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Sega und Zombie…diese Kombination kennt man vor allem von der House of the Dead Reihe. Zombies kommen auch in Zombie Revenge vor, ansonsten wäre der Titel ja auch völlig irreführend und tatsächlich spielt das Ganze im House of the Dead Universum.
Suchen wir mal nach einer Handlung: Eine große Nation, Forschung, Zombievirus, alles geht schief, Zombieinvasion. Nun gut, was bei Myriaden an Filmen und Spielen funktioniert, muss eben auch hier funktionieren. Aber trotz zahlreicher Zwischensequenzen ist die Story wirklich extrem einfallslos und stupide.
Bei Spielstart hat man die Wahl aus drei Charakteren, wobei die sich scheinbar auch nur in einigen Animationen voneinander unterscheiden. Da haben wir Stick Brightling und Busujima Rikiya. Erster ist der 08/15 Hauptcharakter, der in Spielen wie Final Fight oder Streets of Rage ausgeglichene Werte hat. Letzterer ist ein Halbzombie und erinnert ein wenig an Rambo. Dritte im Bunde ist natürlich eine Frau, Linda Rotta. Da haben wir das klischeehafte Trio auch schon beisammen, mit der Ausnahme, dass es dieses Mal eben ein Japaner statt ein Schwarzer ist. Auch das Gameplay ist gleich bleibenden Klischeehaft. Man hat es schon bei zig Prüglern erlebt. Man geht durch die Gegend und verprügelt Zombies. Nebenbei hat man noch eine Pistole und man findet natürlich unzählige andere Waffen entlang des Weges oder nimmt sie den Zombies ab. In diesem Spiel haben die Untoten tatsächlich den Umgang mit Waffen gelernt. Pistole, Maschinenpistole, Shotgung, Flammenwerfer – sind sie aber erstmal tot, freut man sich über diese Gratisgeschenke. Zusätzlich sammelt man noch Munition ein und Healthpacks dürfen natürlich genauso weg fehlen.
Dass Zombie Revenge aus der Spielhalle stammt, merkt man nicht nur am schnell ansteigenden Schwierigkeitsgrad sondern auch an einer Sekundenanzeige, die erbarmungslos runtertickt. Man muss also schnell vorgehen und darf keine Zeit vertrödeln. Dass dies dazu führt, dass die Level sehr linear sind und es so gut wie gar nichts zu erkunden gibt, versteht sich von selbst. Das einzige, worum es hier geht ist das Zombieverkloppen und von denen gibt es einige. Meist muss man auch direkt gegen 3-4 gleichzeitig antreten, wobei das schon kurz nach dem Start recht fies wird, wenn zwei auf den Spieler zuhumpeln und mit Nahangriffen nerven, während weiter hinten andere mit MGs und anderen Schießprügeln stehen. Allein macht das so kaum wirklich Spaß. Man stirbt oft, man ist überfordert und auf Dauer ist es auch einfach langweilig. Denn trotz wechselnder Orte wie Straßen, Kanalisation oder Zügen ist das Ganze einfach etwas zu lang und eben immer das gleiche. Unterbrochen wird das von den üblichen Zwischengegnern, die einen längeren Energiebalken haben und kleineren Zwischenaufgaben. In der Mission im Zug muss man diesen stoppen, ehe die Zeit abläuft, dazu muss man an den Bremshebel und eine Taste drücken. Das wird natürlich von einer unendlichen Zombiearmada verhindert.
Zu zweit sieht das schon ganz anders aus, da macht das Spiel durchaus großen Spaß. Wobei man hier den Originalmode dem Arcademodus vorziehen sollte, zwar ist beides das gleiche, aber im Originalmode kann man wählen ob man das Spiel als reines Prügelspiel ohne Waffen oder reines Schießspiel ohne Prügelei spielen will. Als Bonus gibt es noch einen Versusmodus, dahinter verbirgt sich tatsächlich ein Prügelspiel bei dem man eine der drei Hauptfiguren wählt und gegen einen der beiden anderen antritt. Ein Virtua Fighter ist das nun nicht, aber man kann es wohl als netten Bonus betrachten. Letzter Bonus ist ein Boss Modus, bei dem man gegen die zahlreichen Zwischengegner antreten kann.
Leider ist das Gameplay aber auch nicht ganz perfekt. Beim Schießen hat man zwar so eine Art automatische Zielvorgabe, diese funktioniert aber auch nur dann, wenn sie will. Man schießt sehr oft vorbei und meist in den Momenten, wenn ein Zombie grad Richtung Hals der Spielfigur unterwegs war. Auch das Einsammeln der Gegenstände gestaltet sich recht mühselig. Munition und Gegengift (das als Healthpack fungiert) sammelt man ein, in dem man einfach darüber läuft. Bei Waffen allerdings und da ist es egal, ob es Fernkampfwaffen wie Pistolen oder Nahkampfwaffen wie Äxte sind, muss man allerdings erstmal eine Taste drücken. Das ist einfach zu umständlich und da sich die Figur beim Einsammeln der Waffen auch noch bückt und sie aufhebt, vergeht viel Zeit, in der man meist schon wieder von Feinden umzingelt ist. Das hätte man sicher besser lösen können. Auch die Bewegungssteuerung hätte wohl nicht ganz so hakelig ausfallen müssen.
Ist schon die ganze Story eher uninspiriert und öde, so wird sie nicht mal wirklich schön präsentiert. Die Zwischensequenzen sehen zwar nett aus, aber die Sprachausgabe ist unsagbar schlecht. Die Sprecher passen gar nicht zu den Rollen und klingen sehr amateurhaft. Die Musik ist am Anfang noch nett, wird später aber sehr nervig. Die Soundeffekte der Waffen könnten auch realistischer klingen und die komischen Geräusche der Zombies wirken dann nur noch lächerlich. Auch Grafisch ist das Spiel nun keine echte Offenbarung. Es sieht an sich nur etwas besser als ein N64 Spiel aus, was für die Dreamcast schon eine Beleidigung ist. Die Hintergründe sind recht pixelig und die Animationen könnten auch etwas flüssiger sein.
Man gab sich wohl schon Mühe mit Zombie Revenge. Es ist keine 1:1 Übersetzung aus der Spielhalle, sondern wurde um viele Inhalte erweitert, die das Spiel wesentlich bereichern. Das Gameplay ist aber eben weit von perfekt oder gar gut entfernt, das zieht diesen Titel ebenso wie die durchschnittliche Technik (Wenn das ganze schon nicht innovativ ist, könnte man es wenigstens technisch gut inszenieren, siehe z.B. God of War) nach unten. Allein also eher eine öde Angelegenheit, zu Zweit hat es aber durchaus seine Daseinsberechtigung, denn da macht es Spaß.
Publisher: Sega Developer: Sega Erscheinungsjahr: 1999 Erschienen für: Dreamcast, Arcade Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 6/10 | | Gameplay | 5,5/10 | | Multiplayer | 7,5/10 |
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