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Das Millionenspiel PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
13.09.2009

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In den 60ern und 70ern ging in Deutschland nochmal ein Ruck durch die Filmlandschaft. Der neue deutsche Film brachte viele geniale Regisseure ins Rampenlicht, die ebenso geniale Filme drehten. Hier zeigte man, dass man in Deutschland auch mehr kann, als peinliche und unlustige Komödien zu produzieren.

Das Millionenspiel ist ein Fernsehfilm, der 1970 das erste Mal gesendet wurde und durchaus einen kleinen Skandal auslöste. Denn viele Zuschauer waren geradezu empört über das was sie da sahen, dachten es wären real und liefen Sturm beim Fernsehsender. Gleichzeitig gab es aber auch viele Menschen, die selbst beim Millionenspiel antreten wollten.

In diesem Spiel steht eine Person im Mittelpunkt, die sieben Tage auf der Flucht quer durch Deutschland ist. Verfolgt von drei Jägern, die den Auftrag haben, den Kandidaten zu fangen oder direkt zu töten. Bernhard Lotz ist bereits der 15. Kandidat der Show, wir erleben ihm am siebten und letzten Tag, wo er das Filmstudio erreichen muss. Nicht nur nervlich sondern auch körperlich völlig am Ende, sind ihm die drei Jäger Köhler, Witte und Hensel dicht auf die Fersen. Nur durch die Hilfe zahlreicher Zivilisten kann Lotz entkommen und trifft am Ende im Studio ein, wo mit der Todesschlange die letzte Prüfung wartet, ehe er die Million Mark in Empfang nehmen kann.

Das von Wolfgang Menge und Regisseur Tom Toelle verfasste Drehbuch, basiert auf der Kurzgeschichte The Prize of Peril von Robert Sheckley. Liest man sich die Inhaltsangabe durch, wird man wohl unweigerlich Paralellen zu Stephen Kings Running Man und dessen Verfilmung feststellen. Kings Buch kam aber einige Jahre, erst in den 80ern, heraus. Auch er dürfte wohl Sheckleys Buch als Inspiration benutzt haben.
Anders als der Running Man ist die Gesellschaftskritik beim Millionenspiel aber ungleich höher. Im Film werden laufend Zivilisten befragt, was sie von der Sache halten und obwohl Abscheu geäussert wird, regiert doch die Neugier und so schalten alle brav ein.

Gerade aus heutiger Sicht ist es erstaunlich, was für ein realistisches Zukunftsbild dieser Film abzeichnet, gerade im Hinblick auf die doch naive Fernsehlandschaft anno 1970, als es lediglich die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender gab, die ein braves und familientaugliches Programm ausstrahlten. Im Film haben wir dagegen einen fiktiven Privatsender, der seine Erfolgsshow mit zahlreichen Werbespots eines ebenfalls fiktiven Unternehmens unterbricht. Auch die Show selbst, erinnert mit ihrer Exploitation und der Tatsache, dass sowohl der Moderator als auch die Außenkamerateams alles wie eine Art Sportevent darstellen, an heutige Reality Shows.

Sehr spannend inszeniert, stören eigentlich nur die ab und zu eingeblendeten Aufnahmen zur Regie und Aufnahmeleitungen. Dieser Blick hinter die Kulissen, nimmt ein wenig vom realistischen Feeling des Millionenspiels und tragen auch leider nicht zur Handlung oder dem weiteren Filmverlauf bei. Man hätte sie sich sparen können.
Zum Glück sieht man das nur selten, das ständige Gespringe zwischen Studio und Außenreporter bzw. Kameramänner die in der Nähe von Lotz sind, ist dagegen genial und realistisch gemacht.

Viel zu dieser Glaubwürdigkeit trägt auch Dieter Thomas Heck bei, der hier den Moderator spielt und das natürlich kann, er spielt sich quasi selbst. Jörg Pleva verkörpert den Gejagten sehr glaubwürdig und in der Rolle des Anführers der Jäger findet man Dieter Hallervorden. Recht ungewohnt, aber hier war er noch einige Jahre von seiner Komikerzeit entfernt und spielt eher einen recht unsympathischen und gefährlich wirkenden Menschen. In weiteren Rollen finden sich bekannte Namen wie Heribert Fassbender oder Friedrich Schütter.

Auch wenn man dem Millionenspiel direkt ansieht, dass es ein Produkt der 70er ist, so ist es doch ein sehr unterhaltsamer, sozailkritischer Film mit einer nach wie vor aktuellen Aussage gegen die Exploitation die beim Fernsehen stattfindet. Mit Sicherheit ist dieser einer der besten deutschen Filme der letzten 40 Jahre. 

Bewertung
8,5/10
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Letzte Aktualisierung ( 13.09.2009 )
 
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