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S. King - The Stand PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
17.09.2007

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Wenn geheimniskrämerische Militärfieslinge mit Biowaffen experimentieren, sollte man aufpassen. Wenn dabei etwas schief geht, ist von dem Moment an alles anders, und wenn, wie hier, nur einer das abgeriegelte Gelände verlässt, zieht sich das Ganze quer durch die USA und über Tage und Wochen breitet Captain Trips wie ein Dominoeffekt seine tödliche Gefahr aus und rafft die ganze Menschheit hin.
Natürlich nicht die ganze Menschheit, denn sonst wäre der Roman auch recht schnell zu Ende gewesen. Menschen sterben, Städte fallen ihm zum Opfer und stehen leer, Autos bleiben, wo sie sind, an Ampeln, in Tunnels, als hätte jemand die Zeit angehalten -  und nur einige Tausend Menschen haben warum auch immer überlebt und sind immun. Und erleben die Endzeit.

Diese Überlebenden ziehen nun quer durch die USA, ein Teil hat Visionen, von einer alten Frau, die gläubige Mutter Abigail – und so folgen sie ihr nach Nebraska, während andere an einen geheimnisvollen Mann denken müssen – dunkel gekleidet nennt er sich Randall Flagg. Und, es mag sicher sehr überraschend sein: Bei Flagg in Las Vegas treffen sich die Bösen, bei Mutter Abigail die Guten und manchmal kann das alles eben so einfach sein. Schlussendlich kommt es zu einem furiosen Finale, zum letzten Gefecht.

Von Anfang an ist diese Geschichte sehr episch angelegt, das beweist auch der Umfang von über 1000 Seiten (es gibt noch eine um etwa 200 Seiten kürzere Version). An sich erscheint die Geschichte so klar und einfach, doch nicht jeder bei Mutter Abigail hat nur gute Absichten, viele sind eher vom Eigennutz getrieben, oder es ist eine art Selbsterhaltungstrieb. Und so beschäftigt sich auch ein Teil des Buches mit den Menschen selbst – und einer Art „Demokratie“, die sie ins Leben rufen und in ellenlangen Abstimmungen wählen. Entscheide für dies und jenes – und genau dieser Teil des Buches zieht sich ganz schön hin.
Aber der apokalyptische Anfang ist schon unglaublich gut geschrieben - und dann Kapitel 23: Der erste Auftritt von Randall Flagg ist vielleicht das genialste Kapitel, das King überhaupt geschrieben hat. „Randall Flagg, der dunkle Mann, ging auf der US 51 nach Süden...“ - großartig, früher wollte ich das sogar mal auswendig lernen, weil mir das so gut gefallen hat.
Dazu dann ein Finale, das genau so zu diesem Buch passt und das letzte Gefecht zu Ende führt, dazwischen jede Menge interessanter Charaktere wie der Mülleimermann. So schwankt das Buch auch von beklemmend (Anfang), langweilig (Mitte) bis geradezu phantastisch übertrieben (Ende). Fesselnd ist es fast immer.

Stephen King muss man ja nun niemandem mehr vorstellen, seine Bücher sind bekannt und gehören größtenteils dem Horrorgenre an. Und es gibt wirklich immense Qualitätsschwankungen – wenn jemand Werke, wie es, sie, Shining oder The Stand schreiben kann – wieso merkt man da nicht selbst, dass man mit Der Buick oder Duddits richtigen Müll fabriziert hat?

Sei es drum. Hier geht es um The Stand – Das letzte Gefecht und das ist eines der besten King Bücher, absolut lesenswert und Abzüge gibt es nur für einige Längen in der Mitte, wo man sich teilweise etwas durchquälen muss.

Titel: The Stand – Das letzte Gefecht
Autor: Stephen King
Übersetzer: Joachim Körber
Verlag: Heyne
Originalausgabe: The Stand
Erscheinungsjahr: 1978 bzw. 1990 (erweiterte Fassung)
Seitenanzahl: 1199

Bewertung
8/10
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