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Normalerweise ziehe ich bei Filmen und Serien den Originalton vor, Synchronisationen stelle ich auf eine Stufe mit schlechten Coversongs. Zu viele Dialoge werden meist durch schlechtere ersetzt, Fehler und Pannen schleichen sich ein und ein Synchronsprecher spricht meist allein schon 4-5 Hollywoodstars, was einfach blöd klingt. Aber, wie bei allem im Leben gibt es die bekannten Ausnahmen, wo sich eine deutsche Vertonung lohnt. Das bekannteste Beispiel sind die Filme mit Bud Spencer und Terence Hill, die durch die Blödelsynchro noch spaßiger sind.
Das Söldnerkommando profitiert von einer gleichen Blödelsynchro. Denn an sich könnte das hier einfach nur ein zweitklassiger Actionfilm sein, der durch schlechte Schauspieler und Effekte auffällt. Aber diese Vertonung sorgt dafür, dass man es mit einem ultratrashigen Partyknaller zu tun hat. Man gebe sich nur folgenden Dialog: "Tagchen, ist das Leben noch frisch? ... Das is´ ja 'n glatter Korb, wieso?" "Denk´ nach!" "Ihr wollt das für nass und nicht löhnen?" "Pfusch bezahlen wir nicht, du kannst nen anderen bescheißen" "Ihr Burschen, ihr Supermacker nagelt alle, hä? Da seid ihr bei mir an der richtigen Adresse – für nass is nich! Deine Waschstraße hat'n Leck!" "Ich glaube, die kesse Lippe höre ich mir nicht lange an. Wenn du was vernünftiges lieferst bekommst du Kröten. Schrott kannst du den Chinesen anbieten, vielleicht fallen die drauf rein." "Is wirklich 'n ganz starker Vortrag, auf den ich 'n absoluten Minus-Bock habe..." "Fein. Das Dumme ist, dass Minus-Böcke keine Piepen bringen." "Ich steh´ aufm Schlauch, ich brauch sofort Bares..." "Hm, ist nicht drin" "Das sagst du so cool, ich schwitz doch nicht die ganze Woche um mir so ne Texte anzuhören. Ich will Mäuse." "Du hast'n Knick in der Leitung. Du Vogel nervst!" "Ich nerv dich noch viel mehr, wenn du nicht endlich anfängst raus zu reißen." Und so geht das den ganzen Film lang, mit wunderbaren Wortkreationen (Krankenkassenchopper für Rollstuhl) und völlig falsch gewählten Sprechern. So wird der Bösewicht von Edgar Ott gesprochen, den man wohl in erster Linie als Stimme von Benjamin Blümchen kennt und das muss man einfach erlebt haben.
Die Handlung ist recht schnell erzählt. Joseph Lawrence ist unsere Hauptfigur und wird von einem bösen Mob überfallen, er kann sich zwar mit ein paar ungeübten Tritten und Schlägen wehren, wird dann aber einfach angeschossen und muss zusehen wie seine Freundin vergewaltigt und ermordet wird. Das verkraftet er nicht und so trommelt er seine ehemaligen Vietnamkollegen zusammen, die mit lustigen Sprüchen und schlechtem Kung-Fu durch die Kulissen hüpfen und sich rächen wollen. Für Namen hat es nicht mehr gereicht, die Gestalten werden einfach nur mit wunderlichen Bezeichnungen wie Bratenbengel angesprochen. Ein Ninja taucht dann auch noch auf und zünftige Vietnamrückblicke mit kickboxenden Vietcongs runden das gelungene Bild ab. Damit dieser Trashfilm auch so richtig episch wird, gibt es noch eine Pornomusik die an 70er Jahre Blaxploitation a la Black Belt Jones erinnert.
Die Schauspieler sind natürlich so richtig schlecht, aber es ist einfach klasse, wie sie meterweit bei den Kämpfen vorbeischlagen oder in den Vietnamrückblicken mit Spielzeugpistolen herumspringen.
Das Söldnerkommando ist einfach grandioser Trash – aber eben nur auf deutsch.
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