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Seit einiger Zeit erfreuen sich japanische Horrorfilme in der westlichen Welt großer Beliebtheit und man nimmt plötzlich Notiz davon, dass es auch eine Filmwelt abseits von Hollywood gibt. Jene haben das wohl auch mitbekommen und zerrten mit ihren dreckigen, geldgeilen Fingern gleich mal alle guten japanischen Filme nach Amerika, um sie in miesen Remakes zu zerstören. Es ist nun mal einfach so, dass die Japaner eine völlig andere Ansicht von Horror haben. Nicht Blut oder dummes rumgekreische irgendwelcher Teenies ist dort Horror, sondern die Atmosphäre schafft diesen. Unheimliche Musik und Soundeffekte, Lichtspielereien und die Tatsache, dass man in den meisten dieser Filme eigentlich nie so genau weiß, was los ist.
Ju-On: The Grudge ist der eigentliche dritte Teil dieser Reihe und der erste, der für das Kino produziert wurde. Alles dreht sich um einen Fluch (Ju-On), der immer dann auftaucht, wenn eine Person ermordet wird. So findet sich der Ju-On dieses Mal in einem Haus in Tokyo ein, wo ein Mann seine Frau ermordet hat und dann Suizid beging. Lediglich das Kind der beiden hat wohl überlebt, ist seit dem aber spurlos verschwunden. Jeder, der nun dieses Haus betritt, wird vom Fluch befallen und hat dann nicht mehr lang zu leben.
Erzählt wird das Ganze in Episoden, eine richtige Hauptfigur gibt es nicht. Stattdessen werden nach einander Menschen gezeigt, die dieses Haus betreten. Zuerst eine Sozialhelferin, später ein Polizist, dann der überlebende Polizist des ursprünglichen Falls, seine Tochter…immer wieder gibt es kurze Rückblicke auf die Familie. Der Nachteil ist dadurch natürlich, dass es einfach zu viele Figuren auf einmal gibt, die kaum erklärt werden. Aber darüber kann man hinwegsehen, wenn man sich richtig auf The Grudge einlässt, denn gruselig ist dieser Film auf jeden Fall.
Das schöne, im Gegensatz zu den vielen konventionellen Horrorfilmen, ist die Tatsache, dass sich hier nichts voraussehen lässt. Wann nun jemand vom Fluch erwischt wird, weiß man erst, wenn es soweit ist und bis dahin wird mit dem Zuschauer gespielt. Verstörende Szenen, fiese Musik und sobald ein Fernseher komische Bilder von sich gibt, denkt man es ist soweit, nur um sich dann noch ein paar friedliche Minuten ansehen darf, bevor der Fluch dann auch wirklich zuschlägt oder es war vielleicht alles nur ein Traum.
The Grudge erfordert auf jeden Fall Aufmerksamkeit. Es ist kein Film, den man sich mit 20 Leuten ansehen kann und nebenbei Party macht. Auch wenn am Ende viele Fragen offen bleiben. Wer hat die Menschen nun beseitigt und was haben die ganzen Katzen mit der Handlung zu tun? Viele Fragen und es ist eben typisch bei den Japanern, das sie eine Antwort schuldig bleiben. Trotzdem ist The Grudge ein mehr als empfehlenswerter Horrorfilm.
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