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Heat oder: Das Zusammentreffen zweier großer Namen aus Hollywood. An sich ist es schon erstaunlich, das es einige Jahrzehnte dauerte, bis sich Robert De Niro und Al Pacino gemeinsam vor der Kamera fanden, spätestens in den 80ern hätte dies ja passieren müssen. Aber so geschah es eben erst 1995 in Michael Manns Heat. Der Film ist nebenbei ein Remake von L.A. Takedown, ein Film den Mann 1989 für das Fernsehen produzierte. Bei einer Besetzung mit De Niro und Pacino weiß man natürlich sofort worum es hier geht: Gangster und Cops, Verbrechen und Gesetz, denn ist, was die beiden am besten können und was Robert De Niro am besten kann, ist den Bösewicht spielen. So auch hier in Form des Verbrecher-Genies Neil McCauley der mit seiner Bande Überfälle sehr geschickt durchführt und der Polizei immer so weit voraus wie das A-Team. Pacino spielt so einen Cop, Lt. Vincent Hanna. Nun könnte man meinen, es ist ein normaler Actionfilm, wo sich beide belagern und es am Ende zum großen Shootout kommt, Heat bietet aber dann doch eine wesentlich tiefgreifendere Handlung. Immerhin wollen ja fast 3 Stunden gefüllt werden. So sehen wir am Anfang McCauley der mit seiner Bande bestehend aus Chris Shiherlis, Michael Cheritto und Trejo (Jep, Danny Trejo ist so cool, das sich der Drehbuchautor nicht mal traute einen anderen Namen für seinen Charakter zu geben) und dem Neuling Waingro (Das könnte auch ein Bösewicht von Saber Rider sein) einen Geldtransporter zu überfallen. Alles läuft glatt bis Waingro durchdreht und einen der Wachmänner erschießt, um keine Zeugen zu hinterlassen müssen auch die beiden anderen ins Gras beißen. Die Flucht gelingt, aber Neil ist ziemlich angepisst und will Waingro beseitigen. Dieser kann aber fliehen und sinnt auf Rache. Und rächerisch geht es auch weiter, als McCaules erfährt, das die Wertpapiere einem schmierigen Typ namens Roger Van Zant (Lynyrd Skynyrd? Was ist nur mit den Namen in diesem Film?) gehört, der sie zurückkaufen will und den Ganoven dafür 60% des Wertes geben will. In Wirklichkeit plant Van Zant natürlich die Ganoven umbringen zu lassen und sich die Wertpapiere so zurück zu holen. Nachdem McCauley auch diesem Anschlag entgehen kann, will er sich an Van Zant rächen. Damit Heat nicht nur aus Mord und Geballer besteht, wurden natürlich noch ein paar private Geschichten eingeflechtet. Im Prinzip kann man sagen, das sowohl McCauley als auch Hanna vieles gemeinsam haben. Beide leben für ihren jeweiligen „Job“, wodurch ihr Prvatleben leidet, aber sie können eben auch nicht aufhören für den Job zu leben. Während McCauley völlig einsam als Single lebt, hat Hanna mittlerweile die dritte Frau und da kriselt es natürlich ganz gewaltig. Wobei mir gerade diese privaten Szenen schon fast wie aus einer schlechten Soap vorkommen. Denn ich denke mir, wenn eine Frau einen Cop heiratet, ist doch klar, worauf sie sich einlässt. Aber hier wird mal wieder die „Du bist nie da, du lebst nur für deinen Job, buhuhuhu“-Schiene samt Seitensprung aufgefahren. Klischeehaft? Absolut! McCauley trifft derweil auf eine Frau, die praktisch sein Leben verändert und dazu führt, dass er nach einem groß geplanten Bankraub mit dem kriminellen Leben aufhören will… Was man Heat zu Gute halten muss, ist eben, dass es nicht nur ein stupider Actionfilm sein will, sondern mehr, mit Tiefgang und Charakteren die nicht nur eindimensionale Grunz- und Ballerköpfe sind. Vielleicht ist es da unvermeidlich, das man auf Klischees zurückgreift, etwas interessanter, hätten aber gerade diese Szenen schon sein dürfen. Genauso wie auch das Ende ein bisschen merkwürdig erscheint und klischeehaft endet. An der Action gibt es dagegen nichts auszusetzen. Die Überfälle sind spannend inszeniert, genauso spannend ist es auch, wie Hanna der Truppe auf die Spur kommen will und sich da richtig akribisch an die Arbeit macht. Der große Shooutout mitten auf einer Straße ist auch richtig gut in Szene gesetzt und ein Highlight des Films. Im 60 Millionen Budget des Films war genug Platz für eine ganze Ladung bekannter Schauspieler. Robert De Niro wird durch sein Team abgerundet, das neben Danny Trejo noch aus Val Kilmer (Chris Shiherlis), Tom Sizemore (Michael Cheritto) und Jon Voight (Nate, der Auftraggeber und helfende Hand). Waingro wird von Kevin Gage gespielt. Diane Venora spielt die Frau von Vincent Hanna, während Amy Brenneman das Love Interest von NeilMcCauley darbietet. In weiteren Rollen finden sich noch Ashley Judd, Natalie Portman, Hank Azaria, Henry Rollins und Tone Loc. Robert De Niro gibt mal wieder eine richtig Darbietung ab, während Al Pacino mal wieder ganz stark das Overacting ausgepackt hat, teilweise haben mich seine Szenen mehr an Tony Montana als einen Cop erinnert und mitunter wirkt es etwas unpassend. Val Kilmer hat mir auch richtig gut gefallen, während Kevin Gage den psychopathischen Waingro ebenfalls gut aufbietet. Die meisten anderen Schauspieler sind sehr an den Rand gedrängt und fast nur Statisten. Bleibt noch die Frage, wie man Heat bewertet, persönlich fällt mir das schwer. Auf der einen Seite gibt es viele gute Szenen, sehr gut inszenierte Shootouts und einfach einen handwerklich gut gemachten Film. Auf der anderen Seite stehen viele Klischees, einige unlogische Momente (McCauley wird als Superbandit der wohl sogar das Gras wachsen hören kann und trotzdem kann ihm Waingro in einer Szene auf absurdeste weise entkommen, obwohl schnell klar wird, das Waingro eigentlich nur ein recht dummer Psychopath ist) und einige Szenen könnte man locker kürzen. Unterhalten hat mich der Film aber trotzdem sehr gut, die Schwächen sind da, aber nerven nicht so extrem wie erwartet.
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