet man ja gar nichts anderes“, die immer wiederkehrenden Gespräche mit Tony Hawk, lustige Dialoge – all das macht diesen Roman so lesenswert. Ich habe das nicht so oft, dass ich beim Lesen wirklich laut lachen muss, hier ist mir das einige Male passiert. Manchmal sind es nur einfache Sätze wie „He, Sam, jetzt weiß ich, was ich dich fragen wollte. Du kennst doch deine Mutter.“ oder Sams Kommentare zu Personen oder gerade gesagtem. Oder der Unterschied zwischen dem, was Sam denkt und was er dann tatsächlich sagt. Sehr gelungen!

Und bei allem kommt immer noch sehr gut und glaubhaft rüber, was Sam gerade denkt, wie er sich fühlt, seine Ängste, seine Hoffnungen und auch warum es manchmal nötig ist, mit Tony Hawk zu sprechen. Ein Berater in allen Lebenslagen, man muss es nur zu deuten wissen.

Sehr flott geschriebener, kurzweiliger Roman, der mich gut unterhalten hat. Genau die Art von Buch, die perfekt ist, um an einem schönen Sommertag im Park gelesen zu werden.

Titel: Slam
Autor: Nick Hornby
Übersetzer: Clara Drechsler / Harald Hellmann
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Originalausgabe: Slam
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenanzahl: 301

Bewertung
8/10
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