Home arrow Filme arrow Full Metal Jacket 04 September 2010  
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Full Metal Jacket PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
08.03.2008

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Irgendwie will mir dieser Film nicht so absolut gefallen und persönlich frag ich mich schon, warum er so beliebt ist. Mein Hauptproblem ist das er so zusammengestückelt wirkt und  irgendwie nicht einen ganzen Film ergibt.

Vietnam ist mal wieder das große Thema, aber erstmal wird das beiseite geschoben und wir lernen die neuen Rekruten kennen, die gerade in Pariss Island eingeliefert werden und Marines werden wollen. Der Film schafft es hierbei sehr gut die Grundausbildung so realistisch wie möglich darzustellen. Das liegt nicht zuletzt am Drill Instructor Hartman der von R. Lee Ermey dargestellt wird. Ermey ist durch diese Rolle ja legendär geworden und spielt gerade seit dem eigentlich nur Drill Instructor. Er war das ja auch im richtigen Leben. Er unterdrückt die zukünftigen Soldaten, beleidigt sie, gibt ihnen lächerliche Namen und versucht sie fertig zu machen wo es nur geht.
Die Hauptfigur unter den Marines ist James T. Davies (gespielt von Matthew Modine), der von Hartman sofort Joker genannt wird, aber auch der einzige ist, der zumindest nicht gänzlich den Arschkriecher spielt.
Die andere wichtige Figur in diesem ersten Teil des Films ist Leonard Lawrence, wo sich wohl jeder fragt warum er überhaupt bei den Marines ist. Er ist übergewichtig und scheint auch nicht sonderlich helle. Auch für ihn hat Hartman den passenden Namen: Private Pyle, benannt nach dem tumben Tankwart Gomer Pyle aus der Andy Griffith Show. Persönlich fand ich den Namen Paula in der deutschen Synchro schon immer etwas plump und billig. Lawrence bringt kaum etwas auf die Reihe und zieht sich so den Hass seiner Marinekollegen zu die sich an ihm rächen, auch die ständigen Herabwürdigungen von Hartman sorgen dafür dass er langsam durchdreht.

Dieser Teil des Film ist wie gesagt, da sehr realistisch und die Schauspieler eine gute Leistung abgeben. Vor allem Vincent D’Onofrio der Lawrence spielt, macht seine Sache sehr genial. Er hat sich vor dem Dreh ja unglaubliche 70 Pfund für die Rolle angefressen.
Nachdem er durchdrehte und sowohl sich als auch Hartman beseitigt, geht es sofort nach Vietnam.

Hier zerfällt der Film meiner Meinung nach ein wenig. Zwar ist Joker immer noch die Hauptfigur und man erlebt seinen Streifzug durch Vietnam, da er für ein US Militärmagazin schreibt, aber irgendwie wirkt das alles ohne wirklichen roten Faden und das Tempo ist auch ziemlich langsam. Zwar muss man sagen, das gerade die Kämpfe sehr realistisch und glaubwürdig dargestellt werden aber es entsteht sehr viel Leerlauf und nur wenige Szenen, wie z.B. die rund um den weiblichen Sniper, die ein paar US Soldaten plättet können wirklich überzeugen. Was will der Film eigentlich sein? Kriegsfilm? Anti-Kriegsfilm? Anti Anti-Kriegsfilm? Es reicht vielleicht nicht, das Joker auf seinem Helm Born to Kill stehen hat und auf seiner Weste das Friedenszeichen um die „Dualität des Menschen“ darzustellen. Es zeigt sich auch das Problem, dass die Charaktere einfach keine Tiefe besitzen. Da haben wir Joker und Animal Mother, die etwas Kamerazeit zum Charakteraufbau bekommen, der Rest bleibt aber ein Haufen charakterloser Soldaten. Gut, vielleicht war das beabsichtigt als Kritik am Krieg, aber irgendwie wirkt der Film so eben seelenlos. Da wird ein Soldat erschossen, er lebt aber noch, das Blut spritzt, er schreit…aber mir als Zuschauer hat das nichts gegeben. Weder fühlt man irgendwie mit, noch denkt man sich „Warum ausgerechnet der“. Es ist einfach nichts da und diese Seelenlosigkeit ist es, die den zweiten Teil so schlecht macht.

Gerade deshalb enttäuscht das auch, weil Kubrick doch sonst als Perfektionist bekannt war. Der Perfektionismus ist auch bei diesem Film spürbar. Originalwaffen und Fahrzeuge wurden eingesetzt und man merkt nicht mal, das der ganze Film in Docks und einem Gaswerk in London gedreht wurde und eben nicht in einer vietnamesischen Stadt. Auch bei der Musik gab man sich große Mühe, der Soundtrack ist auf jeden Fall gelungen, vielleicht sogar das Beste an der zweiten Filmhälfte.

Handwerklich ist Full Metal Jacket also genial, die Schauspieler sind auch toll und die erste Hälfte sehr gelungen. Danach kann man aber auch einfach abschalten ohne wirklich was zu verpassen.

Bewertung
6/10
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