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Der Schock muss damals tief gesessen haben. 1964, als Sergio Leone seinen ersten Western veröffentlichte. Denn ganz anders als die John Wayne Streifen, waren seine Western böse und real. Hier gibt es keine strahlenden Helden, die perfekt sind und keine Bösen, die man hassen muss und auch die Duelle laufen niemals fair ab. Stattdessen hat man Menschen, die so handeln, dass es ihnen selbst am nützlichsten ist, auch wenn sie dabei das Gesetz brechen müssen oder Moral und Ethik kurzerhand vergessen. Spaghetti-Western nannte man das fortan, obwohl hier fast gar nichts italienisch ist, mal abgesehen von Regisseur Sergio Leone. Gedreht wurde in Spanien, mit Clint Eastwood hat sogar ein Amerikaner die Hauptrolle und das Ganze ist auch lediglich das Remake eines japanischen Films: Yojimbo. Clint Eastwood macht seine Sache sehr gut. Als wortkarger Fremder, der in einer Stadt einzieht, welche von 2 Banden terrorisiert wird. Jene bekämpfen sich schon seit Jahren und der Neuling, der wohl Joe heißt, merkt schnell, dass er dies zu seinem Vorteil nutzen kann und spielt beide Banden gegeneinander aus. Inszeniert ist das Ganze aber noch etwas holprig. Verglichen mit den beiden Nachfolgern oder Leones Meisterwerk, Spiel mir das Lied vom Tod, ist das hier noch eine Rohfassung des typischen italienischen Westerns. Kameraführung und Regiearbeit sind auf jeden Fall verbesserungswürdig und auch Ennio Morricone hat später bessere Soundtracks veröffentlicht. Aber gerade dieser weit von Perfekt entfernte Stil macht den Charme dieses Films aus. Für eine Handvoll Dollar ist also Pflicht für jeden Fan echter Western, genauso wie die beiden Sequels.
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