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Nachdem Tom Clancy 1984 mit seinem ersten Buch Hunt for Red October direkt einen Bestseller landete, veröffentlichte er schon 2 Jahre später sein nächstes Buch. Red Storm Rising (der langweilige deutsche Titel ist „Im Sturm“) ist unter all den Romanen, die Clancy mittlerweile veröffentlicht hat, immer noch ein kleines Kuriosum. Denn es ist eines von nur 2 „Hauptromanen“, die nicht im sogenannten „Ryanverse“, also rund um die Hauptfigur Jack Ryan angesiedelt sind. Begeben wir uns zurück in die 80er Jahre, als der Warschauer Parkt ebenso noch existierte, wie die Mauer die Deutschland teilte. Der kalte Krieg tobte und Russland mochte niemand. Auch nicht ein paar islamische Terroristen aus Aserbaidschan, die eines Nachts auf das größte russische Ölfeld in Sibirien schleichen. Die paar Wachen und Angestellte, die sich dort noch aufhalten, werden gekonnt ausgeschaltet und mit einer riesigen Explosion wird nicht nur das Ölfeld und die Anlagen zerstört, sondern auch Russland an den Rand des Ruins gedrängt. Der Aufbau der Anlage würde Jahre dauern und der Wirtschaft größten Schaden zufügen. Die Russen stehen nun vor der Wahl, das sie den Westen um Hilfe anbetteln, was aber abgetan wird. Man will sich ja nicht lächerlich machen und Schwäche zeigen. Deshalb planen die Russen einen kühnen Plan. Sie wollen die persischen Ölfelder erobern, wissen aber, dass dies als Angriff gegen die USA gewertet wird und sowohl diese als auch die NATO auf den Plan rufen würden. So erweitern sie den Plan und inszenieren ein Bombenattack auf das Politbüro des Kremls, wo sich ganz zufällig auch noch Kinder aufhalten. Das Ganze schiebt man Deutschland in die Schuhe und hat so einen „guten Grund“ für einen Angriff auf die BRD. So kann man die NATO ablenken und sich zum persischen Golf aufmachen. Natürlich bricht so schnell der 3. Weltkrieg aus und nur durch einen puren Zufall gerät die NATO an Hinweise, dass die Russen einen Angriff planen und können ein paar Gegenmaßnahmen einleiten. Die Russen allerdings werden in diesem Buch mal nicht als dumme Vodkasäufer (sondern nur als Vodkasäufer) dargestellt und haben ihrerseits einige Trümpfe in der Hand. So starten sie einen Angriff auf Island, wo sich ein NATO-Stützpunkt befindet. Dank taktischer List, gelingt es, die Insel einzunehmen. Sie ist ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen den USA und Europa. Währenddessen rollen Panzer durch Deutschland und U-Boote machen sich im Atlantik breit. Oben bereits erwähnt, ist das Buch auch in dieser Hinsicht kurios, denn anders als in den meisten Büchern Clancys spielen die Spezialeinheiten wie Navy SEALS, GSG9, SAS, Spetsnaz usw. nur eine sehr kleine Rolle bzw. werden, wie im Fall der Navy SEALS gar nicht erst erwähnt. Stattdessen konzentriert man sich in erster Linie auf die Panzerkriege zwischen Alfeld und Bremen und den Seekrieg im Atlantik. Das wird natürlich wie gewohnt extrem detailliert dargestellt. Von der Funktionsweise einzelner Raketen bis hin zu taktischen Plänen, wird kein Detail ausgelassen. Das alles ist auch sehr akkurat und realistisch wiedergegeben. Als kleinen Nebenplot gibt es noch eine Gruppe Soldaten auf Island. First Lieutenant Michael D. Edwards ist eigentlich nur Meteorologe, konnte aber zusammen mit ein paar anderen Soldaten den russischen Angriffen entkommen. In der Folge streifen sie, angetrieben von Befehlen, über die Insel und versuchen jedem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Das klappt, bis sie auf einen Bauernhof gelangen, auf welchem eine russische Truppe gerade ein Massaker anrichtet. Dies ist das einzige Mal, das diese Truppe die „Helden“ spielen dürfen, ansonsten tun sie alles um nicht entdeckt zu werden. Dieser Subplot wird auch noch für eine, dann doch etwas aufgesetzt wirkende Liebesgeschichte verwendet. Obwohl ansonsten eindeutig der Krieg im Mittelpunkt steht und gar nicht erst erwähnt wird, was etwa mit der Zivilbevölkerung Deutschlands passiert oder welche Auswirkungen der Krieg sonst hat, ist das Buch enorm spannend geschrieben. US Patriotismus ist zwar vorhanden (das ist ja typisch für Clancy) aber wenigstens werden die Russen nicht als Primitivlinge dargestellt, was sich vor allem am Ende schön zeigt. Trotzdem wäre es nett gewesen, zumindest mit einigen Sätzen zu umschreiben, was so in den Städten vor sich geht. Red Storm Rising hat mich sehr gut unterhalten, man sollte allerdings eben schon ein Interesse an Militär, Waffen, Technik und strategischer Kampfführung haben, ansonsten wird das Buch wohl eher langweilen. Auch ist es ein guter Einstiegspunkt in die Romane von Tom Clancy, da es eben alleine steht und nicht dem Ryanverse angehört.
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