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Live Free or Die Hard PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
29.01.2008

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Rocky, Rambo, Indiana Jones, Terminator in Form einer Serie und bald auch wieder im Kino, Gerüchten zufolge das A-Team – man hat das Gefühl, dass nach der großen Remakewelle jetzt die Retrowelle startet und all die alten Helden zurückkommen. Da darf ein John McClane ja sowieso nicht fehlen.

Zwölf Jahre ist es schon wieder her, dass der letzte Film erschien. Die Hard with a Vengeance. Für viele damals schon eine Enttäuschung, für mich der zweitbeste  Teil der Reihe, da Die Hard 2 irgendwie ein müdes Sequel war.
Live Free or Die Hard (oder Die Hard 4.0 oder Stirb Langsam 4.0, wie kann ein Film nur so viele Titel haben?) muss natürlich mit den Vorgängern verglichen werden.

John McClane ist tatsächlich noch der alte. Zwar mittlerweile Detective, aber er hat immer noch einige Sprüche auf Lager, lässt sich von Verletzungen nicht beeindrucken und ist allen anderen immer einen Schritt voraus. So war es, so ist es. Zumindest fast. Der neue Bösewicht ist natürlich keiner mehr, der Gebäude stürmt und Geiseln nimmt oder eine Stadt mit Sprengsätzen bedroht. Nein, das ist ja zu „altmodisch“. Was ein Gangster von heute ist, der arbeitet mit dem Internet und ist natürlich der große Hackerkönig oder hat zumindest jemanden im Gepäck der sich damit auskennt.
Thomas Gabriel heißt der Schurke und hat eine Hackerin dabei. Mai…warum sind in letzter Zeit alle Bösewichttussen in Hollywoodfilmen immer Asiatisch? (Wie McClane hier passend sagt: „Alright, thats enough with that Kung-Fu shit“) Sie bedrohen die Stadt und spielen natürlich erstmal. Da werden Ampeln von Rot auf Grün geschaltet und die Aktienkurse an der Börse werden manipuliert. Ein wenig erinnert das ganze an Simon Gruber vom direkten Vorgänger.
Die Handlung ist recht klischeehaft, auch das kennt man so eigentlich nicht von dieser Reihe.

Überhaupt ähneln sich die beiden Filme ziemlich. McClane und Gabriel stehen oft in Kontakt, McClane hat einen Sidekick abbekommen, alles spielt in New York, meist am Tage.
Das erste Problem mit dem Film ist der Antagonist. Gespielt wird er von Timothy Olyphant und er wirkt absolut unglaubwürdig. Laut IMDB soll er mittlerweile nahe an der 40 stehen, sieht aber irgendwie nicht älter als 25 aus. Ein Milchgesicht wie es im Buche steht. Ihm fehlt praktisch alles: Ausstrahlung, Charisma, das Bedrohliche. Man kann ihn zu keiner Sekunde so wirklich ernst nehmen, vor allem mit den Gruber Brüdern der Teile 1 und 3. Das schadet dem Film sehr. Auch der asiatische Sidekick, gespielt von Maggie Q ist sehr farb- und charakterlos.

Was dem Film auch nicht gut tut ist die Alterseinstufung. Die Hard ist hart. Stirb Langsam, was erwartet man da? Ich will keine Blutbäder, aber zumindest ein Bisschen was sehen. Hier wird bei jedem Schuss praktisch ganz schnell weg geschnitten und überhaupt dominieren bei allen Actionszenen die schnellen Szenen so dass man bloß nicht zu viel erkennt.
Dafür gibt es Explosionen und genau das, woran viele heutige Actionfilme kranken: Übertriebene Action in Form von Explosionen, aber wenn es mal zur Sache geht zwischen Menschen kriegen die Macher kalte Füße und schneiden.
Da wird ein Hubschrauber mit einem Auto abgeschossen, da fliegt ein Kampfjet waghalsig zwischen Tunnels umher um wenig später effektvoll zu explodieren und es wird viel geschossen. Generell geht es recht vehikelreich zu. Mit dem Auto in das Haus und von dort in den Aufzugschacht.
Das Problem an der Sache ist die Bedeutungslosigkeit dieser Szenen. Als bei Die Hard das Nakatomi Plaza explodierte war das der vorläufige Höhepunkt vor dem finalen Showdown. Diese Explosion wurde gezeigt, ausgekostet und wurde legendär. Hier dagegen jagt man ein Auto auf einen Hubschrauber, viele schnelle Schnitte, eine Explosion. Fertig.
Es wird gar nicht versucht, da noch etwas Besonderes daraus zu machen, es wirkt eher so als hätte keiner so richtig Lust drauf gehabt und es schnell abgearbeitet.

Dabei hätte der Film eigentlich richtig gut sein können. Er hat seine genialen Momente. McClane und jugendlicher Sidekick im Auto, es läuft Fortunate Son von CCR und das Kiddie fängt darüber an zu lästern, was McClane dazu führt einfach noch lauter zu drehen. Gerade die Konversationen zwischen den beiden sind richtig gut gelungen. Auch andere Charaktere wie Warlock, gespielt von Kevin Smith, sind gut. Selbst McClanes Tochter ist nicht nervig, sondern passt irgendwie gut rein. Hier scheitert dann eben alles an dem unscheinbaren Bösewicht und seiner farblosen Truppe Hackersoldaten.
Selbst Regisseur Len Wiseman hat ganz gute Arbeit abgeleistet, zumindest verglichen mit dem Underworld - Bullshit den er zuvor ablieferte.

Und trotz allem muss man eben sagen, dass größtenteils der Film doch ganz unterhaltsam ist. Was an Bruce Willis liegt. Aber besser als Die Hard 1 oder 3 ist er zu keiner Sekunde auch nur annähernd.

Bewertung
7,5/10
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Letzte Aktualisierung ( 29.01.2008 )
 
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