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Contaminator PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
27.09.2010

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Das nicht nur die Türken ganz groß waren, wenn es um das kopieren von Hollywoodfilmen geht, haben die Italiener in den 80ern zur Genüge bewiesen, angefangen bei unzähligen Conan Kopien gab es auch ebenso viele Sci-Filme Machwerke, wo von Star Wars bis Terminator alles kopiert wurde.
Terminator ist auch das gleich das richtige Stichwort, denn Contaminator heißt im Original Terminator 2. Ja, noch ehe James Cameron Arnold Schwarzenegger mal wieder als Cyborg loslassen konnte, haben es die Italiener versucht – oder auch nicht, denn trotz des Titels hat Terminator 2 wenig mit Terminator zu tun. Unter den unzähligen alternativen Titeln (einer wäre noch Shocking Dark) gab es einen passenderen: Alienator.
Der Film lag bei mir eine ganze Zeit lang rum, nicht nur der Titel sondern auch das Produktionsteam sorgte dafür, dass ich mir erstmal viel Mut, also viel Whiskey antrinken musste. Bruno Mattei führt hier Regie, auch wenn er sich unter dem Pseudonym Vincent Dawn versteckt. Das Drehbuch schrieb Claudio Fragasso, Regisseur und Drehbuchautor des Megatrashklassikers Troll 2. Na, das verspricht ja heiter zu werden.

In der Handlung lernen wir, das Venedig in der Zukunft böse verseucht wird oder vielleicht sogar der ganze Planet, ganz klar ist das nicht. Auf jeden Fall ist alles unbewohnbar und böse, so wie wir das aus zigtausend Endzeitfilmen her kennen. Irgendwo unter Venedig gibt es Katakomben und dort waren Wissenschaftler die verschwunden sind. Warum und wieso muss nun von einem Söldnerkommando geklärt werden, die auch noch als Anhängsel eine Wissenschaftlerin dazu bekommen.
Natürlich stellt sich schnell heraus, dass die Wissenschaftler angegriffen wurden und zwar von schleimigen Mutantenmonsteralienviechern die grunzend durch die düsteren Tunnel ziehen.

Was danach folgt ist praktisch eine Kopie von Camerons Aliens. Der Söldnertrupp ist ein Haufen obskurer 80er Gestalten. Bei Aliens gab es Vasquez, welche die Rolle der „Don’t fuck with me“-Söldnerin übernahm, hier haben wir Koster, die mit noch derberen Schimpfwörtern für einige Lacher sorgt. Der Kasperlhaufen stirbt natürlich im Verlauf schneller als man  Rip-Off schreien kann. Übrig bleiben zwei Söldner, die Wissenschaftlerin Sara und noch so ein Typ, der die Rolle von Carter Burke übernimmt, er ist der eigentliche Bösewicht. Aber dazwischen gibt’s erstmal viel Mutantenmonsteraction der ultrabilligen Sorte. Die Kulissen sind natürlich mal wieder die altbekannten, schlecht beleuchteten Lagerhallen. Als Waffen fungieren Spielzeuggewehre und die Söldner tragen geniale Rüstungen bestehend aus angepinselten Westen und altmodischen Motorradhelmen. Klasse.

Aus Aliens wurde alles kopiert, so trifft man natürlich auf ein kreischendes Kind und einige Szenen wurden 1:1 nachgedreht, wie etwa jene als Newt und Ripley mit einem Alien eingesperrt waren, das gleiche gibt es hier auch, nur das direkt 2 Mutantenmonsteraliens dabei sind.
Irgendwann so nach einer Stunde Spielzeit ist dann alles tot bis auf Sara, das kreischige Kind und den bösen Carter Burke Ersatz Samuel Fuller. Dieser hat sich mittlerweile als Cyborg enttarnt und was nun folgt kennen wir dann von Terminator. Sara kämpft und schießt auf den Cyborg der unbesiegbar grinst, ehe er von einem Stromschlag gegrillt wird. Zumindest halb, denn er überlebt das zumindest. Was dann folgt ist eine der lustigsten Szene, denn Sara „besiegt“ ihn mit einem Dampfrohr und damit ist nicht gemeint, das sie ihn in bester Commando-Manier aufspießt, nein, ein bisschen Dampf macht die Maschine, die vorher immer „Ich bin unbesiegbar“ rumbrüllte, platt. Dummerweise hat er vorher einen Selbstzerstörungsmechanismus gestartet der die Katakomben oder Fabrikanlagen oder was es nun auch immer sind, in die Luft sprengt und einen Virus auf die Erde freisetzt, der scheinbar böse ist. Obwohl anfangs davon gesprochen wurde, dass schon alles verseucht und böse ist, geht es scheinbar noch extremer (Die Handlung macht echt keinen Sinn)

Das Ende dann mit der Zeitmaschine muss jeder selbst gesehen haben, das ist einfach nur unglaublich.

Contaminator, Alienator oder Terminator 2 – wie auch immer man den Film nennen mag, es ist einfach ein unglaubliches Trashwerk. Die Schauspieler die allesamt unbekannt sind, sind gruselig schlecht. Da werden Grimassen gezogen, die man erlebt haben muss, da wird unglaubwürdig geschauspielert, dass sich die Balken biegen. Auch die Dialoge sind so wunderbar schlecht, dass man vor Lachen irgendwann am Boden liegt. Ein gutes Beispiel ist, als zwei Söldner unterwegs in einem Tunnel sind, der eine hat einen Peilsender, der ankündigt, dass böse Mutanten auf dem Weg sind. Er verständigt seinen Anführer:
Soldat: Captain, there’s someone in the perimeter
Captain (ganz ruhig und gelassen): Alright, stay calm now, give me Cain
Cain: Captain, he’s right, there’s something here
Captain (nun völlig außer sich): Come back immediately!
Man muss die Szene erlebt haben um zu sehen wie absurd und albern das Verhalten des Captains ist.
Auch sonst werden viele lustige Dialoge geboten, die übliche Musik die irgendwo zwischen 16-Bit Shoot ‘em Up und Casio Keyboard schwankt und eben die Fabrikkulissen.

Insgesamt ist dieser Aliens/Terminator Rip-Off Vermischtrash verdammt unterhaltsam, man muss natürlich Trash mögen, man sollte die beiden Originale kennen und man sollte in nicht gerade nüchternem Zustand sein, aber dann entfaltet Contaminator ein sehr gutes Trashpotential, der Film macht einfach Spaß.

Bewertung
7/10
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