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Filme rund um die Mafia gibt es ja viele. Viele sind gut, viele sind schlecht und nur wenige wirklich genial. Klar denkt man sofort an die Godfather Trilogie, aber fast noch ein Stück besser ist GoodFellas. Vielleicht, weil dieser Film auf realen Ereignissen basiert oder vielleicht auch, weil man hier 3 Leute beteiligt hatte, die einfach unglaublich gut zusammenpassen. Die Rede ist dabei natürlich von Regisseur Martin Scorsese und den beiden Schauspielern Robert De Niro und Joe Pesci. Sie haben ihr gelungenes Zusammenspiel schon in Raging Bull bewiesen (und ohne Joe Pesci natürlich in Taxi Driver) und sollten es noch mal bei Casino zeigen. Im Mittelpunkt steht aber ein anderer: Henry Hill. Dieser wollte schon als kleiner Junge unbedingt Gangster werden und erfüllte sich diesen Traum sehr früh, sehr zum Missfallen seiner Eltern. Mit Hilfe von Mobboss Paul Cicero und dessen Gehilfe Jimmy Conway steigt Hill sehr schnell nach oben und schon steckt er mitten in den ersten Auftragsmorden. Der Höhepunkt folgt einige Jahre später im berühmten Lufthansaraub. Von diesem „Karrierehighlight“ aber geht es recht schnell steil bergab und Hill und seine Freunde landen bald im Gefängnis. Wieder raus, wollen sie natürlich kein legales Leben anfangen und satteln schnell um auf Drogenhandel. Ein lukratives Geschäft, bis das FBI auf Hill, der mittlerweile selbst kokainabhängig ist, aufmerksam wird. Der Abstieg erfolgt ebenso schnell wie der Aufstieg und Hills einzige Chance ist nun nur noch, mit dem FBI zusammenzuarbeiten und seine ehemaligen Freunde zu verraten. Das Martin Scorsese große Filme inszenieren kann, hat er ja schon mehrfach bewiesen und vielleicht ist GoodFellas sein großes Meisterwerk. Die Geschichte die hier erzählt wird, ist klasse. Aber das ist ja auch verständlich, das Leben erzählt nun mal die besten Geschichten und verzichtet dabei auf überflüssige Romantik oder Klischees. Dingen, welchen sich selbst die Godfatherfilme nie wirklich entziehen konnten. Es wird ja auch das Privatleben der Gangster gezeigt, ihre Frauen und wie sie mit ihnen umgehen und all die kleinen Probleme. Schnell merkt man, dass Gangster nie wirklich Freunde sind, sondern eher eine Art Zweckgemeinschaft bilden. Solang alles nach Plan läuft versteht sich. Geht etwas schief, folgt das große Misstrauen und schnell wird man von seinen eigenen „Freunden“ erschossen und in irgendeinem Erdloch vergraben. Der Film zeigt dies auf sehr eindrucksvolle Weise. Ausufernde Bilder, geniale Musik, die von den Rolling Stones über die Marvelettes bis hin zu Cream reicht. Die Schauspieler sind dabei aber natürlich das eigentliche Highlight. Ray Liotta ist zwar vielleicht nicht der beste Schauspieler, aber er gibt sich zumindest große Mühe. Über Robert De Niro muss man ja nichts mehr sagen, in solchen Gangsterfilmen ist er einfach am besten und wohl auch die wesentlich bessere Wahl für die Rolle des Jimmy Conway als der ursprünglich geplante Schauspieler Al Pacino. Witzigerweise hat jener hier abgesagt, weil er Angst hatte, dass er in zu sehr in diese Gangsterecke gedrängt wird und nur noch solche Rollen spielt. Wenig später unterschrieb er für den Film Dick Tracy – und spielte einen Gangsterboss… Das wirkliche Highlight ist aber Joe Pesci, der für seine Rolle einen Oscar erhielt und dieser absolut verdient war. In der Rolle des übertrieben gewalttätigen, egomanischen und dauerfluchenden Tommy DeVito ist er einfach genial und spielt das alles erschreckend real. GoodFellas ist wohl der beste Film der 90er und deshalb kann es hier nur die volle Punktzahl geben.
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