|
 Nach dem doch etwas überraschenden Erfolg des ersten Conanteils machte man sich flugs an die Arbeit zu einem Nachfolger. Aber wie das mal so ist, die Filmstudios sehen meist nur das Geld und weniger filmische Klasse. Das Originaldrehbuch für den Film, von Roy Thomas und Gerry Conway, wurde zusammengestutzt, da man einen Film haben wollte, quasi für die ganze Familie. Die originale Geschichte, wie die zwei Drehbuchautoren sie eigentlich vorsahen, wurde später in einen Comic umgewandelt: Conan: The Horn of Azoth. Das Filmstudio bzw. am meisten Produzentin Raffaella De Laurentiis wollte einen Film mit weniger Gewalt und den bekam sie auch. Conan the Destroyer könnte man auch „Conan mit Freakshowanhang in der Fantasyklischeewelt“ nennen. Conan steht in einer Steppe, er trauert immer noch dem Verlust seiner Valeria nach, die ihm ersten Film ihr Leben lies. Hatte Conan damals noch einen sympathischen Sidekick dabei, nämlich den Zauberer, so ist hier ein anderer Sidekick dabei: Malak und dieser entspricht dem Klischee des Sidekicks: Nervig, unlustig, dämlich und am liebsten will man ihn nach 5 Minuten tot sehen. Die Chance bietet sich, als plötzlich Reiter angreifen, aber Conan kann sich natürlich zur Wehr setzen. Eine Königin taucht auf und erklärt, dass sie Conan ein Angebot machen will (Wozu dann der Angriff?). Queen Taramis bietet ihm an, Valeria ins Leben zurückzuholen, wenn Conan dafür ein Horn sucht und findet, mit dem man den Gott Dagoth erwecken kann. Conan sagt zu und auf geht’s in die Fantasyschlacht. Ein echter Fantasyheld braucht natürlich eine Party. Während im ersten Teil die Dreiertruppe noch ein sympathischer Haufen war, hat man hier die erwähnte Freakshow: Neben Malak trollen sich noch Bombatta (klingt wie der Gegner aus einem Super Mario Spiel) und die Amazonin Zula dazu auch der Zauberer aus dem ersten Teil wird aufgegabelt. Als letztes komplettiert die Prinzessin Jehnna die Gruppe, denn nur sie darf das Horn anfassen. Es ist schon eine gradios-trashige Truppe. Mako als Zauberer und Olivia D’Abo als Jehnna geben sich ja noch alle Mühe, aber wie man auf die Idee kommt, Basketballer Wilt Chamberlain und Grace Jones (mit ihrer bizarren Frisur) in diesen Film zu packen, verstehe ich nicht ganz. Vielleicht wollte man Arnold Schwarzenegger als grandiosen Darsteller zeigen, indem man zwei Leute an seine Stelle stellt, die es so gar nicht können. Wilt Chamberlain gibt als Bombatta eine Darbietung ab, mit der er perfekt zu Troll 2 passen würde. Während man bei Conan the Barbarian noch eine recht glaubwürdige Welt vorfand, ist man jetzt praktisch bei Herr der Ringe, mit bizarren Gummimonstern, viel Magie, magischen Monstern, Blitzen und bunten Pappkulissen. Um die Brutalität dann noch extra abzuschwächen, hat man ein paar dumme Sprüche und viele dämliche Szenen eingebaut. So befreit Conan den Zauberer als dieser gerade mit Kleidung über einem Feuer brutzelt. Die paar Kannibalen werden schnell abgemurkst (Wie es der abgeschlagene Kopf durch die PG-Zensur schaffte, weiß ich nicht. Aber auch schon am Anfang merkt man, dass hier eher Humor im Vordergrund steht. So wird Conan von einem Kamel vollgekotzt. Conan grunzt blöd, guckt noch blöder und haut dem Kamel in bester Bud Spencer Manier auf den Schädel. Neben all dem aufgesetzt wirkenden Humor, den klischeeüberladenen Fantasybildern und den schlechten Darstellern, gibt es auch Szenen die einfach merkwürdig wirken. So betritt Conan einen Raum voller Spiegel. Die anderen Gefährten bleiben hinten dran und verfolgen dann durch eine Glasscheibe, wie Conan gegen ein Gummimonster kämpft, das besiegt wird, in dem man einige der Spiegel zerstört. Warum die Gefährten nicht einfach ihre Scheibe zerstört und zur Hilfe sondern lieber dummguckend zuschauen, bleibt wohl das Geheimnis des Regisseurs. Dieser ist Richard Fleischer, der zwar einige gute Filme produzierte (Wie Tora! Tora! Tora! oder Soylent Green) aber hier völlig danebengriff (und kurz danach mit Red Sonja nochmal so einen richtig miesen Film produzierte). Über die Schauspieler habe ich mich ja schon ausgelassen. Conan the Destroyer fand ich persönlich praktisch unerträglich, irgendwie hab ich es doch geschafft, mit den Film bis zum Ende anzusehen, aber ich werde das sicher nicht noch ein weiteres Mal tun. Dieser Film ist einfach verdammt mies, bietet nur schlechte Witze und praktisch genau zwei gute Szenen: Die eine, in der Conan stockbesoffen Jehnna erklärt, wie man mit einem Schwert angreift (das ist zumindest ein bisschen lustig) und der finale Endkampf. Der Rest ist zum vergessen.
Im Forum kommentieren |