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 Monster- und Katastrophenfilme sind schon lange nichts Neues mehr. Monster, die durch die Stadt wanken und alles plätten - das ist ja fast so alt wie das Medium Film selbst. Den Machern von Cloverfield, war das wohl auch bewusst. Sie hatten hier also ein Script rund um einen Monsterfilm. Für das Jahr 2008 zu wenig und so gräbt man noch das alte „Mittendrin dank Handkamera“-Prinzip aus. Das ist zwar auch nichts Neues, aber beides zusammen könnte ja was ergeben. Ein großer Hype und eine geschickt eingefädelte Werbekampagne haben den Filmstart begleitet und den Streifen so zu einem großen Erfolg gemacht. Nebenbei gesagt, finde ich es verdammt witzig, wie „Kritiker“ gleich von einem Dokumentarstil sprechen, nur weil eine Handkamera zum Einsatz kommt. Sorry, aber so lächerlich verwackelt wie dieser Film ist keine Dokumentation der letzten 30 Jahre…
Der Film beginnt erstmal mit dem verzweifelten Versuch die Protagonisten einzuführen. Die ersten 18 Minuten darf man ihnen also beim feiern zusehen und das ist genauso öde und stupide, wie diverse Heimvideos von Freunden. Ich stell mir auch die Frage, was das soll. Denn eigentlich sollten doch das Monster und die Zerstörung im Mittelpunkt stehen. Die Menschen sind nur Schlachtgut und sowieso gibt man sich nicht die Mühe, die einzelnen Charaktere genauer zu erleuchten, ich konnte mir nicht mal die Namen merken. Dann geht es aber mit einem Knall los bzw. erstmal mit so etwas wie einem Erdbeben und dann bricht die Hölle los mit ordentlich Krach und Zerstörung. Auf dem Dach des Hauses sieht man das in New York einiges am brennen ist. Die Leute rennen nach draußen auf die Straße und schon landet dort der Kopf der Freiheitsstatue (höllisch unlogisch, wenn man bedenkt aus welch billigem Material die Statue gebaut ist) Dieser Anfang ist gut gemacht, das Chaos ist gut in Szene gesetzt und das „Mittendrin-“ Gefühl stimmt.
Leider ist man aber nicht mittendrin, ansonsten hätte man dem Volltrottel, der die Kamera hält, vielleicht etwas zurufen können. Denn er hält konsequent lieber auf seine Freunde als auf das Geschehen. In einer Szene sieht man kurz das Monster zwischen zwei Hochhäusern hervorkommen. Das Militär rückt an, mit Soldaten und Panzern wird auf das Monster geschossen. Dass sich die Zivilbevölkerung verkriecht ist in Ordnung. Nicht in Ordnung ist aber, dass man sich dann 3 Minuten lang, die anderen Protagonisten ansehen darf, wie sie zwischen Autos liegen, während man Panzer vorbeirollen sieht, man hört das gerade mächtig Action angesagt ist und man das doch sehen will. Persönlich halte ich es auch nur für logisch, dass man eher das Monster filmt als irgendwelche Idioten. Das macht schon allein die Sensationsgier und der Wille, zu sehen was da abgeht. Natürlich wird da gern argumentiert, dass man das Monster nicht zu oft zeigen will, weil es sonst langweilig wird. Aber was ist das für ein Argument? Godzilla tanzt auch ständig an der Kamera vorbei und das langweilt nicht und da der Film sowieso ungemein vom japanischen Dinomonster klaut, wäre das doch kein Problem gewesen.
Die besten Momente sind nämlich eben jene mit dem Monster oder den kleinen Monsterkollegen, die man als erstes in einem U-Bahn Schacht sieht. Der Moment war klasse und erzeugte zumindest ein kleines bisschen Spannung. Daran mangelt es dem Film nämlich ansonsten sehr. Wie es ausgeht, weiß man bereits vorher. Das ist eben das Blair Witch Project Syndrom. Das sich die Party dezimiert, ist auch klar. Auch bei anderen Szenen weiß man, was passiert. Wenn hunderte Menschen über eine Brücke rennen, ist es klar, dass da plötzlich das Monster auftaucht und Teile dieser Brücke zerstört. Als unsere vermeintlichen Hauptfiguren in einen Hubschrauber zur Rettung einsteigen, weiß man auch, dass dieses Ding gleich abstürzen wird und so kommt es dann auch. Immerhin ist die Hubschrauberszene sehr gut gemacht. Der Blick nach unten auf die Stadt, wo das Monster wütet, der Blick nach oben wo ein Bomber Carpet Bombing auf das Viech macht. Das war gut. Aber es wird eben sehr viel auf Monsterfilm Schema F gesetzt.
Die Schauspieler sind allenfalls Durchschnitt, wobei sie auch nicht viel zu tun haben. Rennen, kreischen und möglichst oft „Oh my God“ sagen. Man hat den Eindruck, das 2/3 der Dialoge aus diesem Ausspruch bestehen. Es nervt spätestens nach 35 Minuten.
Cloverfield hat seine Momente, mehr nicht und insgesamt reiht er sich ein im Regal der schlechten Monsterfilme, dazu zählt auch Godzillas peinlicher New York Auftritt. New York und Monster scheint nicht zu funktionieren…
PS: Ich will so eine Handkamera, die so stabil ist, dass sie Stürze und Explosionen locker mitmacht und dann sogar noch eine Nachtsichtfunktion hat…
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