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Nobody ist der Größte PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
22.07.2009

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Deutschland, das Land der merkwürdigen Filmtitel und Vermarktungsstrategien. Manchmal habe ich ja das Gefühl, bis in die 80er hinein, hat man den Durchschnittsdeutschen für reichlich dumm und unwissend gehalten. Gerade im Filmbereich, wo man Filme zu Sequels anderer Filme machte, obwohl die gar nichts miteinander zu tun haben (oder als man jedem zweiten japanischen Monsterfilm den King Kong Stempel aufdrückte).
Eines dieser Beispiele, ist der hier besprochene Film.
Mein Name ist Nobody war eine richtig gute Westernkomödie, ein Sequel gab es allerdings nie. Denn auch wenn Terence Hill hier wieder mitspielt und Sergio Leone den Produzenten macht, ist es doch ein gänzlich eigenständiger Film. Das fällt vor allem beim Originaltitel auf, der sich mit „Ein Genie, zwei Freunde und ein Dummkopf“ übersetzen lässt.

Das Genie ist in diesem Fall natürlich wieder Hill, der als Joe Thanks (und im deutschen eben als Nobody) eine Art Kopfgeldjäger spielt, was zumindest am Anfang angedeutet wird- das natürlich mit dem ihm eigenen Witz. Zusammen mit seinem Freund Lokomotive (Steam Engine Bill – ein halber Indianer der aber dies den ganzen Film über leugnet, was schnell langweilt) und deren Freundin Lucy, die sich nicht zwischen beiden entscheiden kann, gaunern sie sich nebenbei noch durchs Land und nach ungefähr einer halben Stunde beginnt dann der eigentliche Film, wo alle drei den Plan fassen 300.000$ von dem bösen Major Cabot zu stehlen.

Die Probleme dieses Films könnten Seiten füllen. Schon die Anfangssequenz, die von Leone gedreht wurde, hat mit dem eigentlichen Film nicht so viel zu tun und zieht sich ewig hin. Während diese langen, nervenaufreibenden Anfangsszenen, die meist voller Stille sind - eigentlich das Markenzeichen Leones (Man denke nur an Spiel mir das Lied vom Tod) - hier ist das gründlich misslungen.
Mit Sicherheit war es auch ein Fehler, als Regisseur für den restlichen Film Damiano Damiani zu verpflichten, der zwar durch einige Thriller einen guten Namen hatte, mit Komödien aber so gar nichts anfangen kann und dies auch zeigt. Das Timing in einigen Szenen und die Schnitte sind mitunter so misslungen, das selbst den besten Gags schnell die Puste ausgeht.

Mittlerweile weiß man ja, dass während der Post Production ein Großteil der Filmnegative geklaut wurde und man so auf Outtakes und eigentlich rausgeschnittene Szenen zurückgreifen musste. Das zumindest würde die erste halbe Stunde erklären, die mit dem Rest nicht mehr allzu viel zu tun hat. Wirklich gut ist da eigentlich nur der Anfang, in dem auch Klaus Kinski mitspielt und er sich mit Hill ein Duell liefert, in dem wieder so ein kleines bisschen Leone durchblitzt.

Danach zieht sich der Film hin und man merkt die 119 Minuten Laufzeit überdeutlich, die beste Szene ist mal wieder ein Kartentrick von Hill, aber auch das hat man schon in anderen Filmen vorher gesehen.
Selbst Sergio Leone wollte später von diesem Film nichts mehr wissen.

In Deutschland hat man zumindest das Glück mit Rainer Brandt einen Übersetzer zu haben, der aus Filmen etwas eigenes macht und so wurden auch hier unmengen an Dialogen ausgetauscht und im direkten Vergleich ist das Ganze schon um einiges lustiger als sich das auf englisch anzutun.
Aber wirklich viel retten kann auch das nicht.

Nobody ist der Grösste ist vielleicht nicht der schlechteste Terence Hill Film (Da hat er in späteren Jahren noch in ganz anderem Mist mitgespielt) aber doch sehr schwach, sehr konfus und einfach nicht unterhaltsam.

Bewertung
4,5/10
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