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Die 70er waren ja auch das Jahrzehnt der Katastrophenfilme. Ob Flugzeuge, die abzustürzen drohen, oder Wolkenkratzer, die vor einem Flammeninferno bewahrt werden. Dieses Mal also ein Schiff. Und wer an dieser Stelle gelangweilt aufhört zu lesen, dem entgeht ein toller Film, vielleicht einer der besten dieser Art überhaupt.
Die S.S. Britannic ist ein Kreuzfahrtschiff und gerät in einen Sturm. Doch das eigentliche Problem sind diese merkwürdigen Fässer. Als kurze Zeit später ein anonymer Anrufer, der sich selbst Juggernaut nennt, von sieben Bomben spricht, die innerhalb der nächsten 18 Stunden explodieren, wenn nicht 500.000 Dollar in einem Schließfach hinterlegt werden, ist die Ratlosigkeit groß. Bereits hier wird eine große Stärke des Films deutlich: Die tolle Besetzung. Ob das nun Anthony Hopkins als Scotland Yard – Beamter ist, dessen Frau und Kinder sich auf dem Schiff befinden, ob das nun der Reeder ist, der sich hin und hergerissen fühlt zwischen dem Zwang durch die Regierung, die Sache der Armee zu überlassen und dem Wunsch, einfach zu bezahlen und die Leben zu retten oder natürlich der Kapitän des Schiffes, Omar Sharif, der natürlich eine ganz eigene Meinung zu dem Ganzen hat und sofort zahlen würde.
Schließlich aber landet ein Bombenentschärfungskommando von einem Hubschrauber transportiert per Fallschirm neben der Britannic. Allein diese Szenen, wie das Schiff die Wellen beruhigt, wie die im eiskalten Wasser schwimmenden Männer per wackeliger Leitern das Schiff erklimmen, das ist absolut sehenswert und dramatisch. So betritt dann auch Fallon die Britannic. Gespielt von einem Richard Harris in Bestform, verkörpert er den draufgängerischen, raubeinigen Anführer dieses Kommandos.
Natürlich werden auch hier einige Klischees bedient, aber das macht der Film einfach durch die bereits genannten Schauspieler wieder wett – und auch durch die vielen Kleinigkeiten, die man beim ersten Mal manchmal gar nicht mitkriegt. Ob das nun das kleine Metallkugelspiel des Kapitäns ist, der tollpatschige Stewart, der in Anlehnung an die Titanic versucht trotz der Bomben gute Stimmung unter den Passagieren zu verbreiten und beim Kostümball ziemlich scheitert – oder ein Flipper namens Shipwreck... Bei aller Spannung kommt immer wieder eine feine Ironie durch und über die Sprüche von Fallon muss man einfach lachen.
Ja, die Spannung. Wohl noch nie wurde so ausführlich das Entschärfen von Bomben dargestellt. Faszination Technik. Vorsichtiges Vorgehen, Deckel abschrauben. Eine fiese Falle nach der nächsten ausschalten. Und dann kommen die großen Klassiker des Films. In einem Moment der Spannung wird er enttarnt, der „Klöppelzünder“. So vorsichtig wie Fallon vorgeht um den nicht auszulösen, so sitzt man fast selbst vor dem Bildschirm. Absolut spannend – und schließlich heißt es nur noch „der blaue Draht oder der rote... blau, oder rot?“ Richard Lester, der u.a. für Beatles Filme oder „Der gewisse kniff“ verantwortklich zeichnet, schafft hier den für mich perfekten Katastrophenfilm. Immer und immer wieder sehenswert und zurecht ein absoluter Klassiker. Dieser Film diente übrigens auch als Vorlage für die MacGyver-Folge „Wenn Bomben ticken“, in der dieser natürlich mit seinem Taschenmesser auf einem Passagierschiff Bomben entschärft.
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