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Karate Kid 3 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
27.09.2010

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Karate Kid 2 war im Jahr 1986 ein großer finanzieller Erfolg, aber es sollte ganze drei Jahre dauern, bis das unausweichliche zweite Sequel kam.
Teil drei schließt dabei direkt an Teil 2 an, denn Daniel und Miyagi kommen gerade aus Japan zurück, nachdem wir zuvor mal wieder einen kleinen Rückblick erlebten, in diesem sehen wir den großen bösen John Kresse, der nun wie ein Penner aussieht und sein Kobra Kai verloren hat. Anstatt sich aber die nächste Brücke runter zuwerfen, wird er bei seinem alten Vietnamkumpel Terry Silver vorstellig, der Kobrai Kai ursprünglich gründete und nun Millionär ist. Die zwei planen nun die große Racheaktion an unseren Karatehelden und engagieren dafür noch einen Karatebösewicht namens Mike Barnes. Das Triumvirat der Boshaftigkeit (Silver wirkt vor allem am Anfang mit seinem psychopathischen Gelache wie der Joker von Batman) attackiert aber nun nicht einfach direkt, sondern heckt einen gerade zu übertrieben komplizierten Plan aus, in dem sie Daniel zum neuen Karateturnier locken wollen um ihn dann dort fertig zu machen.
Man fragt sich was aus den einfachen Straßenschlägereien vergangener Tage geworden ist.

In was für einer Welt spielt Karate Kid eigentlich? Das in Teil 2 Daniel mit Miyagi nach Japan fliegen kann, ist ja noch einigermaßen logisch. In Teil 3 erleben wir die beiden am Flughafen und erfahren kurz darauf, dass ihr Wohnhaus abgerissen wird und sich Daniels Mutter kurzerhand aus dem Staub machte, weil der Onkel ja so schwer krank ist. Nach dem Motto „Miyagi wird’s schon richten und wenn nicht, hockt mein Kind eben auf der Straße“ fragt man sich, was das für Erziehungsmethoden sind. Das gleiche gilt für Mike Barnes der wohl auch noch irgendwie Schüler sein soll, aber lustig allein und ohne Eltern durch die USA und zig Karateturniere tingelt. Eine tolle Welt ist das…

Und um es kurz zu machen, mit Karate Kid 3 läuft so vieles falsch, das man eigentlich nicht mal weiß, wo man nun anfangen soll. Das mal wieder, die Love-Interests des Vorgänger mit keinem Wort erwähnt werden und sich in Luft auflösen, gehört ja schon fast zur Serie. Aber was zur Hölle ist mit Daniel passiert? Er war zwar schon in Teil 1 ein weinerliches Kind, aber hier wirkt er wie der größte Emo, der zu jeder Sekunde heult und man Angst haben muss das er sich gleich die Handgelenke aufschlitzt. Das Highlight ist die Bonsaibaumszene, als Daniel mit seinem mittlerweile dritten Love-Interest (Jessica, nicht wirklich von Bedeutung in dem Film) einen Bonsai aus den Bergen zieht. Natürlich taucht der böse Mike Barnes auf und bedroht Daniel um zu zeigen was für ein fieser Bösewicht ist, bricht er dem Baum einen Ast ab, was dafür sorgt, das man die nächsten Minuten einen weinerlichen Daniel erlebt, der eher wirkt als wär grad seine Mutter gestorben und rumheult, während Miyagi den Baumdoktor spielt. Grandios schlecht.
Als Daniel sich dann mit Miyagi verkracht, nimmt er erstmal bei Silver Unterricht, was auch zu dem fiesen Plan gehört. Während Daniel in Teil 2 noch locker durch eine Ladung Eisscheiben prügelte, ohne mit der Wimper zu zucken, fängt er hier bei einem dünnen Stück Holz direkt zu weinen an. Man hat den Charakter praktisch völlig kaputt gemacht und zur Witzfigur umgebaut. Da hilft es auch nichts, dass Schauspieler Ralph Macchio mittlerweile deutlich älter war (28 und er spielte nen 17 oder 18jährigen) und einige viele Kilos zulegte, was ihn schrecklich unsportlich zeigte.
Überhaupt frage ich mich, was mit dem Alter der Schauspieler in diesem Film los ist. Macchio ist 10 Jahre ältere als seine Filmfigur, den Vogel schießt aber Thomas Ian Griffith ab, der 27 war, aber den etwa 40jährigen Vietnamveteran Terry Silver spielt. Die Schauspielleistung ist generell nicht sonderlich gut. Pat Morita hat noch einige der besseren Szenen, Terry Silver ist einfach nur lächerlicher Trash und Martin Kove (Kreese) und Sean Kanan (Barnes) sind da kaum besser. Was Kreese für Grimassen zieht ist schon sehr sehenswert. Andererseits passt das Overacting und die teilweise übertrieben vorgetragenen Sätze schon passt perfekt zu dem trashigen Feeling den dieser Film so versprüht.
Leider aber eben nicht zu trashig, denn vor allem die ersten 60 Minuten wollen kaum vergehen. Danach nimmt der Film etwas mehr an Fahrt auf, der diabolische Plan kommt zum tragen und leider ist der Showdown auch nicht wirklich gut, im Prinzip ist es ein Remake vom Finalkampf des ersten Teils, wo Barnes alle Regeln missachtet (aber nicht disqualifiziert wird….Regeln, pah, wer braucht die schon) aber am Ende natürlich alles gut wird.

Karate Kid 3 ist wie man nun raus gelesen hat, richtig schön mies mit ein bisschen Trashflair. Muss man nicht sehen, sollte man nicht sehen und wenn doch im Originalton und mit Alkohol zum schön trinken, dann tut es nicht ganz so weh.

Bewertung
4/10
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