Home arrow Bücher arrow T. Sharpe - Puppenmord 11 Februar 2012  
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T. Sharpe - Puppenmord PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
11.09.2007

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Henry Wilt ist Berufsschullehrer und wäre das nicht schon öde genug, so lehrt er Allgemeinbildung. An sich nicht unwichtig, nur interessiert es weder seine Schüler wirklich, noch wird er im Kollegium als gleichwertiger Lehrer anerkannt. Und immer wenn es um Beförderungen geht, steht er hinten an, trotz seiner 10 Jahre, die er dabei ist.
Seine Frau hat immer zwei Arten von Tagen. Die, an denen alles wie geplant klappt, oder jene, an denen - wenn auch nur Kleinigkeiten - etwas schiefgeht und die Laune sofort im Keller ist. Launen und Phasen könnte man es auch nennen, wenn sie versucht, irgendwelchen Trends nachzulaufen, sie halbgares esoterisches Gelaber aufschnappt und ihr Leben danach richtet und von hier auf jetzt völlig umstellt.
Kurzum, Henry Wilt hat es nicht leicht, und wenn er mal wieder nach Hause kommt, seine Beförderung gerade abgelehnt wurde und seine Frau mit irgendeinem Quatsch nervt, ja, dann ist es wieder so weit. Der Hund wird Gassi geführt und nebenbei davon geträumt, wie schön das Leben ohne seine Frau wäre. Wenn er nur wüsste, wie er sie los wird...

Als sie ihn nun überredet, bei Freunden eine Party zu feiern, macht sich die Gastgeberin an Henry heran, doch dieser weißt sie ab. Stunden später erwacht er. Nackt, an einer aufblasbaren Gummipuppe. Er ahnt nicht was geschehen ist, und sowohl seine Frau, als auch Gastgeber und sämtliche Gäste sind verschwunden.
Und so entscheidet Henry Wilt mal Dampf abzulassen, mit einigen Schwierigkeiten entledigt er sich zunächst der Puppe, zieht ihr die Kleider seiner Frau an und wirft sie symbolisch in eine Baugrube bei seiner Schule. Da jedoch seine Frau nicht wieder auftaucht, steht er so ganz plötzlich unter Mordverdacht und die Situation scheint aussichtslos, zumal Inspektor Flint seine Chance wittert, einen Mörder dingfest zu machen...

Tom Sharpe wurde in London geboren, und Puppenmord, das inzwischen auch verfilmt wurde (1989), ist wohl sein bekanntestes Buch. Mit „Trabbel für Henry“ und „Henry dreht auf“ gibt es sogar zwei Fortsetzungen, die aber nicht an diesen hier vorliegenden Roman herankommen.

Im Prinzip geht es bei Puppenmord darum, dass hier aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird, Polizisten, die praktisch nichts gegen Wilt in der Hand haben verhören ihn tagelang. Aber wirkliche Beweise gibt es nicht, auch wenn zunächst alles gegen ihn spricht.
Das Szenario ist skurril und alles andere als ein normaler Krimi – also: überdreht und witzig?
Ja, schon, aber teilweise ist das auch zu sehr übertrieben. Gerade der Anfang hat noch viel Spaß gemacht, auch gesellschaftskritische Züge in Nebensätzen, wo man so das Gefühl hat Allgemeinbildung ist unwichtig, nur noch Spezialisten sind gefragt. Und überhaupt haben die Charaktere auch viele Eigenschaften, wie Gleichgültigkeit, Dinge zwanghaft verändern wollen usw., die man Tag für Tag beobachten kann.

Aber gerade das letzte Drittel zieht sich doch arg, und ich bin nicht wirklich sicher, ob man das lesen muss. Mein Tipp ist hier also ausnahmsweise Mal: Schaut euch das als Film an und lasst das Buch im Regal. Denn als Film kann das mehr überzeugen als der Roman.
Für den gelungenen Anfang, die witzigen Ideen und weil es zumindest größtenteils recht flott geschrieben ist, gibt es aber immerhin noch verdiente

Titel: Puppenmord oder Bis dass ihr Tod ihn scheidet
Autor: Tom Sharpe
Übersetzer: Benjamin Schwarz
Verlag: Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek
Originalausgabe: Wilt
Erscheinungsjahr: 1976
Seitenanzahl: 235

Bewertung
6,5/10
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Letzte Aktualisierung ( 11.09.2007 )
 
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