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S. L. Kent - The Ultimate History of Video Games PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
02.05.2009

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The Ultimate History of Video Games ist natürlich ein sehr vollmundiger Titel für ein Buch. Zumal die Geschichte der Videospiele einige Jahrzehnte umfasst.
Hat man sich durch das Vorwort von Peter Molyneux und jenes von Kent sowie einer recht ausführlichen Zeitlinie gekämpft, landet man im ersten von 30 Kapiteln.
Hier geht es erst mal um Pinballs, wie sie entstanden sind und wie sie in vielen Staaten verboten wurden. Was das mit Videospielen zu tun hat? So einiges, wie man erfährt, denn wie auch Pinballs hatten es Videospielautomaten in den USA erst mal recht schwer und Pinballtechnik wurde durchaus in einige Automaten der 70er eingebaut.

In den 60ern fing die Videospielwelt dann richtig an zu entstehen. Aber natürlich wurde erst mit Atari alles so richtig groß. Nolan Bushnell gründete das Unternehmen und Pong kam auf den Markt. Die 70er und frühen 80er bekommen den meisten Platz in diesem Buch. Fast die Hälfte davon befasst sich mit dem Aufstieg und Fall der Arcadespiele, dem Aufstieg und Fall Ataris und dem Aufstieg Nintendos, sowie der Gründung bekannter Unternehmen wie Electronic Arts oder Activision. Man merkt also, wo der Hauptfokus von Kent liegt: Am Anfang. Sein Schreibstil erinnert auch zum Glück weniger an eine trockene Enzyklopädie, sondern hat schon fast mehr was von einem Roman, eine Geschichte, die immer wieder von unzähligen Interviewschnipseln der Größen der Videospielindustrie unterbrochen werden. Kent hat es geschafft, die größten Leute für Interviews zu gewinnen. Von Ralph Baer und Nolan Bushnell zu Al Alcorn, Tom Zito und Manny Gerard und natürlich den zahlreichen japanischen Entwicklern wie Shigeru Miyamoto oder Yuji Naka.
Sehr unterhaltsam wird vor allem vom Leben innerhalb Ataris geschrieben, wo das ganze weniger eine Arbeit als viel mehr eine fortlaufende Party war – was sich änderte als Atari von Warner aufgekauft wurde und Bushnell entlassen wurde (Der dann mit der Gründung der Chuck E. Cheese Pizzakette sowie als Fahrer bei Bootrennen in völlig andere Bereiche einstieg)
Interessant ist vor allem ein sehr langes Kapitel, das sich nur mit den bekanntesten Klagen beschäftigte. Nintendo vs. Galoob ist wohl die bekannteste, eine wesentlich witzigere ist aber jene als Atari Activision verklagte – Atari wollte nicht, das ein anderes Unternehmen Spiele auf ihrer Konsole veröffentlicht. Ebenso interessant, sind die ganzen Klagen wegen zu ähnlicher Spiele, auch dies ist heutzutage wohl undenkbar.

Ein weiterer großer Teil des Buches beschäftigt sich mit der 16-Bit Ära. Sega regierte mit dem Genesis, Nintendo kämpfte mit dem SNES dagegen an, das Turbografx spielte schon keine größere Rolle mehr. Mitten in diesem Themengebiet gibt es dann noch ein Kapitel rund um die aufkommende Diskussion um gewalttätige Spiele und hierbei natürlich vor allem Mortal Kombat und Night Trap.

Bis hierhin ist das Buch sehr interessant und umfangreich. Kritisieren könnte man wohl höchstens, das einige Konsolen nur am Rande erwähnt werden. Das Neo Geo gar nur mit 2 knappen Zeilen. Etwas schade, denn auch wenn das Neo Geo nie ein großer kommerzieller Erfolg war, war es doch ein sehr revolutionäres System.

Selbst dem PC wird mehr Platz gewidmet und es wird erklärt, wie dieser plötzlich das Konsolengeschäft bedrohte.

Die restlichen Jahre werden dann eher recht schnell abgehandelt. Hier merkt man, dass der Autor nicht allzu interessiert an der Playstation ist und es liegt wohl auch daran, das Ken Kutaragi zu keinem Interview mit ihm bereit war und so einfach die eingestreuten Kommentare der Macher fehlen.
Das Buch endet im Jahr 2001. Die Playstation 2 ist neu auf dem Markt, Sega zog sich immer mehr zurück und mit dem Gamecube und der Xbox kündigten sich neue Konsolen an.

The Ultimate History of Video Games ist vielleicht nicht so ganz ultimativ wie erhofft (Der Titel war aber auch eine Idee der Verleger und weniger des Autors der das Buch schlicht „First Quarter“ nennen wollte).
Natürlich wird zu 98% auch nur über die USA gesprochen. Was in Japan vorging wird nur am Rand erwähnt und Europa wird fast komplett ignoriert, was aber nicht weiter schlimm ist.

Insgesamt ist es doch ein sehr unterhaltsames und gut geschriebenes Buch, das dem Leser viel Hintergrundwissen und viele kleine Anekdoten eben vor allem aus der „Golden Era“ und der 16-Bit Zeit liefert. Für Videospielefans auf jeden Fall ein echter Muss.

Titel: The Ultimate History of Video Games – From Pong to Pokémon and beyond…
Autor: Steven L. Kent
Verlag: Three Rivers Press
Erscheinungsjahr: 2001
Seitenanzahl: 624

Bewertung
9,5/10
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