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R. D. Reynolds & B. Alvarez - The Death of WCW PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
02.06.2007

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Eigentlich hätte die WCW niemals untergehen können. Eine Wrestlingliga voller unglaublicher Talente und Legenden, mit Sendungen zur Prime Time und den Milliarden von Ted Turner im Hintergrund.
Wie hätte so etwas schief gehen können? Der Aufstieg gelang schnell. Hulk Hogan kam 1994 und 1995 ging man in den direkten Kampf gegen Vince McMahons WWF, die man in den folgenden Jahren Quotenmäßig ein ums andere Mal schlug. Die New World Order war eines der innovativsten Konzepte, die man in diesem Geschäft je sah und bis Ende 1998 setzte man Millionen um. Aber genauso schnell, wie der Aufstieg kam, ging es auch wieder bergab. Steil bergab, so dass die Liga Anfang 2001 von Vince McMahon für lächerliche 3 Millionen Dollar aufgekauft wurde. Wenige Jahre vorher bot Vince McMahon noch 500 Million Dollar, die ohne groß zu zögern abgelehnt wurden.

R.D. Reynolds, der Leiter der Wrestlecrap Webseite und Bryan Alvarez, Editor des Figur Four Weekly Wrestling Newsletter, versuchen zu erklären, was für das schnelle Aus verantwortlich war. Das Buch ist aufgeteilt in die verschiedenen Phasen von World Championship Wrestling. Wie sie aus einer Liga unter dem NWA Banner gegründet, dann von Ted Turner übernommen und von Eric Bischoff zum Erfolg gemacht wurde. Das Ganze wird recht schnell abgehandelt. Das Buch hat es nicht zum Ziel, die ganze Geschichte der Liga zu erzählen und so werden die Jahre bis 1997 auf gut 70 Seiten beschrieben.
Interessant wird es ab 1998, als man die größte amerikanische Wrestlingliga war. Die Fehler, die man hier machte, sorgten für das Aus, auch wenn man das noch nicht sah. Fehler wie das ignorieren von Talenten und das Setzen auf die nWo, aber auch die großen Egos von Hulk Hogan und Kevin Nash, die 10 Jahre an der Spitze bleiben wollten.
Wirklich absurd wird es dann ab 1999. Man holte sich Storyschreiber der WWF wie Vince Russo, gab ihnen die Vollmacht und heraus kam nur Schwachsinn, wie die Idee den Schauspieler David Arquette zum World Champion zu machen. Man ernannte Ric Flair zum Präsidenten der Liga (vor der Kamera) und steckte ihn dann storymäßig in eine Irrenanstalt, ohne das dies wirklich Sinn ergibt. Man ließ Wrestler wie Steve Austin, Mick Foley, Chris Jericho oder Chris Benoit gehen, weil man dachte, dass man mit denen kein Geld machen kann. Alle wurden später in der WWF zu gefeierten Stars, Steve Austin sogar zu dem Wrestler, der in den USA das meiste Geld aller Zeiten einbrachte.
In größter Not verpflichtete man Musiker wie Chad Brock, Master P., Megadeth und Kiss, um sie in den Shows auftreten zu lassen. Man verschwendete daran mehrere Millionen, ohne dass es auch nur einen Fan interessierte.
Auch wurden irrsinnige Fehler gemacht. Meist wusste man erst am betreffenden Tag selbst, wie die Show abläuft, manchmal wurde die Show auch geschrieben, als sie schon live im Fernsehen lief. Man warb für Nitro und wies darauf hin, das die Sendung Montag läuft, machte das Ganze aber in einer Zeitung, die am Mittwoch darauf erst erschien und schaffte es sogar noch, bei einer komplett ausverkauften Tour durch Australien Verluste zu machen.

Das Buch ist extrem unterhaltsam geschrieben, man muss über die Dummheit der Betreiber der Liga lachen, manchmal ist es aber auch einfach nur unbegreiflich, was hinter den Kulissen abging und wie man es schaffen konnte, 60 Millionen Dollar in einem Quartal zu verlieren.
Es endet mit dem Aufkauf der Liga. Die WWF (Heute WWE) hatte die Chance eine der größten und genialsten Storylines aller Zeiten aufzubauen: WWF vs. WCW, als später noch die ECW hinzukam, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Auf Jahre hinaus hatte man Traummatches, mit denen man PPVs in Millionenhöhe verkaufen konnte. Aber an der WCW haftete wohl das Pech, denn auch die Vince McMahon sah sich nicht im Stande mit dieser Liga etwas anzufangen und setzte die ganze Storyline auf extremste Weise in den Sand.
Das Buch ist ein absolutes Muss für jeden, der damals die WCW verfolgt hat.

Titel: Wrestlecrap and Figure Four Weekly present The Death of WCW
Autor: R.D. Reynolds and Bryan Alvarez
Verlag: ECW Press
Erscheinungsjahr: 2004
Seitenanzahl: 335 (+ 16 Fotoseiten)

Bewertung
9,5/10
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