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Gran Torino PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
14.11.2009

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Das man sich mit Clint Eastwood besser nicht anlegt, weiß man schon seit den 60ern, seit er den namenlosen Revolverhelden in der Dollar-Trilogie spielte. Aber auch im neuen Jahrtausend und mit fast 80 Jahren ist Clint noch ein harter Hund. Dieses neue Jahrtausend brachte einige alternde Schauspieler wieder zurück ins Rampenlicht. Nach Million Dollar Baby folgte 2008 Gran Torino und neben der Regie übernahm Eastwood auch die Hauptrolle.

In dieser spielt er den Koreakriegsveteran Walt Kowalski, der zwar selbst polnische Wurzeln hat, aber ganz den Amerikaner in sich sieht, was leider auch zu unverhohlenem Rassismus führt. Er wohnt in einem Vorort von Detroit, das ähnlich wie diese Stadt, sehr heruntergekommen ist. Gangs fahren durch die Straßen und immer mehr Immigranten ziehen her, während Walts Freunde schon längst davon sind. Aber nicht nur die Ausländer bereiten ihm Probleme sondern auch der aufdringliche Pater Javonich, der es gar nicht versteht, warum Walt nicht in die Kirche kommt, wogegen seine kürzlich verstorbene Frau doch so religiös war. 
Alles, was Walt noch hat sind sein Haus, sein Hund und sein Auto, ein 1972er Ford Gran Torino Sport, auf den seine Enkelin scharf ist, die ebenso wie seine restliche Verwanschaft gar nicht abwarten kann, das er endlich auch in einen Sarg einzieht.

Das Auto zieht allerdings auch noch andere Leute an, genauer gesagt, den Nachbarsjungen Thao, der dieses Auto klauen will - als Teil einer Mutprobe um in die Gang seines Cousins zu kommen. Walt kann ihn vertreiben. Wenig später rettet er ihn sogar, eher unfreiwillig, vor der Gang und wird so zum Held der Straße, als er später auch noch die Nachbarstochter Sue rettet, wird er mit Geschenken vollgepflastert und zu einem BBQ eingeladen. Seine zweifelhaften Kommentare kann er sich zwar nicht sparen, aber so langsam entsteht eine gute Freundschaft zu dieser Familie.

Doch die Situation mit der Gang eskaliert schon bald aufs neue.

Walt Kowalski hat es schon nicht leicht. Er war im Krieg, er hat jahrzehnte für Ford gearbeitet und dann will ihn niemand mehr sehen, außer der Pater der nervt. Seine Verwandten sind nur scharf auf sein Haus und sein Auto und dann muss er zusehen wie seine einst heile Welt „zerbricht“, weil immer mehr Immigranten, vor allem aus Asien angestiefelt kommen. Aber hinter dieser doch sehr rauen Schale, verbirgt sich eigentlich ein netter Mensch. Dies zeigt sich eben dadurch, dass er seinen Nachbarn hilft und Thao sogar Arbeit verschafft.
Auch wenn der Film eindeutig ein Drama ist, kann man es sich ab und an nicht verkneifen einfach mal zu lachen, wenn Kowalski mal wieder kräftig losflucht oder von der Oma von nebenan düpiert wird

Clint Eastwood ist natürlich der Star des Films, steht im Mittelpunkt und spielt gewohnt stark die Rolle, die mich immer auch ein wenig an Dirty Harry erinnert. Hier empfiehlt es sich einfach, den Film im Originalton zu sehen, denn kein Synchronsprecher dieser Welt kann auch nur annähernd an diese Coolness heranreichen, die Eastwood auch im hohen Alter noch locker aus dem Ärmel schüttelt. 
Dies ist auch gut so, denn man muss leider sagen, das die Nebendarsteller allesamt nicht sonderlich überzeugend sind. Gut, die meisten von ihnen haben ihr ihren ersten Leinwandauftritt hinter sich und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Vor allem Bee Vang und Ahney Her die Thao und Sue spielen, wirken aber hin und wieder ein wenig unbeholfen.

Dies und die Tatsache, das die Handlung und deren Verlauf alles andere als revolutionär sind, sorgen aus meiner Sicht dafür, dass Gran Torino nicht der Weltklassefilm ist, für den er von so vielen gehalten wird. Aber schlecht ist er auf keinen Fall. Er unterhält und macht Spaß. Clint Eastwood rockt auch im hohen Alter noch, ich könnte mir ehrlich gesagt keinen anderen Darsteller vorstellen, der diese Rolle so trocken, ernst und doch fast ein wenig komödiantisch rüberbringen könnte.

Bewertung
8,5/10
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