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Acclaim hatte die WWF Lizenz ja einige Jahre und brachte viele Titel raus und alle paar Jahre haben sie mal versucht das Gameplay zu verändern. Angefangen bei den 16-Bit Titeln, die eher auf schnelles Tastendrücken ausgelegt waren, zu den absolut unrealistischen Mortal Kombat artigen Arcadespielen. 1998 erschien dann WWF Warzone und brachte wieder eine neue Steuerung. Man hat sich wohl stark bei Street Fighter orientiert. Dass diese Steuerung nicht wirklich für ein Wrestlingspiel geeignet ist, zeigte sich sehr schnell. Die Moves wurden willkürlich ausgeführt oder eben nicht, die Wrestler sind bei der Ausführung über den Boden gerutscht und insgesamt, war das Ganze einfach viel zu kompliziert und sorgte dafür, dass kein flüssiges Spielen möglich war.
Im August 1999 erschien der Nachfolger. WWF Attitude sollte auch das letzte WWF-Spiel von Acclaim werden. An der Steuerung hat man dann auch leider nichts geändert. Moves werden immer noch durch Kombinationen wie Links, Rechts, Quadrat oder Oben, Unten, Dreieck ausgelöst. Auch die Kollisionserkennung ist nach wie vor versaut.
An sich ist das schade, denn ansonsten könnte das Spiel ganz locker überzeugen, denn es bietet viele Features, die man bei der Smackdown-Serie ein wenig vermisst. Schon bei den Matcharten setzt man auf große Vielfalt. Es gibt natürlich Einzel- und Tag-Team Matches, Handicap (2 bzw. 3 gegen 1), Tornado Tag, Lumberjack, Gauntlet, Tag-Team Gauntlet, Battle Royal, War, Stable Match, Triple Threat, Elimination und natürlich die altbekannten Events wie Royal Rumble, Survivor Series und der King of the Ring.
Das Lumberjack Match ist ein wenig enttäuschend geraten. In der Realität ist das eine Matchart, wo sich zwei Wrestler im Ring gegenüber stehen. Außerhalb des Rings steht eine große Anzahl weiterer Wrestler (meist 10-20), die dafür sorgen, dass die Wrestler im Ring bleiben, ihnen aber auch Waffen reichen können. Hier im Spiel stehen nur 2 Wrestler draußen rum und das ist etwas zu wenig.
Bevor man ein Match dann endgültig startet, kann man die Regeln modifizieren. Soll es ein Hardcore Match sein oder im Käfig stattfinden? Soll es mit Last Man Standing oder Falls Count Anywhere Regeln sein? Selbst die Siegbedingungen kann man ändern, so dass man ein Match nur gewinnt, wenn man seinen Finisher zeigt oder 2 von 3 Matches gewinnen kann. Eine weitere sehr geniale Option ist die Wahl der Arena. Neben Raw, Heat und einer billigen House Show Arena kann man sich hier seine ganz eigene Halle zusammenbauen. Von der Größe über die Farbe der Beleuchtung bis hin zur Aufschrift auf den Vorhängen und Bannern kann man alles selbst wählen. Diese Möglichkeit ist natürlich für den Pay-per-View Modus ideal. Hier kann man sich seine eigene Veranstaltung zusammenbauen und einen Event mit maximal 8 Matches austragen.
Einen Karrieremodus hat man auch noch eingebaut. Natürlich kann man diesen nicht mit den Seasonmodes der Smackdown-Reihe vergleichen. Man bestreitet eben ein Match nach dem anderen, bis man dann World Champion ist. Zumindest ganz nett, ist die Tatsache, dass man hier wirklich ganz unten anfängt. Zuerst bei House Shows antritt, später zu den B-Sendungen wie Shotgun kommt und erst ganz am Ende, bei Raw und den PPVs antritt.
Insgesamt finden sich ca. 40 Wrestler im Spiel. Einige, wie Shawn Michaels (der zur damaligen Zeit nicht aktiv war) oder Sgt. Slaughter, muss man erst freispielen. Man findet alle damals aktuellen Stars vor, wie Stone Cold Steve Austin, Triple H, The Rock, APA, Kane, Undertaker, Edge und selbst der kurz zuvor verstorbene Owen Hart ist dabei. Alle haben sie ihre eigenen Moves und 4 verschiedene Outfits.
Im Multiplayer können bis zu vier Spieler antreten. Dadurch entstehen natürlich noch einige zusätzliche Matchoptionen wie Co-op. Die CPU ist ganz in Ordnung, aber mit etwas Übung keine große Herausforderung.
Grafisch sieht das Spiel ganz nett aus. Die Wrestler sind ein wenig kleiner als beim Vorgänger, aber dafür auch ein wenig detaillierter. Die Arenen sehen gut aus und beim Publikum sieht man die ersten Versuche, wirklich Menschen und nicht nur Pixelhaufen hinzustellen. Allerdings sind die Animationen nicht gut. Einige Moves (wie der Stunner) sehen gut aus, während andere den Eindruck erwecken, dass hier einige Animationsstufen fehlen. Es wirkt alles ein wenig zerstückelt. Die Musik dagegen ist sehr gut. Die Wrestler haben natürlich alle ihre Songs und auch die Musik in den Menüs klingt gut. Die Soundeffekte sind realistisch. Wenn man einem Mikrofon zuschlägt, hört man sogar das Feedback über die Lautsprecher. Der Kommentar ist sehr gelungen: Jerry Lawler und Shane McMahon begleiten das Geschehen und das sind wohl die beste Kommentatoren bei einem Wrestlingspiel bislang. Sie wiederholen sich zwar ab und zu, aber dafür passen die Bemerkungen immer zum Geschehen im Ring. Das Publikum macht sich auch lautstark bemerkbar.
WWF Attitude hätte ein geniales Spiel sein können. Es bietet viele tolle Features (Am Ende des Matches gibt es sogar eine Statisik darüber, wie lang der Kampf ging, wie viele Moves man einsetzte usw.) und eine große Matchauswahl. Zerstört wird das Ganze aber eben durch die schlechten Animationen, die Clippingfehler und in erster Linie durch die überkomplizierte und unpassende Steuerung.
Publisher: Acclaim Developer: Acclaim Erscheinungsjahr: 1999 Erschienen für: Dreamcast, N64, Playstation, Game Boy Color Anzahl Spieler: 1-4 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 6,5/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 6/10, | | Gameplay | 6/10 | | Multiplayer | 6/10 |
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