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Naked Blood PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
26.04.2008

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Dass die Japaner Blutgemetzel anrichten, bei denen selbst die Italiener der 70er vor Staunen ohnmächtig werden würden, weiß mittlerweile wohl jeder, der sich auch nur annähernd mit der Filmwelt außerhalb Hollywoods befasst. Meist nur vom hören sagen, nach dem Motto „Haste den Film gesehen? Boah, wie viel Blut da fließt“. Das führt dann oft dazu, dass Filme in eine völlig falsche Ecke geschoben werden oder eben nur auf die Splattereinlagen reduziert. Klar, Filme wie etwa Guinea Pig sind in der Tat nur kranke Blutgemetzel, aber Naked Blood ist dann doch etwas mehr.

Im Prinzip ist der Film ein Remake von Boko Honban, vom gleichen Regisseur (Hisayasu Sato), lediglich die Grundhandlung wurde leicht verändert.
Der junge Wissenschaftler Eiji entwickelt einen Wirkstoff den er Myson nennt. Dieser wandelt Schmerz- in Glücksgefühle um. Natürlich will er damit nur Gutes tun und hofft, dass  die Menschen dadurch eben mehr Spaß im Leben haben.
Drei junge Frauen sind daran interessiert das Mittel auszuprobieren. Natürlich hat es fatale Folgen, denn die Glücksgefühle sind so toll, dass sich die Frauen anfangen selbst zu verstümmeln.

Die drei Frauen vertreten unterschiedliche Charaktere. Eine isst sehr gerne, als sie sich beim Kochen in den Finger schneidet und der Wirkstoff seine Wirkung zeigt, schneidet sie sich weiter und da sie eben gutes Essen liebt, fängt sie auf einmal an, sich selbst zu essen.
Der anderen Frau ist nichts wichtiger als das Aussehen. Bei ihr setzt die Wirkung beim Piercen ein und da sie eben denkt, dass sie so schöner wird, schnippelt sie an sich rum.
Die dritte Frau hat eine Schlafstörung und kann nur mit einer VR Brille in einen Ruhezustand versetzt werden. Bei ihr wirkt das Serum gänzlich anders und sie geht eine Beziehung mit Eiji ein.

Die Handlung ist überraschend tiefgreifend, es passiert noch viel mehr, aber man will hier ja nicht gleich alles verraten. Der japanische Titel (Ákuma no yorokóbi) bedeutet soviel wie „Teufel der Freude“.

Natürlich muss man aber auch die Splatterszenen erwähnen, diese sind von der eher direkten und widerlichen Sorte. Mit simplen Sachen wie Arm ab oder 5 Liter Blut gab sich der Regisseur gar nicht erst ab. Das die eine Frau sich langsam aufisst, dürfte wohl auch die härtesten Gorehounds ein paar Mal schlucken lassen. Spätestens dann, wenn es an die Geschlechtsteile geht oder sie sich ihr Auge mit Gabel und Löffel rauszieht – und isst. Das Ganze ist auf einem sehr hohen Niveau extrem realistisch dargestellt. Ich frage mich ja immer wieder, wie die Asiaten und vor allem eben die Japaner es schaffen, so unglaublich realistische Splatterszenen zu inszenieren. Lächerlich sieht eigentlich nur eine Szene aus, als eine Frau mit aufgeschnittenem Bauch auf einem Bett liegt und (haltet euch fest) ein Mann sich auszieht und in ihren Bauch steigt und verschwindet. Gesehen hab ich so was noch nie in einem Film…Man sieht leider, dass hier mit viel mit Gummi und einem falschen Körper gearbeitet wurde. Lässt man aber diesen Gedanken beiseite ist diese Szene einfach nur beeindruckend krass. Da sich der Film auch absolut todernst nimmt, wirkt das Ganze erst Recht anders, als bei Funsplattern wie Braindead. Würde dort so eine Szene zu sehen sein, würde man ja eher darüber lachen. Hier ist das anders.

Die Schauspieler sind in Ordnung, allerdings braucht es auch nicht viel Talent um zu kreischen oder ein bisschen rumzuschnippeln. Schön ist es aber, dass es hier kein, wie in dem Genre der japanischen Splatter meist üblich, Overacting gibt, sondern alles recht glaubwürdig abläuft.

Naked Blood ist mit Sicherheit kein Film für jeden. Zwar sind die Splatterszenen in der Gesamtzahl eher gering, aber wenn so eine passiert, dann in absolutem Extrem. Also nichts für Leute mit schwachem Magen.
Für alle, die auch Interesse an außergewöhnlichen Handlungen haben, ist dieser Film aber ein echter Geheimtipp.

Bewertung
8/10
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