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Mal wieder eine Videospielverfilmung, in den letzten Jahren werden die Kinos davon ja regelrecht überflutet. Dieses mal trifft es also den Hitman. Hitman – Codename 47 und seine bislang 3 Nachfolger sind tolle Spiele, mit einer interessanten Handlung, ob der Film da anknüpfen kann?
Im Spiel steuert man 47 einen Auftragsmörder von einer Agentur, die Klonkiller erstellt. Im Film wird das erstmal gekonnt über Bord geworfen, man will uns eher erzählen, dass einfach wahllose Kinder weggesperrt, trainiert und tätowiert werden. Einen Grund für diese Änderung sehe ich schon mal nicht, denn ob Klon oder geklautes Kind, doof ist beides. Letzteres ist im Film aber noch doofer, das sich die Macher nicht zu blöd waren, Szenen aus der Serie Dark Angel dafür zu recyclen. 47 soll den russischen Präsidenten töten, trifft aber nur den Doppelgänger und dann verliert sich die Handlung in irren Wirrungen. Es gibt eine Zeugin namens Nika, die 47 nun beseitigen soll, gleichzeitig werden alle anderen Hitman auf 47 angesetzt, weil der die Mission versaut hat. Interpol mischt auch noch mit und am Ende kennt sich niemand mehr aus. Die Handlung ist aber, das merkt man recht schnell, eh nur Nebensache. Ein Actionfilm will dieses Vehikel sein. Die Spielereihe würde ja genug Stoff für einen wirklich interessanten Film aus diesem Metier hergeben. Vielleicht hätte man auch wirklich lieber zu episodenhaften Aufträgen greifen sollen, statt eine 08/15 Handlung zu konstruieren.
Die Frau, die 47 umbringen soll, wird natürlich für eine recht merkwürdige Lovestory hergenommen. Der Hitman kennt keine Gefühle, er ist ein Mörder ohne Gewissen. So ist es im Spiel und im Film versucht man das auch umzusetzen und scheitert grandios, denn zu keiner Sekunde wirkt dieses „Hitmännchen“ wie ein kalter Auftragsmörder und so wird auch diese Lovestory eher peinlich in den Sand gesetzt. Viel Schuld hat daran Timothy Olyphant. Eine grandiose Fehlbesetzung. Weder strahlt er die Coolness, noch die Härte aus, die nötig wären, um 47 darzustellen. Er sieht aus wie ne Pussy, wirkt wie ne Pussy, handelt wie ne Pussy und leidet unter merkwürdigen Gesichtszuckungen, was vor allem in der Szene auffällt, wo sich besagte Nike über ihn hermachen will. Timothy Olyphant ist ja nicht untalentiert, aber er ist einfach in Komödien wesentlich besser aufgehoben, als in Actionfilmen.
Gut, in Actionfilmen kann man über die Handlung hinwegsehen, solang es ordentlich Action gibt und es an allen Ecken kracht. Wirklich krachen tut es in Hitman aber nur zweimal. Einmal, als 47 zu einem Waffenhändler kommt. Der wirkt wie eine miese Kopie von Tony Montana und hat das Overacting nicht so gut drauf wie Pacino. Die Schießerei hierbei ist zwar nicht revolutionär, aber gut inszeniert. Auch der Showdown am Ende mit dem Hubschrauber ist ganz nett. Mehr Action gibt es kaum. Ein paar kleine Schießereien und ein mächtig doof aussehender Schwertkampf zwischen 4 Hitmen müssen scheinbar ausreichen. Gut, der Mord auf der Restauranttoilette ist noch sehr nett gemacht, das muss man dem Film noch zu gute halten. Der Rest des Films wird hauptsächlich mit Dialogen verbracht, die weder die Handlung großartig vorantreiben, noch wirklich viel Sinn ergeben und so ermüdet das ganze sehr schnell.
Zu den anderen Darstellern kann man kaum was sagen. Olga Kurylenko als Nika spielt extrem unauffällig. Die restliche Darstellerriege besteht aus Serien- und B-Film Darstellern. Als Regisseur fungiert Xavier Gens, der bislang als Regisseur nur wirklich durch Frontieres auffiel und als Second Unit Director an Megatrash wie Double Team oder Maximum Risk beteiligt war. Das er nicht wirklich gut sein kann, sollte also klar sein.
Nebenbei gesagt, finde ich es erstaunlich, wie schlampig der Film zusammengeschustert wurde. Filmfehler passieren, das ist klar, aber was hier bei Hitman geboten wird, wird ja fast nur noch von Hostel unterboten. Da will man uns weiß machen, dass die russische Grenze direkt an die Türkei grenzt und man merkt zu jeder Sekunde, dass der Film nie in Russland sondern in Bulgarien gedreht wurde und aus Istanbul hat man schnell mal Istambul gemacht. Wenn es so deutlich ist, sind solche Fehler einfach nur peinlich.
Als Fazit bleibt, das sich Hitman ganz gekonnt in die Reihe der miesen Videospielverfilmungen einreiht. Da helfen auch die 2-3 netten Actionszenen nichts mehr.
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