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Virtua Tennis 2 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
08.03.2008

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Tennis ist schon eine merkwürdige Sportart. Im Fernsehen find ich es stinklangweilig, zum Ansehen und populär ist das Ganze irgendwie auch nur dann, wenn ein Spieler oder eine Spielerin auffällt. In den 90ern erlebte Tennis einen regelrechten Boom, hierzulande durch Spieler wie Boris Becker oder Michael Stich, international durch Leute wie Andre Agassi oder Pete Sampras, die beide auch ihren Namen für diverse Tennisvideospiele hergaben. Tennis und Videospiele, das gehört schon lang zusammen, denn an sich war schon Pong nichts anderes als Tennis in vereinfachter Form.

Die Virtua Tennis Reihe genoss schon von Teil 1 an einen guten Ruf, verband es doch Arcadetennis mit einer guten Portion Taktik und viel Spielspaß, ohne dass man erst stundenlang die Steuerung erlernen musste. Virtua Tennis 2 war eines der letzten Spiele für die Dreamcast und wurde später (in schlechterer Form) auch für die Playstation 2 konvertiert. Zuletzt sorgte das Spiel im Internet für Aufsehen ,als ein Video erschien, das zeigte, dass man dieses Spiel auch locker mit dem Dreamcast Angelcontroller spielen kann und es dann sehr Wii Sports gleicht. Eine „Revolution“ also, die man damals nicht erkannte.

Einer der großen Kritikpunkte an Virtua Tennis 1 war das fehlen von Tennisspielerinnen. Waren doch gerade Ende der 90er die Frauen wesentlich beliebter, wenn man an die Popularität von Anna Kournikova, Martina Hingis oder den Williams Schwestern denkt. In Teil 2 sind Frauen nun endlich auch am Start, auch wenn man auf Kournikova (die einen Exklusivvertrag mit Namco hatte) und Hingis verzichten muss. Trotzdem stimmt die Auswahl an Tennisspielern. Man hat neue Namen und altbekannte wie, Arantxa Sanchez Vicario oder Patrick Rafter. Insgesamt gibt es 16 Spieler und natürlich noch zwei versteckte, auch wenn Master aus Teil 1 keinen Auftritt hier hat.

An Spielmodi wurde wie immer nicht gegeizt. Unter Exhibition kann man ein einzelnes Match austragen, egal ob Einzel oder Doppel, auch gemischte Doppel sind möglich. Das einzige, was leider nicht geht ist Mann gegen Frau.
Dann gibt es noch einen einfachen Turniermodus, wo man einfach Turniere nacheinander spielt, wobei hier der Schwierigkeitsgrad sehr schnell stark ansteigt. Man kann das Ganze wohl als Arcademodus bezeichnen und gerade nach den ersten 3-4 lockeren Begegnungen wird das Spiel schon sehr hart. Man sollte also auf jeden Fall vorher üben.

Mittelpunkt und der beste Modus ist World Circuit, quasi der Karrieremodus. Hier bastelt man sich zwei Tennisspieler, einen männlichen und einen weiblichen. Leider muss man beide erstellen und kann nicht sagen „Ich will nur im Damentennis aufräumen“. Aber man hat die freie Wahl was man dann macht. Mag man Männertennis gar nicht, vergammelt der männliche Tennisspieler eben auf der Auswechselbank.  
Wie es sich gehört, sind die Spieler am Anfang natürlich sehr schwach und können so gut wie gar nichts (ein Wunder, dass es sie es zum professionellen Tennis geschafft haben).
Man muss sie also erstmal verbessern und das geht über Minispiele, die man auch schon von Teil 1 her kennt. So muss man beispielsweise innerhalb eines Zeitlimits drei große schwere Kugeln aus der anderen Hälfte des Platzes befördern oder man muss Fahnen einsammeln, während man unter schwerem Beschuss steht, getroffen werden darf man dabei natürlich nicht. Es gibt eine ganze Ladung dieser lustigen kleinen Spiele, wo man auch mal eine Art Tennisbowling spielen muss oder Tennisdart. Allein das ist das Geld des Spiels schon wert.
Nebenbei läuft noch ein Kalender und es finden diverse Turniere statt. Natürlich sind alle an die Weltrangliste gebunden, in Wimbledon darf man eben nur dabei sein, wenn man sich einen guten Namen gemacht hat und nicht, wenn man, wie am Anfang, auf Platz 300 steht. So hofft man erstmal auf ein kleines Turnier und muss das gewinnen, dann steigt man in der Rangliste nach oben und verdient sich ein wenig Geld.
Geld ist auch wichtig. Mit diesem kann man sich weitere Ausrüstung kaufen, wie bessere Schläger, Schuhe oder Kleidung wie Shirts und Shorts. Aber man spielt natürlich auch diverse Sachen frei, wie beispielsweise viele Tennisplätze, denn die meisten der 28 Plätze sind am Anfang noch gesperrt. Das wichtigste ist aber wohl erstmal 10.000$ zusammen zu bekommen, um sich einen Partner für das Doppel zu suchen. Hierbei wählt man sich einen der vorhanden Spieler aus und kann so gleich an der Seite von z.B. Patrick Rafter starten.

