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Slash & A. Bozza - Slash PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
02.08.2008

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So ein bisschen wundert es mich schon, dass mehr und mehr noch lebende Musiker Biographien auf dem Markt werfen. Denn eigentlich macht so etwas erst Sinn, wenn ihr Leben vorbei ist. So ist es auch mit Slash, der ist gerade mal 42, hat aber jetzt seine Biographie auf den Markt gebracht und diese füllt gute 480 Seiten. Er hat viel zu erzählen.

Slash ist eigentlich das lebende Rockstarklischee. Geld, Drogen, Sex, der schnelle Aufstieg, ein tiefer Fall – der allerdings gestoppt und mit einem erneuten Aufstieg aufgefangen wurde. Über sein exzessives Leben wurde vor allem während seiner Zeit bei Guns n’ Roses berichtet. Während dieser Zeit war er auch mal für 8 Minuten tot.
Aber auch schon vor dieser Band war er alles andere als ein guter Mensch.
Das Buch fängt natürlich mit seiner Kindheit an und seinen ersten Jahren in England, ehe es ihn nach Los Angeles verschlug. Die ersten 100 Seiten drehen sich um die Zeit vor Guns n’ Roses. Seine Schulzeit, seine ersten Bands und wie er überhaupt dazu kam, Gitarre zu spielen. Schon hier wundert man sich, wie es Slash schaffte, überhaupt noch zu leben oder wenigstens nicht im Gefängnis zu sitzen. Drogen und Diebstahl bestimmten schon zu dieser Zeit sein Leben. Es ist schon unglaublich und trotzdem zu keiner Sekunde unglaubwürdig, da Slash auch viel über das Los Angeles zu dieser Zeit schreibt und das scheint die absolute Drogenhölle gewesen zu sein. Generell nimmt Slash kein Blatt vor den Mund. Akribisch berichtet er darüber, was er nahm, wo er es nahm und wohin ihn die Drogen führten. Auch seine zahlreichen Affären und Seitensprünge finde Erwähnung.

Dann geht es zu Guns n’ Roses. Slash war ja nicht Gründungsmitglied, wie er zu der Band kam, wird natürlich genauso erzählt, wie die ersten Gigs und die Aufnahmen zu Appetite for Destruction. Natürlich ist dieser Teil des Buches der interessanteste. Der schnelle Aufstieg, die Selbstzerstörung und das Ende. Das Ganze nimmt fast 300 Seiten ein, zwischendrin wird natürlich noch das erste Slash’s Snakepit Album behandelt, sowie seine zahlreichen Auftritte als Gastmusiker für Lanny Kravitz, Michael Jackson und andere.
Das kommt wohl einer offiziellen Guns n’ Roses Biographie am nächsten, auch wenn natürlich alles rein aus der  Sicht von Slash geschrieben ist und er mehr als einmal betont, dass die anderen Musiker einige Dinge wohl anders sehen würden.
Was mich an diesem Teil ein wenig stört, ist, dass es etwas unpersönlich abläuft. Man erfährt nicht, was Slashs Gedanken zum plötzlichen Erfolg des Debütalbums waren, man erfährt nicht seine Gedanken über Songs wie One in a Million oder My World, was mich zumindest schon interessiert hätte.

Nach Slashs Ausstieg bei Guns n’ Roses 1996 gibt es mit ihm rapide bergab und er verlor sich mal wieder in Drogen. Generell fragt man sich, warum er überhaupt noch Drogen nahm. Jahre vorher war er für 8 Minuten klinisch tot und mehr als einmal erwähnt er, dass er froh war (kurzzeitig) von den Drogen weg zu sein. Aber immer wieder rutschte er rein, bis er in ein Koma fiel, einen Herzschrittmacher eingesetzt bekam und die Ärzte ihm noch maximal 6 Monate zu leben gaben. Hier wird das Buch dann doch etwas persönlicher.
Was mich auch überrascht hat, war, dass er sich über GN’R und vor allem Axl sehr neutral in dem Buch äußert und nicht, wie vermutet, über ihn herzieht. Dafür tut er dies über seine 2. Inkarnation von Slash’s Snakepit.

Der letzte Teil, das sind ungefähr 40 Seiten, dreht sich dann um Velvet Revolver. Das Thema wird recht schnell abgehandelt, mit der Sängersuche, die sich ewig zog, den Aufnahmen zu Contraband, der Tour und Libertad wird nur am Ende kurz erwähnt. Hier hätte ich erwartet, dass er sich zumindest noch zu den enttäuschenden Verkaufszahlen äußert.

Insgesamt liest sich das Buch sehr unterhaltsam, trotzdem haben sich einige Fehler eingeschlichen, die man als Fan natürlich sofort enttarnt. Dass er nicht in Stoke-on-Trent geboren wurde, sondern in Hampstead ist noch verzeihlich, da er in erstgenannter Stadt wohl wesentlich mehr Zeit verbrachte und dies vielleicht einfach eher als seinen Heimatort sieht.
Dass einige Daten nicht so ganz stimmen und so das Releasedatum von Lies z.B. als 30. angegeben wird, wenn es am 29. herauskam ist verzeihlich. Solche Fehler passieren, gerade bei solch einem umfangreichen Buch.
Weniger verzeihlich sind offensichtliche Dinge, die einfach irgendwie nicht stimmen können. Beim St. Louis Riot, den es als Pro-Shoot im Internet gibt, sieht man eindeutig, dass die restliche Band wenige Sekunden nach Axl die Bühne verlässt. Im Buch stellt es Slash allerdings so dar, als hätte die Band einige Minuten weiter gespielt, während Slash mit einem Manager sprach, ob Axl denn noch mal auf die Bühne kam. Das kann einfach nicht stimmen, außer die Konzertaufnahme war editiert.
Allerdings gibt es solche Fehler in jedem Buch, in jeder Biographie und die wahre Geschichte von Guns n’ Roses wird wohl nie jemand erzählen können.
Für Fans ist das Buch also auf jeden Fall eine Empfehlung.

Bewertung
8/10
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