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Alle politisch korrekten Weicheier und sonstigen Emos mögen das Review bitte schließen, denn hier geht es um einen Film aus einer Zeit als man noch nicht jedes Wort auf die Waagschale legte und noch nicht 5x überlegte, ob man jemandem auf die Füße treten könnte. Boss Nigger ist der Titel und obwohl selbst Drehbuchschreiber, Co-Produzent und Hauptdarsteller Fred Williamson zu dem Film und dem Titel (er hat ihn sich ja schließlich selbst ausgedacht) steht, wurde der Titel mittlerweile auf Boss reduziert. Das klingt dämlich, zumal der Film auf der DVD Veröffentlichung sonst im Oringinal ist. Was uns direkt zu einem der geilsten Titelsongs überhaupt führt. „He’s so bad, they call him Boss, he’s a Boss, Boss Nigger“ Der Boss Nigger ist Fred Williamson selbst, der nach seiner Footballkarriere im Schauspielbereich landete und nach MASH in erster Linie in Blaxploitationfilmen landete. Wie auch in anderen Filmen ist er eben Bad-Ass, er ist quasi die schwarze 70er Jahre Version von Duke Nukem und tut gerade in diesem Film, unterstützt von Zigarre und Lederkluft alles, um möglichst cool zu wirken. Sein Sidekick wird von D’Urville Martin gespielt und beide haben schon in anderen Filmen zuvor agiert, vornehmlich Black Caesar, sowie The Legend of Nigger Charley und The Soul of Nigger Charley, beides Western und auch wenn er hier der Boss Nigger ist, spielt er eigentlich wieder Nigger Charley und so könnte man es als dritten Teil einer Western Trilogie bezeichnen. Regisseur war hier Jack Arnold, den man vor allem durch seine 50er Jahre B-Filme wie The Incredible Shrinking Woman, High School Confidential oder Creature from the Black Lagoon kennt. Aber generell folgt der Film dem damals üblichen Blaxploitationmuster: Alle weißen sind böse, sie scheffeln das Geld, gehen über Leichen, unterdrücken alle anderen und sind einfach so richtig böse. Kein weißer ist gut, außer er ist tot. Das gilt auch in der Stadt wo sich der Boss Nigger samt seinem Gehilfen Amos niederlassen, er wird Sheriff dort, was niemandem wirklich gefällt. Denn wer will schon einen Nigger als Sheriff? (Im Film fällt das „böse“ N-Wort noch wesentlich häufiger als hier) Weder der Bürgermeister ist davon begeistert noch die fiesen Bösewichte, allen voran Jed Clayton. Es kommt natürlich zum Krawall. Mehr Handlung bietet der Film eigentlich nicht, es läuft alles auf den großen Showdown zwischen Boss Nigger und Jed Clayton heraus. Dazwischen werden ein paar Witze gerissen, es gibt ein bisschen Action und es wird praktisch jedes Klischee nicht nur präsentiert sondern ausgetrampelt. Witze über weiße, Witze über schwarze, Witze über Mexikaner, Westernwitze und –klischees, es gibt alles. Bedient wird sich auch bei Leones Dollar Filmen, wie auch Clint Eastwood wird Williamson von den Bösewichten richtig böse verprügelt, wo man Eastwood allerdings in der Reha sah und er erstmal wieder schießen lernen musste, ist Williamson nach 5 Minuten wieder zur Stelle und obwohl im in die Hand geschossen wurde, tritt er weiter mächtig in die bösewichtigen Ärsche. Gerade in der Mitte geht dem Film allerdings etwas die Puste aus, das Drechbuch gab eben nicht viel her und dem Boss beim Einkaufen zuzusehen, wo er noch Bekanntschaft mit Schmied macht, ist nicht wirklich spannend. Das erste Drittel sowie das letzte sind allerdings richtig toll. Unterlegt wird das auch von der Musik. Die könnte eigentlich gar nicht unpassender sein, denn abseits von dem Titellied klingt das alles wie von Shaft geklaut und im Westernsetting ist das schon fast skurril, aber irgendwie auch wieder klasse. Bleibt als Fazit dass Boss Nigger ein streckenweise richtig unterhaltsamer Film ist. Sieht man sich an, was teilweise für enormer Mist während der Blaxploitationwelle entstanden ist, muss man sagen das Boss Nigger noch einer der besseren Vertreter ist. Auch wenn in der Mitte nicht viel los ist. Tolle Musik und Fred Williamson machen den Streifen sehenswert.
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