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Der Titel könnte nicht besser gewählt sein. Nach dem hier auf DVD gebannten Konzert war die Ära Tarja Turunens bei Nightwish vorbei. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Denn Tarja hat zwar eine wirklich klasse Stimme, aber ihr unglaublicher Drang bei einem Konzert alle 10 Minuten die Klamotten zu wechseln ist absolut nervig. Zumal sie damit die Band dann immer in Verlegenheit bringt, entweder lahme Instrumentals oder Coverversionen zu spielen. Merkwürdig ist auch, dass sie erst 1 ½ Minuten nach Konzertbeginn auf die Bühne kommt, also kurz bevor sie anfängt zu singen. Das erinnert schon fast an Ritchie Blackmore bei Deep Purple 1993. Auf dieser DVD hat es High Hopes von Pink Floyd erwischt. Gesungen vom Bassisten und irgendwie klingt das Scheiße. Es ist auch der musikalische Tiefpunkt dieses 103 Minuten langen Konzerts. Ansonsten gibt sich die Band sehr große Mühe und spielt die Songs extrem gut. Natürlich wurde sich dabei verstärkt auf das aktuelle Once konzertriert. 1/3 aller Songs stammt von dem Album, der Rest ist ein klassisches Best of aus Hits wie Bless the Child oder Sleeping Sun. Auch wenn Klassiker wie Walking in the Air fehlen Unterlegt wird das Ganze von einer Show mit fast schon übertrieben vielen Pyro- und Lichteffekten. Eine Videowand ist wohl mittlerweile auch Standard. Produktionstechnisch hat man einen exzellenten Sound hinproduziert, was die Instrumente betrifft. Der Gesang ist auch klasse, zu kurz kommt nur das Publikum, das ist selten zu hören. Natürlich kommt noch die übliche Nightwish Kritik hinzu, es wird einfach zu viel von Band eingespielt. Hier wäre ein ehrlicher, realer Sound, der vielleicht abgespeckt ist besser, als wenn man krampfhaft versucht wie auf CD zu klingen. Richtig schlecht dagegen ist die Kameraführung. Ich hab ja schon öfter kritisiert, dass in modernen Konzertaufnahmen ungefähr 100 Kameras installiert werden und zwischen denen dann fleißig und so schnell wie möglich hin und hergeschaltet wird. Ist hier auch der Fall, keine Einstellung sieht man länger als 2 Sekunden. Teilweise ist dann plötzlich alles in Slow-Motion oder es werden 2 Bilder übereinander gelegt. Ich weiß nicht, was das soll. Das sieht nicht gut aus und so hektisch passt es vielleicht zu Techno, aber bei einem Konzert, wo richtige Musiker mit ihren Instrumenten auf der Bühne stehen, will man denen doch mal länger zusehen. Die komplette Bühne sieht man selten und eigentlich nur bei den langsamen Stücken. Abgerundet wird die DVD von einer Fotogalerie und der Doku End of an Era. Gedreht wurde diese während ihrem Aufenthalt in Südamerika bei dieser Tour und zeigt die letzten 2 Wochen der Band Mit 55 Minuten fällt das Ganze recht lang und extrem langweilig aus. Man sieht der Band zu, wie sie beim Proben sind, auf dem Flughafen rumsitzen oder Autogramme schreiben. Sehr deutlich wird hier aber die Kluft zwischen Tarja und der restlichen Band. Man sieht sie selten zusammen, dafür hängt Tarja immer an ihrem merkwürdigen Lebensgefährten dran. End of an Era ist eine nette DVD, mit einem guten Konzert und einer langweiligen Doku. Für Fans natürlich trotzdem Pflicht
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