Vom Gameplay her ist das Spiel nach wie vor sehr arcadelastig. Man hat drei Tasten für die Grundschläge wie Slice und Lob, wobei der Lob an sich nicht sonderlich viel bringt. Mit der Richtungstaste bestimmt man auch die Richtung, in die der Ball fliegt und so kann man auch Stopbälle produzieren. Auffällig gegenüber Teil 1 ist vor allem, dass die Figur nicht mehr so wild durch die Gegend hechtet und wenn doch einmal gesprungen wird, dauert es nicht mehr geschätzte drei Minuten, bis sie mal wieder aufsteht.
Die KI spielt auch sehr gut mit und alle Spieler unterscheiden sich dann tatsächlich in ihrer Spielweise. Wobei ich die Feststellung gemacht habe, dass man mit Lindsay Davenport im Doppel praktisch unschlagbar ist. Die KI spielt dabei eben auch gern mal egoistisch, ist zumeist aber sehr erfolgreich damit.

Natürlich können auch maximal vier menschliche Spieler teilnehmen. Lediglich der World Circuit ist auf Einzelspieler ausgelegt, durch die Tatsache, dass man sich dort allerdings zwei Spieler erstellen muss, kann man sich wohl arrangieren und dies zu zweit spielen. Natürlich macht das Spiel vor allem mit menschlichen Spielern am meisten Spaß und könnte hierbei das perfekte Tennisspiel sein.

Könnte. Wäre da nicht dieser eine Fehler der das Spiel dann doch etwas schlecht macht. Denn nach wie vor kann man nur einen Satz spielen. Ein Satz…wie man auf solch eine stupide Idee kommt entzieht sich meiner Kenntnis. Selbst wenn man krampfhaft den Arcadecharakter des Spiels beibehalten wollte, wäre es doch kaum zu viel verlangt gewesen, dem Spieler die Möglichkeit zu geben auch 3 oder 5 Sätze zu spielen. Da muss man sich dann schon fragen, was das soll.

Ein witziges kleines Feature erlebt man noch, wenn man eine Original VMU verwendet, auf dem kleinen Pixeldisplay wird nämlich das gerade laufende Match 1:1 nochmal dargestellt.

Grafisch kann man an dem Spiel nichts aussetzen. Zwar ist alles recht bunt, aber dafür auch sehr detailreich und schön gemacht. Auch die Animationen der Spieler sind klasse und im Match gibt es zwischendurch zahlreiche kleine Szenen wie das Abklatschen der Partner im Doppel, die das Ganze noch realistischer wirken lassen.Die Musik dagegen hat sich gegenüber dagegen etwas verschlechtert, mir zumindest lagt die Musik dort wesentlich mehr als das nervige Gedudel hier. Die Soundeffekte, Publikums- und Spielergeräusche sind dagegen schön glaubwürdig ausgefallen.

Ein Satz. Das ist nach wie vor der Kritikpunkt über den ich nicht hinwegsehen kann. Ansonsten könnt ich jetzt sagen das Virtua Tennis 2 ein sehr gelungenes, spaßiges Tennisspiel ist, das sowohl im Einzel- als auch Mehrspielermodus überzeugen kann. Das Gameplay ist jedenfalls klasse. Aber wie in einem Review, so ist auch bei diesem Spiel ein Satz einfach zu wenig.

Publisher: Sega
Developer: Sega/Hitmaker
Erscheinungsjahr: 2001
Erschienen für: Dreamcast, Arcade, Playstation 2
Anzahl Spieler: 1-4
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik9,5/10  Spielspass
Sound7,5/10
8,5/10
Gameplay 9/10
Multiplayer 9,5/10

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Letzte Aktualisierung ( 09.03.2008 )
 
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