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Indiana Jones and the Last Crusade PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
20.11.2010

 

Nachdem Indiana Jones and the Temple of Doom durch einige harte Szenen überraschte und generell einen ernsteren und düsteren Ton anschlug als Raiders of the Lost Ark, hieß das Motto für Lucas und Spielberg wohl „zurück zum Ursprung“.
Indiana Jones and the Last Crusade erschien 1989, im so genannten Blockbustersommer.

Der Film beginnt ganz kreativ mit einer Rückblende in  das Jahr 1917, wo der junge Indiana Jones mit einer Pfadfindergruppe unterwegs ist aber schon hier ganz der archäologische Grabräuber ist und ein antikes Kreuz klaut. Das gehört einer Gruppe anderer Grabräuber. Eine nette Verfolgungsjagd entsteht, die aufklärt warum Indiana Jones die Peitsche nutzt, warum er die Narbe hat und woher er seinen Hut bekam. Das ist ganz nett, man muss aber sagen, das wohl aufgrund dieser Szenen die schreckliche „Young Indiana Jones“-Serie entstand.
Weiter geht der Film im Jahr 1938. Nachdem Temple of Doom ohne sie auskam, hat man hier wieder die bösen Nazis ausgegraben, aber davon weiß Indy noch nichts. Erstmal wird er von Walter Donovan einem Kunstsammler eingesammelt und auf die Spur des heiligen Grals gebracht. Indys Vater hat sich damit jahrzehntelang beschäftigt, bis er verschwand. Indy macht sich also auf die Suche nach Gral und Vater.

Mehr gibt es Handlungstechnisch eigentlich kaum. Schon bald ändert der Film seinen Stil und es wird mehr zu einer fast schon soap-operaartigen Familienstory mit unzähligen Slapstick-Elementen. War Indiana Jones bislang immer ein spaßiges Actionabenteuer im Stil der Abenteuerfilme der 30er und 40er, wird hier abermals der Stil geändert, man kann sich aber nicht dem Eindruck verwehren, man habe alles extra familientauglich und kinderfreundlich getrimmt, damit man richtig viel Geld scheffelt.
Dabei fängt der Film vielversprechend an, als sich Indy und Marcus Brody in Venedig einfinden, dort eine Archäologin treffen (Das die Elsa Schneider heißt, aus Österreich kommt und mit größter Wahrscheinlichkeit zu den bösen Nazis gehört, wird ignoriert, dem Zuschauer ist das aber eigentlich von Anfang an klar) und sich auf die Suche nach Hinweisen auf den Ort des Grals machen. Eine spektakuläre Actioneinlage in den Kanälen Venedigs macht Lust auf mehr.
Dann aber kommt Papa Jones und der Slapstick beginnt. Auf der einen Seite ist es nett, dass er von Sean Connery gespielt wird. Das ständige „Junior“, „nenne mich nicht Junior“-Gezicke nervt aber genauso schnell wie diverse andere nicht wirklich lustige Szenen. Etwa als beide gefesselt in einem Schloss in Österreich hocken und fliehen wollen. Die Szene mit der Geheimtür im Kamin ist einfach nicht lustig sondern hat mehr was von Dick & Doof.
Alles wurde auf Slapstick getrimmt. Marcus Brody wurde kurzerhand in einen ahnungslosen Volltrottel verwandelt, der sich sogar in seinem eigenen Museum verläuft (also bitte…) und aus dem einst hilfreichen Sallah wurde ein Kamelsammler. Walter Donovan ist auch nur irgendwie ein Abziehbild von Belloq.

Wirklich unterhaltsam ist nur noch der Kampf auf dem Panzer. Leider auch mit vielen dämlichen Slapstickeinlagen und einer aufgesetzten Trauerszene, alle weinen weil Indy tot ist, Papa Jones hält ne Rede, Indy klettert nen Berg rauf und lebt – irgendwie erinnert mich das an Disneys Version vom Dschungelbuch wo Baghira und Mowgli denken das Balu tot ist…Aber zumindest der Kampf auf dem Panzer ist nett inszeniert. Die andere gute Szene ist dann das ganze Ende im Tempel der mit einer „Schockszene“ endet die auch wieder ganz stark an die Öffnung der Bundeslage in Raiders of the Lost Ark erinnert.

Den Darstellern kann man sicher keinen Vorwurf machen, sie arbeiten sich gekonnt durch das schwache Drehbuch. Man muss hier schon fast Denholm Elliot hervorheben, der den nun vertrottelten Brody grandios spielt. John-Rhys Davies als Sallah ist sowieso immer genial und ich finde es schade, das er nur so selten in den Filmen auftauchte (und gar nicht in den Spielen….). Harrison Ford ist natürlich Indiana Jones und Sean Connery hab ich noch nie so slapstickartig erlebt. Ob das nun gut ist oder nicht, muss jeder selbst entscheiden.

Seinerzeit war Indiana Jones and the Last Crusade der erste Indyfilm, den ich sah und ich mochte ihn. Dann sah ich die anderen beiden Teile (es gibt keinen vierten!) und ich mochte diesen immer weniger. Teil 1 hat lustige Momente und nimmt sich nicht ernst, driftet aber nie in Slapstick ab, selbst die Szene als Indy den Säbelschwinger erschießt, war ja so nicht geplant und es funktionierte, weil es spontan und unerwartet ist. Temple of Doom macht Spaß, weil er so komplett anders ist und keine Kopie des ersten Films. Last Crusade dagegen will wie der erste Teil sein und lädt noch zu viel Slapstick und absolut vorhersehbare Szenen drauf und das ist schade. Denn so macht mir der Film, trotz einiger guter Actioneinlagen, nicht so viel Spaß.

Bewertung
6/10
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