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W. S. Maugham - Der Magier PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
27.05.2006

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Haddo ist groß, unheimlich und ein zwielichtiger Magier. Und nebenbei noch eine sehr interessante Figur in einem Roman, der als Milieustudie des Paris von 1900 beginnt und fast als klassische unheimliche Geschichte endet.

Aber der Reihe nach – alles fängt ganz harmlos an, ein Arzt, Arthur wird demnächst seine Verlobte, die natürlich wunderschöne Künstlerin, Margaret heiraten. Mitten in die Vorbereitungen platzt Haddo. Haddo ist groß, unheimlich und setzt sich ständig in Szene, denn er ist sowohl abstoßend, als auch faszinierend, besonders für die Frauenwelt, und er weiß es, Geschichten zu erzählen. So kommt es nach einiger Zeit, wie es kommen muss, es beginnt eine Art Dreiecksbeziehung, in der Margaret zunächst hin und hergerissen ist zwischen beiden Männern. Schließlich folgt sie Haddo und somit ihrer Hörigkeit an einen anderen Ort, doch dieser braucht sie letztlich nur, um... Aber das soll hier natürlich nicht verraten werden.

Das Buch trägt den Untertitel „Ein parapsychologischer Roman“ sicher nicht zu unrecht, so rational und glaubhaft zu Beginn das Sittengemälde des Paris von 1900 gezeichnet wird, gerade auch in den sehr gut beschriebenen Charakteren, so kommt durch die Figur des Oliver Haddo eben doch ein Element in die Geschichte, dass das Reale übersteigt. Denn im Gegensatz zu Aleister Crowley, einem „echten“ Okkultisten, den Somerset Maugham gekannt und dem er das Vorwort gewidmet hat, verfügt der diesem nachempfundene Haddo anscheinend wirklich über magische, unerklärbare Fähigkeiten, die das Mysterium um seine Person nur noch mehr schüren. Und so tauchen in der Milieustudie nach und nach gruselige, nicht erklärbare Elemente auf, letztlich versucht Arthur seine Angebetete aus den Fängen des Haddo zu befreien und es kommt zum Showdown...

Somerset Maughams Roman erschien 1908. Ihn selbst könnte man als Bestsellerautor bezeichnen, der bereits vor seinem Tod etwa 10 Millionen Bücher verkauft hatte, aber große literarische Anerkennung blieb ihm dennoch verwehrt.

Mir hat der Roman sehr gefallen, Somerset Maugham kann einfach toll erzählen und gerade diese okkult – mysteriösen Elemente haben mir sehr viel Spaß gemacht.
Wenn man sich darauf einlässt bekommt man ein spannendes Buch mit hervorragend skizzierten Charakteren, auch sprachlich ist das alles sehr ordentlich. Aber gerade diese „magischen Kräfte“ können auch sehr störend, wenn man eben vollkommen erklärbare Bücher sucht. So man es noch in der SZ – Bibliothek findet, erhält man es für 4,90 als Hardcover, viel kann man da also nicht falsch machen.

Titel: Der Magier - Ein parapsychologischer Roman
Autor: William Somerset Maugham
Übersetzer: Melanie Steinmetz und Ute Haffmanns (aus dem Engl.)
Verlag: SZ - Bibliothek
Originalausgabe: The Magician
Erscheinungsjahr: 1908
Seitenanzahl: 267

Bewertung
8/10
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Letzte Aktualisierung ( 25.02.2007 )
 
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