Home arrow Filme arrow In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale 04 September 2010  
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In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
23.02.2009

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Die Frage muss gestellt werden: Wer gab Uwe Boll so viel Geld?
Bislang machte sich Uwe Boll einen Namen dafür, mit relativ geringem Budget schlechte Videospielverfilmungen zu machen. Das Ganze lief über ein bescheuertes deutsches Gesetz. Diese wurde zum Glück beseitigt…und prompt kommt Boll mit einem weiteren Film an und schockiert die ganze Filmwelt mit einem 60 Millionen Dollar Budget. 60 Millionen? Mussten da irgendwelche Mafiosis schnell Geld loswerden?

Was macht ein Boll mit soviel Geld? Er steckt es in Schauspieler. Namhafte Darsteller gab es auch schon in der vorherigen Filmen, aber was in Dungeon Siege aufläuft, ist schon recht deutlich. Da hat man aktuelle Schauspieler wie Jason Statham und jede Menge „Ich war mal jemand“-Darsteller wie Burt Reynolds, Matthew Lillard oder Ray Liotta nebst „Für Geld mach ich alles“-Darsteller der Marke Kristanna Loken und John Rhys-Davis (Ja, das ist ein talentierter Schauspieler, umso schlimmer, dass er jenes Talent in Trashfilmen wie Anaconda oder The Protector wegwirft.)

Dungeon Siege ist eine Action-RPG Reihe, deren erster Teil schon mehr ein Film war. Es lief alles automatisch ab, man musste nur ab und zu ein paar Tasten drücken. Teil 2 war da schon um Welten besser. Hat Bolls Werk etwas mit den Spielen zu tun? Natürlich nicht, aber das  war ja zu erwarten. Die einzige Gemeinsamkeit mit dem Spiel ist der Name des Hauptdarstellers und ein Ortschaftsname. Weder gibt es Dungeons noch sonst etwas, das nicht von Herr der Ringe geklaut wurde.

Der Farmer Farmer (Ja der heißt so, aber daran hat Boll keine Schuld) lebt auf einer grünen Wiese glücklich mit seiner Familie. Das alles im Königreich eines alten Königs und der Oberbösewicht, in Form eines Magiers darf natürlich nicht fehlen. Der bedroht das Land mit seiner Horde, die wohl vom letzten Halloween übrig blieb. Aber trotz des lachhaften Aussehens sind sie natürlich ganz böse. So macht sich der Farmer mitsamt seinen Gefährten auf in den Kampf. Wobei Farmer natürlich der Held ist, der perfekte Kämpfer (Der uns am Anfang noch als lammfrommer Bauer verkauft wird, der den Kampf ablehnt, aber dann schon innerhalb der ersten 10 Minuten durch unzählige Feinde säbelt).

Mehr Handlung gibt es eigentlich nicht. Es wird brav jedes Fantasyklischee, vom Magier und dem vergifteten König vorgesetzt, von Lug und Betrug, von Verlust und Hass. Es ist erstaunlich, wie wenig neue Ideen sich hier finden. Nämlich keine, außer man findet Ninjas innovativ. Ja, Ninjas, die durch eine europäisch anmutende Mittelalterwelt hüpfen bzw. sie springen an Bäumen hoch. Fehlt eigentlich nur noch Black Belt Jones.
War in dem Budget kein Geld mehr für richtige Drehbuchschreiber? Musste man wirklich drei No-Names nehmen, die nichts bzw. nur Müll produziert haben? Das gesamte Geld ging scheinbar tatsächlich für die Gagen der Schauspieler, schlechte Kostüme und peinliches CGI drauf.

Dann ist da noch Boll. Regieführung hat er immer noch nicht gelernt, Filmemacherei sowieso nicht und scheinbar war ihm klar, dass er irgendwie das Budget einspielen muss. So ist der Film auch noch PG-13 oder auf gut deutsch: Absolut blutleer. Solch langweiligen Schlachten habe ich selten erlebt. Selbst die italienischen Barbarentrashfilme der 80er hatten da mehr zu bieten. Hier ist es das höchste, das ein Bösewicht geköpft wird und schwarzer Rauch aufsteigt. Wahnsinn.
Dazu folgen die üblichen schlechten Schnitte, Kameraeinstellungen und nicht vorhandenes Timing für alles.  

Die Schauspieler sind auch alle recht falsch gecastet. Statham als Farmer kann man wohl durchgehen lassen und Reynolds als König ist in Ordnung. Aber wer zur Hölle kam auf die Idee Ray Liotta zum Bösewicht zu machen? Er sieht nicht aus wie ein „mächtiger, böser Zauberer“, er wirkt eigentlich gar nicht bedrohlich und verliert schon in den ersten Minuten jegliche Glaubwürdigkeit. Dann haben wir da Matthew Lillard, der sich als Königsgetreuer ausgibt aber natürlich zum Feind gehört. Extremeres Overacting ist mir nicht mal in japanischen Splatterfilmen untergekommen. Man hat das Gefühl, Lillard hat das ganze zu keiner Sekunde ernst genommen und seinen Shaggy Charakter von Scooby Doo aus der Mottenkiste gezerrt. Der Rest ist nettes Beiwerk. John-Rhys Davies darf den netten Magier spielen und fällt nicht sonderlich auf. Ron Pearlman spielt den grunzen Sidekick des Helden, ohne gute Sprüche zu bringen oder sonst was zu bieten.

Wäre die Regiearbeit besser, wäre In the Name of the King (Schon der Titel ist so einfallslos…) noch ein durchschnittlicher Film, den man ansehen kann, ohne dass er weiter hängen bleibt. Aber durch Bolls richtig beschissene Regiearbeit, die mäßige Kamera, die peinlichen Effekte und Kostüme, wird das Ganze unerträglich. Bei fast jeder Szene denkt man sich „Das kann man aber besser machen“ und bei einem so hohen Budget hätte man alles besser machen müssen. Leider nimmt sich der Streifen auch viel zu ernst, so dass er nicht mal mehr als Trashwerk Spaß macht.

Bewertung
3,5/10
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