|
Die Hard with a Vengeance ist an sich gar kein Die Hard-Sequel, denn das Drehbuch sollte ursprünglich ein eigenständiger Film werden. An sich merkt man das schon von der ersten Sekunde an, denn der Film geht in eine völlig andere Richtung als die ersten Filme rund um John McClane, auch wenn hier wieder John McTiernan Regie führte.
Aber das muss ja nichts schlechtes sein. Nachdem der zweite Teil zumindest mich sehr enttäuschte, weil es praktisch nur eine Kopie des ersten in einem anderen Setting war, hat man hier etwas mehr Abwechslung. Das fängt schon bei der Location New York an und dem Fakt das es gerade wärmster Sommer ist. McClane ist eigentlich suspendiert, als plötzlich eine Bombe explodiert und ein merkwürdiger Typ bei der Polizei anruft. Er fordert McClane zurück in den Dienst und spielt ein paar Spiele mit ihm, das alles dient als Täuschungsmanöver um währenddessen eine große Bank ausrauben will.
Simon Gruber gibt einen sehr interessanten Bösewicht ab. Er ist recht intelligent und hat so einen ausgefallenen Plan ausgearbeitet um die ganze Polizei in die Irre zu führen. Dass er auch noch Hans Grubers Bruder ist, macht die Sache interessanter, auch wenn man vielleicht sagen könnte, dass es etwas aufgesetzt wirkt.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Filmen ist McClane auch nicht als Einzelkämpfer unterwegs, sondern hat die Polizei hinter sich und einen rassistischen schwarzen Ladenbesitzer, der durch Simons Drohungen fest an McClane gebunden ist. Leider fällt gerade das als etwas einfallslos auf. Das altbekannte Copbuddygetue und sie können sich nicht leiden, raufen sich am Ende aber doch als gute Freunde zusammen. Man hat das mittlerweile eindeutig zu oft gesehen.
Viel Action wird geboten. Da explodierte eine Bombe im U-Bahnschacht, da werden Polizisten erschossen und es gibt so denkwürdige Szenen wie das Wasserbehälterrätsel. Leider ist gerade der Showdown etwas kurz und schnell ausgefallen. Die vielen bösen Gehilfen von Simon tauchen gar nicht mehr auf, weil sie von der Polizei umstellt werden und Simon stirbt auch viel zu schnell und auf eine recht langweilige Art und Weise. Hier wäre das alternative Ende, zu finden auf der SE DVD, wesentlich besser. Das ist zwar sehr abgedreht, weil Simon und McClane praktisch russisches Roulette mit einem Raketenwerfer spielen, aber gerade weil John Simon hier mit seinen eigenen Waffen (Rätseln) schlägt, macht das schon viel mehr Sinn.
Abseits dessen ist aber der Film sehr flott und actionreich inszeniert, trotz der etwas längeren Spielzeit kommt es nur ganz selten zu etwas arg lang gestreckten Szenen, wie der ganzen Evakuierung in der Schule. Die Schauspieler machen ihre Sache gut. Bruce Willis in seiner Paraderolle, wobei McClane hier mit einem extremen Hangover rumkämpft, der charakterliche Absturz wirkt aber sehr glaubwürdig. Jeremy Irons ist ein guter Schauspieler und spielt Simon Gruber sehr genial, vor allem stimmlich ist er ja ganz klasse, schon allein deshalb sollte man sich den Film im Original ansehen, Irons’ Synchrostimme ist extrem unpassend. Der dritte große Name ist Samuel L. Jackson auch dieser kann sehr überzeugen.
Insgesamt platziert sich Die Hard with a Vengeance zwar mit etwas deutlichem Abstand hinter Die Hard, allerdings immer noch vor den beiden anderen Teilen. Es ist ein guter Film, aber einige Längen und das fehlen eines richtigen Showdowns verhindern einfach eine höhere Wertung.
Im Forum kommentieren |