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Der moderne Horrorfilm…lieben wir ihn nicht alle? Miese Filme, billig produziert, mit einer lahmen Story und darauf ausgelegt, weniger durch Genialität zu überzeugen, als viel mehr durch billige Schockeffekte.
Die Erfolgsformel heutzutage für einen „Horror“film scheint einfach: Man nehme einen mittelmäßigen Regisseur, der für den Erfolg alles tut, einige junge Schauspieler, die jene Bezeichnung nicht verdient haben und eine schlechte Story, aufgebaut auf Klischees. Man garniert das alles mit reichlich Sex, Drogen und 2-3 Szenen, die wohl „Brutal“ wirken sollen. Am besten klatscht man dann noch einen bekannten Namen als „Executive Producer“ drauf, in dem Fall Quentin Tarantino und der Erfolg ist sicher. So war es dann auch mit Hostel. Geredet wurde viel, was für ein kranker Film das wäre. Ein Schocker mit brutalen Gewaltszenen, die natürlich alles übertreffen.
Die Handlung fängt gleichermaßen uninspiriert wie dämlich an. Man nehme zwei Amis und packe sie zusammen mit einem Isländer nach Holland. Unsere Truppe ist natürlich nur auf eines aus: Spaß. Also Drogen, Sex und bloß nicht zu viel Denken. Dass sie in Holland landen ist klar, das Lieblingsziel aller dummen Teenies, weil man legal kiffen darf. Aber Holland ist langweilig, das wird ihnen nicht selbst klar, das wird ihnen nach kurzer Zeit von einer merkwürdigen Gestalt vorgehalten. Diese erklärt, dass in der Slowakei ja alles noch viel besser wäre und so machen sich die 3 prompt nach Bratislava auf. Anfangs ist auch alles toll, weil die osteuropäischen Frauen natürlich alle willig sind und sich freiwillig sofort ficken lassen. Nach dem man sich also eine Stunde lang an Titten und Drogen „erfreut“ hat, erlebt man den verzweifelten Versuch eines Horrorschockers. Ein Schocker sollte eigentlich, wie der Name es schon suggeriert, schockieren. Das schafft Hostel höchstens bei einem Mainstreampublikum, dessen härtester Film bislang Bambi war. Natürlich wird hier schön rumgehackt, abgeschnitten und das Blut spritzt auch. Aber das alles ist recht öde und unspannend inszeniert. Es wirkt wie Stückwerk, amateurhaft aneinander gereihte Szenen, welche im Härtegrad ganz weit hinter der Exploiterwelle der 70er liegt und selbst von Amateurfilmern übertroffen wird. Jenen voraus, hat Hostel höchstens das Minimum an Atmosphäre.
Amateurhaft ist auch dieser Film. Er spielt in der Slowakei, gedreht wurde er in Tschechien und Deutschland. An sich kein Problem, in anderen Filmen schafft man es ja auch, dem Zuschauer Toronto als Chicago zu verkaufen. Hier allerdings zeigt sich sehr schnell, dass Regisseur Eli Roth vom Filmemachen nun nicht unbedingt viel Ahnung hat. Schlechte Schnitte, falsche Kamerawinkel und Einstellungen offenbaren schnell die Fehler. Ein Bahnhof in Bratislawa mit deutschen Hinweis- und Werbetafeln. Und wenn man dann mal Szenen in deutschsprachigen Ländern bringt, wie der kurze Aufenthalt in Österreich, macht man lieber lächerliche Werbetafeln („Jetzt auch am DVD“ und natürlich Unmengen an tschechischen), welche nur die Dummheit des Produktionsteams darlegt.
Hinzu kommt die Darstellung der Slowakei. Das Land selbst reagierte recht brüskiert über diesen Film, stellt es das Land und die Stadt Bratislava ja als zurückgeblieben, billig und dreckig dar. Praktisch alles, erinnert noch mehr an die Sowjetunion mit 30 Jahre alten Autos und Menschen die direkt aus dem Klischeebuch gesprungen sind. Eli Roth hat später krampfhaft versucht, das Ganze als Satire zu erklären und das die Darstellung ja nur der allgemeinen Meinung des amerikanischen Publikums entsprechen würde. Das ist so armselig, das man schon nicht mal mehr darüber lachen kann.
Dass die Schauspieler beschissen sind, muss wohl nicht weiter erwähnt werden. Aber ich denke unter so einer Peinlichkeit als Regisseur, würde selbst Sean Connery eine schlechte Figur machen und ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass selbst Uwe Boll ein besserer Regisseur ist. Dazu noch schlechte Musik und fertig ist einer der miesesten und überflüssigsten Pseudohorrorfilme überhaupt.
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