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Kingdom of Desire
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Geschrieben von ShadowAngel   
08.03.2008

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Es ist schon beeindruckend, wie ein Spiel, das an sich ein völlig simples Spielprinzip hat, nur durch Grafik und Sound zu etwas besonderem gemacht werden kann.
Rez ist so ein Fall, denn an sich ist es nicht mehr als ein simpler Railshooter. Eine Figur fliegt durch eine Landschaft, automatisch gesteuert hat der Spieler eigentlich nur noch die Aufgabe auftauchende Feinde abzuschießen. An sich ein Spielprinzip, das vor allem in der Spielhalle gut klappt, da man dort nicht sonderlich lange spielt. Man denke an Virtua Cop.

Eine Handlung wird auch erzählt. Es geht um ein Computernetzwerk genannt K-Project. Dessen intelligente CPU Eden ist lernfähig und durch all die Daten, die sie gesammelt hat, zweifelt sie an ihrem Existenzsinn und schaltet sich deshalb gleich mal ab. Das sorgt natürlich für Chaos in der Welt und das K-Project wird sofort von Viren und Trojanern angefallen. Ein Hacker wird eingeschleust, der Eden dazu bringen soll die Arbeit wieder aufzunehmen. Diese hat nun nicht sonderlich viel Lust drauf und ist eh von Viren zerfressen, die erstmal beseitigt gehören.

Die Handlung erinnert ein wenig an Tron und so erinnert auch die Grafik, bestehend aus Vektor- und Cel Shading, ein wenig an diesen Film. Die Darstellung ist recht abstrakt. Linienlandschaften bilden das Hauptaugenmerk während im Hintergrund meist noch normale Grafiken sind, etwa Drachen oder ägyptische, griechische oder einfach mythisch aussehende  Artworks. Inspiriert wurde das Ganze vom russischen Maler Wassily Kadinsky. Das Spiel ist absolut nichts für Menschen, die unter Epilepsie leiden, denn die Vektorteile der Grafik und dazu gehört auch die Schrift, flimmern sehr stark. Das ist aber auch beabsichtigt, entsteht so eben der Eindruck, dass die Landschaften Laserprojektionen sind. Auf jeden Fall ist das Spiel grafisch gleichermaßen abstrakt wie beeindruckend.

Der zweitwichtigste Bestandteil des Spiels ist die Musik. Techno- und Trancemusik von mir unbekannten Künstlern wie Ken Ishii, Oval und Keiichi Sugiyama. Das besondere daran ist, dass die Musik nicht nur im Hintergrund vor sich hin dudelt. Nein, der Spieler steuert die Musik und das über die Waffenfunktionen. Feuert man seine Waffe ab, wird das von einem Drumbeat untermalt, der zum Song passt. Bei jedem Song klingt das anders und es klingt vor allem dann richtig gut, wenn man das Spiel richtig beherrscht und alle Gegner mit nur einem Schuss vernichtet bzw. möglichst selten daneben schießt. Hierbei empfiehlt es sich absolut die Dreamcast an eine Stereoanlage oder am besten gleich ein ordentliches Audiosystem anzuschließen, denn die billigen Lautsprecher der Fernseher werden dem Ganzen absolut nicht gerecht. Die Musik ist hier so essentiell wichtig wie bei nur wenigen anderen Spielen.

Das Spielprinzip ist dagegen recht simpel. Man fliegt durch die Level und es tauchen zahlreiche Gegner auf. Diese haben die Form von Flugzeugen, Schiffen oder einfach nur abstrakten Gebilden. Mit dem großen Fadenkreuz zielt man auf sie, dann wird ein automatischer Lock-on ausgeführt und man muss nur noch die Feuertaste drücken und das Projektil fliegt auf den Feind. Ein Treffer reicht für die normalen Gegner, aber die großen Kampfschiffe haben beispielsweise mehrere Trefferzonen, die zerstört gehören. Neben der normalen Waffe hat man noch den Overdrive, eben die Smartbomb, die eigentlich jeder Shooter bietet. Die beseitigt sofort alles auf dem Bildschirm bzw. fügt den Endgegnern immensen Schaden zu. Aber natürlich ist diese limitiert, man darf immer nur maximal vier Overdrives auf einmal besitzen.
Neben den roten Orbs, die man abschießt um eben jenen Overdrive zu bekommen, gibt es auch noch blaue, die man für das Aufleveln braucht. Hat man 8 von ihnen gesammelt steigt man einen Rang auf. Die Waffe wird stärker und man ist erstmal vor dem Game Over geschützt. Jeder Treffer bedeutet den Verlust eines Auflevelpunktes und man kann so natürlich Level verlieren. Hat man alle Level verloren ist das Spiel vorbei. Visualisiert wird das auch durch die Spielfigur. Diese ähnelt in den hohen Level einem Menschen, auf dem niedrigsten ist es nur noch eine kleine Kugel.

Am Ende jeder der vier Stages wartet ein Endgegner. Diese sind nach Planeten benannt, der erste ist die Erde und der ist noch recht einfach zu besiegen. Dieser ist eine Kugel, durch Platten geschützt, die man wegschießen muss, erst dann sieht man die eigentlichen Trefferzonen die diesem Boss Schaden zufügen. Dieser Kampf ist noch recht einfach. Im späteren Verlauf werden die Endbosse aber eine richtige Herausforderung, schon der zweite, Mars, ist recht heftig Hat man alle vier Level durch, kommt der letzte und man steht am Ende Eden gegenüber. Der Schwierigkeitsgrad des letzten Levels passt sich daran an, wie gut man in den vorigen Stages war. Hat man eine schlechte Trefferquote und outet sich als Anfänger ist dieser Level etwas einfacher, als wenn man als absoluter Profi durchgerast ist. Dadurch ist das Spiel auch beim zweiten oder dritten Mal spielen interessant und herausfordernd. Diese letzte Stage übertrifft alle anderen zuvor um ein vielfaches. Visuell erlebt man plötzlich einen grafischen Overkill, ganz anders als die eher simplen Vektorgrafiken zuvor. Auch wird man von Eden mit Texten bombardiert, der Frage nach dem Sinn des Lebens oder wer man ist. Es ist mir tatsächlich passiert, dass ich erstmal so erstaunt von dem Ganzen war, dass ich das Spiel völlig vergessen habe – und schon hieß es Game Over.

Erst wenn man das Spiel zu 100%, also absolut perfekt durchgespielt hat, was auch heißt, dass man alle Orbs eingesammelt hat, werden weitere Spielmodi wie Time Attack oder Beyond frei geschaltet.

Rez ist mit Sicherheit kein Spiel für den 08/15 Spieler, der EA für den besten Hersteller hält. Rez ist eher für die echten Spielefans, die keine Angst vor Neuem haben und die sich auch von abstraktesten Spielideen nicht abschrecken lassen. An sich mag es nur ein Railshooter sein, aber allein durch die Grafik und den Sound ist dieses Spiel ein Erlebnis, das man so schnell kein zweites Mal haben wird.

Publisher: Sega/Big Ben
Developer: Sega United Game Artists
Erscheinungsjahr: 2001
Erschienen für: Dreamcast, Playstation 2, Xbox 360
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Leicht-Schwer, vom Spieler abhängig

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Grafik9,5/10  Spielspass
Sound10/10
9/10
Gameplay 8,5/10
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