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Wisst ihr was ich bei Filmen so richtig hasse? Texteinblendungen unterlegt von Schreibmaschinengeräuschen. Genau davon hat 2012 übertrieben viel und nach wie vor versteh ich nicht, warum man das so macht. Schreibmaschinen stehen schon längst im Museum und es nervt einfach. Wäre es aber nur das einzig negative an diesem Machwerk…
2012, genauer gesagt am 21.12.2012 endet der mesoamerikanische Kalender den vor allem die Maya benutzt haben. So weit so unspektakulär. Was es auch ist, der Kalender lief eben einige tausend Jahre lang und endet, weil dann eben ein neues Zeitalter anbricht, vergleichbar mit dem, was wir am 31.12 jedes Jahr machen. Alter Kalender fliegt raus, neuer kommt rein. Trotzdem gibt es eben viele Weltuntergangsspinner, wir erinnern uns an die Sonnenfinsternis 1999 oder Y2K, wo auch alle vom Ende gefaselt haben und 2012 ist gerade dank dem Internet zu einem noch größeren Hype geworden.
2012, der Film klang zumindest Anfangs interessant. Die letzten Stunden vor dem Ende. Man hätte sicher einen tollen Katastrophenfilm draus machen können. Was man allerdings dann hier zu sehen kriegt ist mit einem Wort: beschissen. Er startet noch ganz nett. Es gibt einige Erdbeben, Wirbelstürme und alle wundern sich was los ist. Nach 10 Minuten aber verfällt der Film zu absolut abartiger Christenpropaganda. Da wird in einem Mayatempel ein Kreuz mit Jesusfigur gefunden und flugs wird die absurde Behauptung dargeboten, dass also christliche Missionare schon lange vor Kolumbus in Amerika waren, dass dieses Kreuz dann auch noch was ganz besonderes sein muss und einer der Ausgrabungsfutzis ist dann plötzlich der Meinung, dass jenes Kreuz in einen Tempel gehört. Ein Schnitt und wir erleben eine andere Hauptfigur, die ebenfalls in Mexiko herumrennt und irgendjemanden sucht. Gegen Ende trifft sie dann auf eine schwangere Frau, die einfach in einer Hütte hockt und die beiden machen sich auf zum Tempel, denn auch da, gab es wohl eine göttliche Eingebung. Und dann gibt es noch eine zweite Frau, die an den ganzen Schwachsinn nicht glaubt, aber eine Mutter hat, die die christliche Gehirnwäsche perfekt beherrscht und so machen auch die sich auf den Weg von den USA nach Mexiko zu dem Tempel. Die ganze „Handlung“ ist so absurd, stupide und lächerlich zusammengebastelt, dass es wohl besser wäre, es gäbe gar keine Handlung. Denn spätestens wenn dann Personen einfach so mal verschwinden muss man sich wirklich fragen was das ganze soll. Eine der witzigen Szenen war die „Selbstopferung am Kreuz“, wie ich es mal bezeichne. Zwei Typen und eine Frau fahren durch die Pampa, als sich die Erde auftut, sie springen raus, der eine vergisst das Kreuz und schnappt es sich als das Auto in ein etwa zwei Meter tiefes „Loch“ fällt. Der Typ fällt mit dem Kreuz, in letzter Sekunde können die anderen beiden es packen, aber der Kerl ist einfach zu schwer und nach einer kurzen „Geht ohne mich und rettet die Welt“ Ansprache fällt er in das jetzt plötzliche bodenlose Loch und mutierte gleichzeitig zu einer peinlich aussehenden CGI Gestalt. Das ist auch so das größte bisschen Action in dem Film.
Leider taugt der Film auch nicht als Katastrophenfilm. Denn der angebliche „Doomsday“ geschieht lediglich in Form kurzer Wirbelstürme und Erdbeben. Ganz am Ende sieht man dann noch wie die Welt zusammenfällt, aber das ist einfach zu wenig und stinklangweilig. Die „Special Effects“ sind so was von dilettantisch, dass einem nichts mehr dazu einfällt. Zum Beispiel in Mexiko, da scheint die Sonne und es ist warm, plötzlich fängt es aber an zu schneien und die „Schauspieler“ tun sich schwer damit, den Kälteabfall glaubwürdig darzustellen. Aber wie sollen sie es auch, wenn die Sonne scheint und trotz heftigen CGI Schneefall alle Bäume, Pflanzen und selbst der Boden nach wie vor schön grün sind?
Ein Wort noch zu den Schauspielern: An sich mag ich die gar nicht so bezeichnen. Sagen wir lieber „Menschen die vor der Kamera rumzappeln“. Das, was die hier abliefern ist grässlich, es ist so schlecht, dass selbst extremes Overacting noch schöner mit anzusehen wäre, als diese lahmarschige Darbietung.
2012 hätte gut werden können, ist aber amateurhafter Müll unterlegt mit abartigster Bibelpropaganda. Freiwillig sollte man sich das auf keinen Fall antun.
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