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Unbestritten hatten Deep Purple ihren absoluten Höhepunkt im Jahre 1972 als sie sowohl das überragende Livealbum Made in Japan als auch das geniale Machine Head Album veröffentlichen. Aus diesem Jahr stammt auch das einzige komplett gefilmte Livekonzert des 2. Lineup vor der Reunion. Veröffentlicht wurde dies zuerst in den 80ern in Japan und Europa unter dem Titel Scandinavian Nights. Bei der DVD Veröffentlichung hat man sich für einen einfacheren Titel entschieden: Live in Concert ’72/73.
Aufgenommen wurde das Ganze in den KB Hallen in Dänemark und gespielt wird eigentlich das Made in Japan Programm. Es beginnt also auch hier mit Highway Star, dann folgen Strange Kind of Woman, Child in Time, The Mule, Lazy, Space Truckin, Fireball, das obskure Lucille Cover und natürlich Black Night. Erstaunlich ist wohl die Tatsache, dass Smoke on the Water fehlt. Aber die Songs an sich sind sowieso egal, denn wenn man Deep Purple und ganz besonders Ritchie Blackmore kennt, weiß man, dass hier sehr lange Improvisationen und Jams folgen. Child in Time ist über 17 Minuten lang, Lazy über 11 und Space Truckin durchbricht fast die 25 Minuten Grenze. So sollte es niemanden wundern, dass man hier mit 9 Songs fast 100 Minuten Spielzeit füllt. Deep Purple sind auch ganz gut drauf und legen eine recht große Spielfreude an den Tag. Es ist schon klasse, was diese Band da musikalisch mal eben aus dem Ärmel schüttelt. Hier wird deutlich, wie überladen Konzerte heutzutage sind. Riesige Lichteffekte die schon fast von der Musik ablenken, Musiker mit 5000 Verstärkern, zig Effektgeräten und Gitarristen mit einer Truckladung Gitarren und doch machen auch sie nur normale Musik damit. Hier war das noch anders, eine kleine Bühne, kleine Verstärker, eine Gitarre und ein Schlagzeug, das heute wohl wie Spielzeug für Kinder aussieht. Lords Hammond und Keyboards wurden mal eben mit Tape zusammengeklebt damit sie nicht auseinander fallen und trotzdem kommt geniale Musik damit zustande. Auf Lichteffekte wurde gänzlich verzichtet.
In Sachen Bild und Ton darf man natürlich gar nichts erwarten. Es wurde alles in Schwarz-Weiß aufgenommen, es gibt Störstreifen und das Bild ist bei weitem nicht so brillant, wie man es von modernen Konzertmitschnitten kennt. Bei der Kamera gibt es auch nicht viel besonderes, ich finde sie sogar hochgradig dilettantisch, denn wie sonst lässt es sich erklären, das sie während einem Blackmore Solo stur auf Ian Gillan gerichtet ist? Auch der Sound ist nun nicht der absolute Wahnsinn, aber die Stereospur klingt um einiges besser als die 5.1 Spur, wo einfach nur alles lauter gemacht wurde.
Als Bonus gibt es noch einen zweiten kleinen Konzertmitschnitt um das 73 im Titel zu rechtfertigen und den normalen Rockfans „ihr“ Smoke on the Water zu geben. Der Kurzauftritt in der Hofstra Universität in New York kommt in Farbe daher und ist visuell um einiges besser, dafür merkt man, dass es mit der Band schon irgendwie zu Ende geht. Die 10 Minuten Space Truckin’ Fassung ist geradezu uninspiriert. Neben den beiden Songs gibt es noch mal Strange Kind of Woman. Als nächsten Bonus gibt es Burn vom 74er California Jam. Das Ganze soll auch als Werbung für diese empfehlenswerte DVD fungieren. Dazu ein kleines Booklet, Biographien und einen Kommentar während dem Konzert. Ungewöhnlich, aber ganz nett.
Trotz der altersbedingten Schwächen des Konzertes ist diese DVD auf alle Fälle jedem Fan von Hardrock ans Herz zu legen. So viel Improvisationskunst sieht man sonst bei den wenigsten Bands und das ganze Bonusmaterial ist auch klasse.
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