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Max Payne PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
23.02.2009

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Nun sitze ich hier und weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Max Payne 1 und 2 liegen in der Nähe. Ich mag die Spiele, sie waren genial.
Jetzt also die Verfilmung. Verfilmung? Nicht wirklich, es ist eher mal wieder der verzweifelte Versuch Hollywoods, ein Computerspiel in einen Film umzuwandeln, diesen aber gleichzeitig aufs Mainstreampublikum auszurichten. Aber das kennt man ja mittlerweile. Zu viele Spiele wurden vorher schon auf diese Weise „verfilmt“.
Ist man als Spieler zu streng, wenn man die zahllosen Videospielverfilmungen schlecht findet, weil sie mit den Spielen meist nur wenig zu tun haben? Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht, denn die meisten dieser Filme, und damit sind nicht nur die lächerlichen Müllfilme Uwe Bolls gemeint, waren auch so mies. Das zeigen schon die schlechten Wertungen diverser Filmseiten.

Max Payne war ein geniales Spiel. Damals, als es für den PC erschien. Von der Erzählung der Handlung hin zum Gameplay, befand sich alles auf hohem Niveau. Zu hoch für Hollywod, wie es scheint.
Das fängt schon bei der Besetzung dieses Filmes an. Mark Wahlberg als Max Payne, ist dabei sogar noch recht passabel. Er wirkt zwar nicht so grimmig wie das Original und auch weniger glaubwürdig, aber es geht in Ordnung.
Was ich dann allerdings zu sehen bekam, ließ mich erschaudern. Die beiden größten Fehlbesetzungen betreffen natürlich Mona Sax und Jim Bravura. Letzterer ist der Lt. und wird im Spiel als über 50jähriger dargestellt, einigermaßen verbittert, an seinen Job gebunden und recht regelgetreu. Im Film wird er gespielt von…Ludacris. Das scheint irgend so ein Hip Hop Futzi zu sein. Etwas über 30 und eben kein Schauspieler. Es passt nicht. Es passt nicht nur, wegen der Vorlage, sondern auch, weil diese Gestalt nicht schauspielern kann. Er kann nicht richtig reden, er kann nicht agieren, er wirkt nicht glaubwürdig und trotzdem sieht man ihn zu oft.
Mona Sax wird gespielt von Mila Kunis. Die ist noch nicht mal 30 und wenn man an Mona denkt, sieht man eine eiskalte Mörderin vor sich, die auf jeden Fall um die 35 ist. Mila Kunis dagegen wirkt wie ein x-beliebiges Model, dass man da schnell in diese Rolle gestopft hat und ihr osteuropäischer Akzent ist da keine Hilfe. Dass man in einer Nebenrolle auch noch Nelly Furtado (die gleich noch weiter schauspielern kann) ertragen muss, setzt dem Ganzen die Krone auf. Musiker sind Musiker, Schauspieler sind Schauspieler. Es gibt nur wenige Menschen, die beides gleichermaßen gut konnten und es heißt nicht umsonst „Schuster bleibt bei deinen Leisten“.

Zumindest bei der Handlung hält man sich ein wenig an das Spiel. Max kommt nach Hause, seine Frau und sein Kind sind tot. Ermordet von Junkies, die der neuen Droge Valkyrie verfallen sind. Die ersten 5 Minuten sind toll, von der Einleitung hin zu Max’ Auftritt in der U-Bahn Station Roscoe Street, passt das. Aber schon als er dort von Junkies auf der Toilette angegriffen wird, schüttelt man nur noch den Kopf und was sich dann, in den weiteren gut 100 Minuten über den Zuschauer ergießt, ist nur noch qualvoll. Immerhin wurde teilweise versucht, den Look des Spiels einzufangen. Ein Film-Noir ist das hier aber leider nicht, dafür ist alles zu hell, zu freundlich und zu langweilig.
Max Payne trifft auf Mona Sax Schwester, die dann stirbt und ebenso muss Alex Balder dran glauben. Mona und Max gehen dann gemeinsam auf die Jagd nach den bösen Typen, die hinter der Droge stecken und stoßen auf das Aesir Unternehmen. Es gibt ein wenig Action und das war’s.

Leider präsentiert sich das Ganze recht langweilig und extrem konventionell. Es ist ein weiterer PG-13 „Actionfilm“, wie man sie in den letzten 10 Jahren zu oft aus Hollywood sah. Ein bisschen Action, wo aber immer brav weggeblendet wird und viel Gelaber. Dialoge die man schnell vergisst und die nur selten zur Handlung beitragen oder den Charakteren Tiefe verleihen. Gerade, dass Max Payne nur ein PG-13 Film ist, ist lachhaft. Die Spiele waren hart und es spritzte Blut. Hier spritzt etwas Blut und ich sah mir sogar den Unrated Cut an, der aber kaum mehr zeigt. Es ist ein Kindergeburtstag und so wird aus Max Payne eben schnell Joe Lame.

Die Handlung macht hier kaum Spaß. In einer Rückblende sieht man Max nach Hause kommen, als die Junkies grad seine Familie töteten. Was im Spiel erstmal unglaublich intensiv und genial rübergebracht wurde, wirkt hier einfach nur aufgesetzt nach dem Motto „Es muss halt noch in den Film“ und wo wir grad dabei sind, für die Bullet-Time Szenen gilt das genauso. Es sieht langweilig aus und wirklich so, als hätte man das eben noch draufgesetzt.
Was dem Film dann wirklich die Krone der Lächerlichkeit aufsetzt, sind die Junkie Szenen. Denn die Junkies sehen dämonische Schatten. Nur wird das nicht so ganz klar, wie das nun dargestellt werden soll. Das erste Mal, werden sie nur angedeutet und in einer anderen Szene sind Max und Mona dabei, als ein Junkie von einem schattenhaften Dämon in den Tod gerissen wird. Ist das nun real oder nur Einbildung? Was soll das überhaupt darstellen und wieso sieht das so furchtbar peinlich aus? Warum sehen diese „Dämonen“ aus als wären sie aus einer Kindergruselserie entsprungen?
Dass Charaktere wie Vlad und Vinnie dann auch gar nicht auftauchen, ist schon nicht mal mehr der Rede wert. Bei diesem Trainwreck von Film stimmt eben so gut wie gar nichts.

Am Ende ein Film, der mich mehrere Male fast zum Ausschalten bewog. Ich habe mich geärgert. Geärgert, darüber, was aus dem Spiel gemacht wurde und geärgert darüber, dass ich 100 Minuten meines Lebens an diesen Bullshit verschwendet habe.

Bewertung
3/10
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