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Manche Filme werden geliebt, andere werden gehasst und dann gibt es Temple of Doom. Für die einen, der beste Teil der Indiana Jones Trilogie, für andere der schlechteste, dazwischen gibt es nichts. Und dabei ist das Hauptproblem, das viele mit diesem Streifen haben, wohl, dass Temple of Doom überhaupt nichts mit seinem Vorgänger zu tun hat. Dieser war mehr eine Abenteuerkomödie mit ein wenig Action und viel Humor. Hier hat sich das Ganze eher gedreht. Die Action steht deutlich im Vordergrund, der Humor kommt meist erst an zweiter oder dritter Stelle und dafür ist das ganze reichlich düster geraten. Ein mutiger Schritt und ich denke niemand will eine Kopie des ersten Filmes sehen (dann hätten nämlich auch alle wieder gemeckert, wie es ja immer so ist).
Temple of Doom spielt zeitlich vor Raiders of the Lost Ark, ist also mehr oder weniger ein Prequel. Im Jahr 1935 ist Indy erstmal in China unterwegs, genauer gesagt in einer Bar. Dort trifft er sich mit einem chinesischen Gangster Lao Che, um einen Diamanten gegen irgendwas hässliches auszutauschen. Natürlich geht der Deal schief, eine Schießerei entbrennt und Indiana springt mit einer Sängerin aus dem Fenster in ein Auto, das von seinem furchtbar nervigen Sidekick Short Round gefahren wird. Auf der Flucht landen sie in Indien in einem kleinen Dorf, das sich darüber ausheult, dass alle Kinder entführt wurden und mit ihnen noch ein paar Steine, die natürlich magisch sind, ansonsten wär’s ja langweilig. Natürlich macht sich Indy mit seinem Anhang auf zur Rettung.
Am Anfang des Films, denkt man noch, dass E.T. ein paar negative Nachwirkungen mit sich brachte, wieso sollte sich Dr. Jones ein kleines nerviges Kind als Assistent nehmen? Macht das Sinn? Nö und man wird die ganze Laufzeit damit genervt, er ist immer im Bild, nervt rum und typisch Spielberg dürfen „kluge“ Sprüche nicht fehlen. Das ist eigentlich der große und wirklich schwerwiegende Negativpunkt an dem Film. Wäre dieser nicht, wäre auch die kreischende Tussi nicht so unerträglich, aber im Doppelpack ist das schon fast zu viel. Ursprünglich wollte man ja Marion Ravenwood bringen, eine tolle Idee, die Spielberg weniger gut fand. Er war ja der Meinung, in jedem Film bräuchte es eine neue Frau an der Seite von Dr. Jones. Idiot.
Übrigens geht hier die Kreativität beim Namen weiter. Indiana war der Name des Hundes von George Lucas. Short Round der Name des Hundes des Drehbuchautors und Willie der Name des Haustieres von Steven Spielberg. Warum es sich auch schwerer machen, bei der Namenssuche?
Kontrovers diskutiert wurde der Film ja auch wegen seines hohen Gewaltgrades. Im Tempel geht es schon recht fies zu, da werden Herzen aus Menschen gerissen und diese leben dann noch und werden in Lava verfrachtet und das war in den USA schon zu krass für ein PG-Rating, aber auch nicht ausreichend für ein R-Rating. So setzten sich Spielberg und Lucas für ein Zwischenrating ein: PG-13, das wegen dieses Films (und für Gremlins) eingeführt wurde. Ist die Gewalt in dem Film übertrieben? Nein, ohne würde der Tempel des Todes doch gar nicht funktionieren und würde eher als Abenteuerspielplatz für die Kleinen wirken. Auch das Düstere muss so sein, aber man wusste wo die Grenzen sind. Wie ursprünglich geplant, einen kompletten Horrorfilm zu produzieren, wäre wohl zu viel des Guten gewesen und hätte mit der Figur Indiana Jones nicht viel gemeinsam.
Dazu gibt es noch viele tolle Actionsequenzen, vor allem die Lorenfahrt ist ja schon legendär. Der Humor steht da im Hintergrund, allerdings ist er vorhanden. Sehr genial ist die Szene mit - mal wieder - einem Schwertschwinger, Indy will ihn wie im ersten Film einfach so erschießen, merkt aber das er seine Pistole verloren hat. So etwas ist zumindest mir wesentlich lieber als der Slapstickhumor von der Gralsuche ein paar Jahre später.
Temple of Doom ist sicherlich nicht so schlecht, wie er oft gemacht wird. Die Kritik vor allem an dem nervigen kleinen Kind, kann ich schon verstehen, aber trotzdem bleibt es ein sehr guter Film.
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